Altersvorsorgedepot, Rentenreform

Altersvorsorgedepot: Neue Rentenreform startet ab Januar 2027

28.05.2026 - 06:30:07 | boerse-global.de

Umfrage zeigt hohe Bereitschaft für das neue Altersvorsorgedepot, jedoch fühlen sich nur wenige Bürger ausreichend informiert.

Altersvorsorgedepot: Neue Rentenreform startet ab Januar 2027 - Foto: über boerse-global.de
Altersvorsorgedepot: Neue Rentenreform startet ab Januar 2027 - Foto: über boerse-global.de

Der Bundestag hat die Rentenreform am 27. März 2026 verabschiedet, der Bundesrat muss noch zustimmen. Ab dem 1. Januar 2027 soll das Altersvorsorgedepot (AVD) dann starten. Es ersetzt das alte Riester-System und setzt künftig auf Kapitalmarkt statt Garantien. Eine repräsentative Umfrage von quirion und puls zeigt nun: Die Deutschen sind neugierig, aber schlecht informiert.

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Riester-Aus: Was Sparer jetzt wissen müssen

52 Prozent der Befragten zwischen 16 und 60 Jahren können sich vorstellen, ein AVD zu eröffnen. Fast die Hälfte davon will gleich zum Start 2027 einsteigen. Doch nur acht Prozent fühlen sich gut informiert. Die größten Wünsche der Sparer: transparente Informationen (59 Prozent), niedrige Gebühren (55 Prozent) und klare Auszahlungsregeln (54 Prozent).

Im Schnitt sind die Befragten bereit, 181 Euro monatlich zu sparen. Männer planen mit 223 Euro, Frauen nur mit 124 Euro – eine deutliche Lücke.

Drei Optionen für Riester-Sparer

Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, muss nichts überstürzen. Bestehende Verträge bleiben geschützt. Die Umfrage zeigt: 26 Prozent der Riester-Sparer wollen ihren alten Vertrag ruhen lassen und parallel ein AVD eröffnen. 22 Prozent planen, ihr Kapital komplett umzuziehen.

Der Gesetzgeber erlaubt den Transfer ab 2027 – die Zuschüsse bleiben erhalten, nach fünf Jahren wird die Übertragung sogar kostenfrei. Für Geringverdiener mit mehreren Kindern kann der alte Riester aber weiter lukrativ sein. In Einzelfällen lösen 60 Euro Jahresbeitrag über 1.000 Euro staatliche Förderung aus.

Mehr Renditechancen – aber auch mehr Risiko

Das AVD verzichtet auf die strenge Beitragsgarantie des Riester-Modells. Höhere Aktienquoten sind möglich, die Renditechancen steigen. Anders als bei der klassischen Leibrente sind auch vererbbare Auszahlpläne erlaubt. Die Deutsche Rentenversicherung warnt jedoch: Wer sein Kapital aufbraucht, lebt im Alter womöglich von nichts.

Steuerlich lockt das Depot mit Freistellungen während der Ansparphase. Wertsteigerungen und Erträge bleiben steuerfrei, Umschichtungen lösen keine Abgeltungsteuer aus. Erst in der Auszahlphase greift der persönliche Einkommensteuersatz.

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Für Sparer über 55 lohnt sich der Einstieg weiterhin. Bei 1.800 Euro Jahresbeitrag gibt es maximal 540 Euro Zuschuss. Wer zehn Jahre lang sechs Prozent Rendite erzielt, kommt inklusive Förderung auf rund 8.000 Euro mehr als ohne staatliche Hilfe.

Jetzt Depot eröffnen – und den Ansturm vermeiden

Finanzdienstleister raten, bereits 2026 ein normales Wertpapierdepot zu eröffnen. So umgehen Sparer mögliche technische Engpässe im Januar 2027, wenn die Identitätsprüfungen (Know Your Customer) überlastet sein könnten.

Zwar lassen sich Zuschüsse nicht rückwirkend sichern. Doch ein Depot erlaubt es, die monatliche Sparrate zu testen, sich mit der ETF-Auswahl vertraut zu machen und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Die Stimmung zur Reform ist vorsichtig optimistisch. Der Deutsche Vorsorgeindex (DIVAX-AV) war im Frühjahr 2026 zwar wegen wirtschaftlicher und geopolitischer Spannungen gefallen – die Rentenreform selbst wird von der Bevölkerung aber positiv bewertet.

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