Altersvorsorge, Sparguthaben

Altersvorsorge: Sparguthaben mit 4,3% verzinst – höchster Wert seit 25 Jahren

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 01:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schweizer Pensionskassen erzielten 2025 hohe Renditen und stärkten ihre Deckungsgrade. Versicherte bevorzugen flexible Leistungsmodelle.

Schweizer Pensionskassen: Renditen steigen, Kapitalbezug ĂĽberholt Rente
Modernes, minimalistisches Architektur-Interieur mit natürlichem Licht in einem Schweizer Gebäude. Illustration mit AI erstellt.

Die finanzielle Situation der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen hat sich in den vergangenen Jahren gefestigt. Wie aus der Complementa-Studie „Risiko Check-up 2026“ hervorgeht, erzielten die Pensionskassen im Jahr 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6,3 %. Diese positive Marktentwicklung wirkte sich unmittelbar auf die Versicherten aus: Die Sparguthaben wurden im selben Jahr mit 4,3 % verzinst, was den höchsten Wert seit 25 Jahren markiert.

Solide Deckungsgrade und positive Renditeentwicklung

Die Stabilität des Systems spiegelt sich in den Deckungsgraden wider. Zum Ende des Jahres 2025 lag der durchschnittliche Deckungsgrad der untersuchten Kassen bei 114,4 %. Dieser Trend setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2026 fort.

Bis zum August 2026 wurde eine Rendite von 5,0 % erwirtschaftet, wodurch der geschätzte Deckungsgrad auf 118,5 % anstieg. Die zugrundeliegende Studie basiert auf Daten von 469 Pensionskassen, die zusammen ein Vermögen von 1'009 Mrd. CHF verwalten und damit etwa 80 % der gesamten Vorsorgevermögen in der Schweiz abdecken.

Im Jahr 2025 standen einem Anlageertrag von 77 Mrd. CHF ordentliche Beiträge in Höhe von 67 Mrd. CHF gegenüber. Trotz der positiven Ertragslage bleiben die technischen Parameter defensiv: Der technische Zinssatz wurde für das Jahr 2026 mit 1,75 % beziffert, während der durchschnittliche Umwandlungssatz bei 5,20 % lag.

Verschiebungen in der Anlagestrategie und Kosteneffizienz

Bei der Zusammensetzung der Portfolios ist ein deutlicher Strukturwandel erkennbar. Der Anteil an Aktien lag im Jahr 2025 bei 34,1 %. Im Gegensatz dazu erreichten Obligationen mit 29,3 % einen historischen Tiefststand in der Asset Allocation der Schweizer Kassen.

Parallel dazu stieg die sogenannte Illiquiditätsquote auf 35,7 %. Dies entspricht einem Zuwachs von 28,2 % innerhalb der letzten 15 Jahre und deutet auf ein verstärktes Engagement in weniger liquiden Anlageklassen hin.

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Die Schweizer Pensionskassen haben 2025 eine Rendite von 6,3% erzielt – Ihre Sparguthaben wurden mit 4,3% verzinst, dem höchsten Wert seit 25 Jahren. Doch angesichts sinkender Umwandlungssätze stellt sich die Frage: Wie sichern Sie sich diese Vorteile langfristig? Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Vorsorge optimal aufstellen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Positiv entwickelten sich die operativen Rahmenbedingungen für die Versicherten im Bereich der Verwaltung. Die Vermögensverwaltungskosten erreichten mit 0,40 % einen neuen Tiefstwert, was die Effizienz der Institutionen unterstreicht.

BedĂĽrfnisse der Versicherten und Form der Altersleistungen

Neben den rein finanziellen Kennzahlen rücken die Präferenzen der aktiv Versicherten stärker in den Fokus. Eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt, dass 50 % der Befragten bei der Pensionierung eine Kombination aus Kapitalbezug und lebenslanger Rente bevorzugen. Über 80 % der Versicherten wünschen sich zudem von ihrer Vorsorgeeinrichtung die Auswahl zwischen mehreren Rentenmodellen.

Die Notwendigkeit einer soliden Vorsorge wird durch die Einschätzung der künftigen Rentner verdeutlicht: Drei von vier aktiv Versicherten gaben an, dass 60 % des bisherigen Einkommens im Alter nicht ausreichen werden. Jede dritte befragte Person geht davon aus, im Ruhestand über 80 % des letzten Salärs zu benötigen.

Langfristige Perspektiven bei Kapitalbezug und Umwandlungssätzen

Ein weiterer Trend zeigt sich bei der Art des Leistungsbezugs. Daten aus einer Swisscanto-Studie belegen, dass Kapitalauszahlungen im Jahr 2025 erstmals einen Anteil von 51 % an den Gesamtauszahlungen ausmachten. Damit übertrafen sie den klassischen Rentenbezug. In Fachkommentaren wurde darauf hingewiesen, dass die reale Verzinsung nach Abzug der Inflation im Jahr 2025 bei 4,6 % lag – der höchste Wert seit der Jahrtausendwende.

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Hinsichtlich der langfristigen Entwicklung der Rentenhöhen deuten Analysen darauf hin, dass die drastischen Senkungen der Umwandlungssätze vorerst ein Plateau erreicht haben könnten. Schätzungen gehen davon aus, dass die Sätze bis zum Jahr 2031 lediglich geringfügig von 5,26 % auf 5,24 % sinken werden.

Frühere Analysen aus dem Zeitraum 2015 bis 2022 verdeutlichen zudem eine unterschiedliche Dynamik bei den Geschlechtern: Während die Altersleistungen bei Männern in diesem Zeitraum um 1 bis 5 % sanken, verzeichneten Frauen ein Plus von 2 bis 6 %.

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