Alzheimer-Diagnose, Bluttests

Alzheimer-Diagnose: Bluttests mit über 90% Genauigkeit jetzt verfügbar

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 08:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Biogen und Eisai erzielen Fortschritte in der Tau-Therapie, während pTau217-Bluttests die Früherkennung revolutionieren. Diabetes-Medikamente zeigen zudem präventives Potenzial.

Alzheimer-Forschung 2026: Neue Medikamente und Bluttests im Fokus
Nahaufnahme eines Gehirns mit beleuchteten neuronalen Netzwerken, das wissenschaftliche Forschung zu Alzheimer-Therapien darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Medikamente zeigen Erfolge, Bluttests ermöglichen eine frühzeitige Diagnose – und sogar Diabetes-Mittel könnten das Risiko senken.

Tau-Therapie: Erste Erfolge, aber noch kein Durchbruch

Biogen präsentierte Mitte Juli 2026 Ergebnisse der Phase-2-Studie CELIA für Diranersen. Das Antisense-Oligonukleotid (ASO) zielt auf das Tau-Protein ab – ein Schlüsselfaktor bei Alzheimer. In der Studie mit 416 Teilnehmern testeten die Forscher verschiedene Dosierungen über 18 Monate.

Bei 60 mg alle sechs Monate zeigte sich eine Verlangsamung des kognitiven Abbaus. Die CDR-SB-Skala wies eine Reduktion um 26 Prozent auf, der MMSE-Test sogar um 50 Prozent. Allerdings: Der primäre Endpunkt – eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung – wurde nicht erreicht.

Trotzdem: Das Tau-Protein im Liquor sank um 50 bis 65 Prozent. Biogen plant nun eine Phase-3-Studie ab 2027. Finale Daten werden für 2030 bis 2031 erwartet.

Auch andere Unternehmen melden Fortschritte. Eisais Antikörper Etalanetug senkte das pathologische Tau im Plasma nach neun Monaten um über 90 Prozent. NewAmsterdam Pharma berichtet über signifikante p-tau217-Reduktionen durch den CETP-Inhibitor Obicetrapib – besonders bei APOE4-Genträgern.

Revolution in der Diagnostik: Bluttests mit über 90 Prozent Genauigkeit

Die Früherkennung bekommt einen mächtigen Schub. Im Mai 2026 erhielten pTau217-Bluttests von Roche, Fujirebio und Beckman Coulter die CE-Zertifizierung. Die Genauigkeit liegt bei über 90 Prozent – empfohlen für symptomatische Patienten.

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In der EU sind die Tests ab Juli 2026 verfügbar. Die Kosten: zwischen 50 und 150 Euro pro Test. Das könnte die Diagnose revolutionieren – weg von teuren Liquorpunktionen, hin zum einfachen Bluttest.

Für den bereits zugelassenen Wirkstoff Leqembi (Eisai/Biogen) genehmigte die FDA Mitte Juli 2026 zudem eine Startdosis für die Anwendung zu Hause. Das senkt die Hürden für die Langzeittherapie erheblich.

Diabetes-Medikamente als Alzheimer-Schutz?

Eine im Juni 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Analyse mit über 112.000 Teilnehmern liefert überraschende Ergebnisse: SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Für Mitte August 2026 wird eine EMA-Empfehlung für eine orale Semaglutid-Tablette erwartet.

Kann also ein Diabetes-Medikament vor Demenz schützen? Die Daten deuten darauf hin – die Forschung steht aber noch am Anfang.

Ernährung und Bewegung: Die MIND-Diät als Schutzschild

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Eine 15-Jahres-Studie der Universität Ljubljana mit rund 1.800 Teilnehmern über 60 Jahren zeigt: Die MIND-Diät senkt das Alzheimer-Risiko um bis zu 35 Prozent. Forscher der Semmelweis Universität betonen zudem die Rolle von Polyphenolen aus mediterraner Kost.

Und schon moderate Bewegung hilft: 3.000 Schritte täglich werden mit einer Verlangsamung von Tau-Ablagerungen in Verbindung gebracht.

Neue Rahmenbedingungen für Pflege und Forschung

Ab dem 1. Januar 2027 tritt in Deutschland das Pflegeneuordnungsgesetz in Kraft. Das neue Entlastungsbudget liegt je nach Pflegegrad zwischen 386 und 1.079 Euro, ergänzt um ein Sozialraumbudget.

Die Alzheimer’s Association kündigte die PROTECT-Cog-Studie mit einem Volumen von 100 Millionen US-Dollar an. ProMIS Neurosciences arbeitet an PMN310, einem Wirkstoff, der selektiv toxische Amyloid-Beta-Oligomere bindet. Erste Ergebnisse aus der Phase-1b-Studie PRECISE-AD werden für das erste Quartal 2027 erwartet.

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