Altersvorsorgedepot, Förderung

Altersvorsorgedepot: Neue staatliche Förderung ersetzt Riester-Rente

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 07:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das neue Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente mit bis zu 540 Euro Förderung jÀhrlich und ohne Beitragsgarantie.

Altersvorsorgedepot 2027: Staatliche Förderung und private Rentenstrategien
Grafische Darstellung von steigenden Finanzcharts und einem digitalen Sparschwein, das Wachstum und Ersparnisse symbolisiert, mit Elementen digitaler WĂ€hrung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ab 2027 startet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot. Gleichzeitig wĂ€chst das Interesse an privaten Strategien fĂŒr passives Einkommen.

Altersvorsorgedepot: Das Ende der Riester-Rente

Zum 1. Januar 2027 ist Schluss mit der Riester-Rente. NeuantrĂ€ge werden dann nicht mehr angenommen. Ihr Nachfolger heißt Altersvorsorgedepot – und funktioniert grundlegend anders.

Der Staat fördert das neue Modell mit bis zu 540 Euro pro Jahr. Die Rechnung: 50 Cent Zuschuss pro Euro fĂŒr die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, plus 25 Cent pro Euro bis zur Grenze von 1.800 Euro. Ein entscheidender Unterschied zur Riester-Rente: Die Beitragsgarantie fĂ€llt weg. Das ermöglicht eine offensivere Anlage am Kapitalmarkt.

Die Kosten sind gedeckelt. Maximal 1,0 Prozent Effektivkosten pro Jahr dĂŒrfen die Produkte kosten. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg rechnet damit, dass vor allem Gutverdiener profitieren. Neu ist auch der Zugang: Ab Januar 2027 dĂŒrfen SelbststĂ€ndige, Freiberufler und Beamte das Depot nutzen.

Passives Einkommen: FĂŒnf Wege zur privaten Rente

Parallel zur staatlichen Förderung boomen private Strategien. Marktanalysen vom Juli 2026 zeigen fĂŒnf zentrale Instrumente: Dividendenaktien, ausschĂŒttende Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Geldmarkt-ETFs und REITs. Auch Call-Optionen kommen als ErgĂ€nzung zum Einsatz.

Die nötigen KapitalgrĂ¶ĂŸen sind beeindruckend. Ein Depot von 200.000 Euro, verteilt auf drei Dividenden-ETFs, bringt im ersten Jahr brutto rund 7.700 Euro. Bei einer Million Euro sind es etwa 38.500 Euro.

Michael Huber vom VZ Vermögenszentrum bremst jedoch die Euphorie. Ein Lebensabend allein aus VermögensertrĂ€gen bleibe in der Praxis Erben, GrĂŒndern oder Erfindern vorbehalten. Selbst mit ĂŒberdurchschnittlichem Einkommen sei eine Vollfinanzierung der Rente ab 50 durch privates Sparen schwer planbar.

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Die Riester-Rente endet 2027. Das neue Altersvorsorgedepot bringt bis zu 540 Euro Förderung pro Jahr – ohne Beitragsgarantie, dafĂŒr mit offensiverer Anlage. Wer jetzt die Weichen stellt, profitiert von gedeckelten Kosten und mehr FlexibilitĂ€t. Kostenlosen Report zum Altersvorsorgedepot anfordern

Junge Generation: 96 Prozent fĂŒhlen sich benachteiligt

Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist am Boden. Eine Forsa-Studie vom Juni 2026 mit 1.515 Teilnehmern zeigt dramatische Werte. Rund 70 Prozent der Befragten fĂŒhlen sich bei der Rente benachteiligt. Bei den Unter-30-JĂ€hrigen sind es sogar 96 Prozent. Nur 27 Prozent vertrauen ĂŒberhaupt noch auf die gesetzliche Rente.

Die Folge: Hohe Bereitschaft fĂŒr private Alternativen. Etwa die HĂ€lfte der 18- bis 39-JĂ€hrigen hĂ€lt die Eröffnung eines Altersvorsorgedepots fĂŒr wahrscheinlich. Psychologe Valentin Haas sieht dahinter tiefe SehnsĂŒchte: „Die Idee des passiven Einkommens bĂŒndelt WĂŒnsche nach Sicherheit, Freiheit und beruflicher Entlastung."

Staatliche Kapitalrente: Milliarden fĂŒr die Zukunft

Auch der Staat investiert krĂ€ftig am Kapitalmarkt. Der bestehende Staatsfonds Kenfo verwaltet rund 26,5 Milliarden Euro. FĂŒr die neue Kapitalrente sind jĂ€hrliche ZufĂŒhrungen von 35 Milliarden Euro geplant. Finanziert wird das ĂŒber zusĂ€tzliche RentenbeitrĂ€ge von bis zu zwei Prozentpunkten.

Der allgemeine Beitragssatz steigt von 18,6 Prozent im Jahr 2026 auf 19,9 Prozent im Jahr 2028 – plus den Anteil fĂŒr die Kapitalrente. Erste ErtrĂ€ge erwartet die Regierung ab 2036, nennenswerte AusschĂŒttungen frĂŒhestens ab 2040.

Internationaler Vergleich: Deutschland hinkt hinterher

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Das Deutsche Institut fĂŒr Altersvorsorge (DIA) sieht Deutschland bei der kapitalgedeckten Vorsorge weit abgeschlagen. Das entsprechende Vermögen betrĂ€gt hierzulande nur 6,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In den Niederlanden liegt der Wert zwischen 150 und 206 Prozent.

Das Ziel der Reform: Über alle drei SĂ€ulen der Altersvorsorge hinweg eine Nettoersatzquote von mindestens 70 Prozent erreichen. Ob das gelingt, wird sich zeigen – frĂŒhestens ab 2040.

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