Altersmedizin, S3-Leitlinie

Altersmedizin: S3-Leitlinie empfiehlt Akupunktur für ältere Patienten

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 04:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Metaanalyse belegt Wirksamkeit von Akupunktur bei chronischen Schmerzen für maximal zwölf Wochen. Geriatrie-Leitlinie empfiehlt Nadeltherapie dennoch.

Akupunktur-Studie: Nur kurzfristige Linderung bei Rückenschmerzen
Eine Hand setzt Akupunkturnadeln in den Rücken eines Patienten ein, im Hintergrund ein unscharfer, ruhiger Behandlungsraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die in der Fachzeitschrift BMJ Medicine veröffentlichte Studie wertete Daten aus 551 Untersuchungen mit über 71.000 Patienten aus. Ergebnis: Methoden wie Akupunktur, Massage oder Bewegungsübungen wirken bei chronischen Rückenschmerzen klinisch relevant – jedoch nur für einen Zeitraum von 10 bis 12 Wochen.

Nach einem Jahr war kein signifikanter Vorteil mehr messbar. Ein Experte der Hochschule Bochum betont: Für dauerhaften Erfolg braucht es ein langfristiges Selbstmanagement der Patienten.

Geriatrie setzt auf Nadelstiche

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Ganz anders sieht die Lage in der Altersmedizin aus. Die im Juli 2026 vorgestellte S3-Leitlinie GeriPAIN empfiehlt Akupunktur ausdrücklich für ältere Patienten.

Der Grund: Im Alter verändert sich die Verstoffwechselung von Schmerzmitteln. Gleichzeitig steigt durch Multimedikation das Risiko für Wechselwirkungen. Nicht-pharmakologische Ansätze wie Akupunktur gelten hier als wichtige Ergänzung.

Die Leitlinie fordert individuell angepasste Therapiepläne, die die besonderen physiologischen Bedingungen im hohen Alter berücksichtigen.

Versorgungsangebote wachsen trotz Diskussion

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Die Debatte um die Langzeitwirkung bremst den Ausbau nicht. In Wuppertal eröffnete Mitte Juli die Elternschule „Betty“ am Bethesda-Krankenhaus. Das Zentrum integriert Akupunktur in ein breites Angebot für werdende Eltern – von Stillberatung bis Babymassage.

Parallel dazu startete das EU-Projekt xPEDition. Die Universitätsmedizin Oldenburg und die Universität Groningen wollen die Aufklärung über chronische Schmerzzustände wie Fibromyalgie verbessern. Zweisprachige Informationsangebote sollen Betroffene in der Ems-Dollart-Region erreichen.

Wo die Nadel an Grenzen stößt

Die klinische Evidenz bleibt in einigen Bereichen umstritten. Bei der Tabakentwöhnung etwa zeigte sich: Akupunktur oder Hypnose helfen nicht jedem Patienten.

Auch bei Kreuzschmerzen ist die Studienlage uneinheitlich. Während manche Untersuchungen positive Effekte belegen, fehlen in anderen Bereichen signifikante Belege jenseits von Placebo-Effekten.

Fachleute fordern standardisierte Forschungsmethoden. Nur so lasse sich die Wirksamkeit der Akupunktur im Vergleich zu anderen Therapien präzise bestimmen. Besonders bei Nervenschmerzen sind herkömmliche Mittel wie Ibuprofen oft wirkungslos – hier braucht es gezieltere Alternativen.

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