Alzheimer-Diagnostik, Bluttest

Alzheimer-Diagnostik: Bluttest bestimmt Marker in 17 Minuten

Veröffentlicht: 19.06.2026 um 15:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen vielversprechende AnsÀtze: Kupferverbindung baut Giftstoffe ab, Bluttest erkennt Alzheimer-Marker in 17 Minuten.

Alzheimer-Forschung: Neue Wirkstoffe und Bluttest in 17 Minuten
Eine futuristische Darstellung eines leuchtenden Kupferatoms, das mit neuronalen Bahnen in einem menschlichen Gehirn verbunden ist. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Im Fokus stehen Reinigungsmechanismen im Gehirn, Risikofaktoren und eine schnellere Diagnostik.

Kupfer-Chelator steigert Entsorgung toxischer Proteine

Forscher der Monash University haben eine Kupferverbindung untersucht, die den Proteinabbau im Gehirn ankurbelt. Die Ende Mai in der Fachzeitschrift ACS Chemical Neuroscience veröffentlichte Studie zeigt: Die Substanz Cu(ATSM) erhöht die AktivitÀt von P-Glykoprotein-Pumpen an der Blut-Hirn-Schranke um 24,1 Prozent. Diese Pumpen entfernen normalerweise Giftstoffe aus dem Gehirn.

Anzeige

Vergessen Sie Namen oder Termine immer öfter? Ein kostenloser 2-Minuten-Selbsttest mit 7 einfachen Fragen gibt Ihnen eine erste EinschĂ€tzung, ob dies normale Alterserscheinungen oder frĂŒhe Warnsignale sind. Jetzt anonymen Demenz-Selbsttest starten

Das Ergebnis: Die Konzentration des toxischen Amyloid-beta-Proteins sank um 42 Prozent. In Verhaltenstests verbesserte sich die rĂ€umliche LernfĂ€higkeit um 44 Prozent. Die Forscher vermuten zudem, dass Cu(ATSM) Mikroglia-Zellen aktiviert. Da die Verbindung bereits in klinischen Studien zu Parkinson und ALS auf Sicherheit geprĂŒft wird, könnte der Weg zu Alzheimer-Studien am Menschen kĂŒrzer sein als ĂŒblich.

Parallel dazu arbeiten Wissenschaftler der ETH ZĂŒrich an einem anderen Ansatz. Ihr Wirkstoff „Compound 10“ (CPD10) stabilisiert das Protein GRK2 und verhindert dessen Verklumpung. In Experimenten reduzierte er die Plaque-Bildung und schĂŒtzte die Mitochondrien der Nervenzellen.

Niedriger Blutdruck als Risikofaktor identifiziert

Eine großangelegte Analyse mit 800.000 Erwachsenen aus der UK Biobank und dem „All of Us“-Programm liefert neue Erkenntnisse. Laut der im Journal of the American Heart Association veröffentlichten Studie zeigt Hypotonie – Blutdruckwerte unter 100/60 mmHg – den stĂ€rksten Zusammenhang mit Alzheimer unter zehn untersuchten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung ist aber noch nicht belegt.

Weitere Beobachtungsstudien liefern spannende Hinweise:

  • GĂŒrtelrose-Impfung: Der Impfstoff Shingrix könnte das Demenzrisiko um 24 Prozent senken. Das legt eine Studie mit 500.000 Probanden im Fachblatt Annals of Internal Medicine nahe.
  • Krankenhausinfektionen: Eine dĂ€nische Langzeitstudie mit 1,5 Millionen Teilnehmern zeigt: Schwere Infektionen erhöhen das Risiko einer spĂ€teren Demenzdiagnose um den Faktor 1,49.
  • Glucosamin: Forscher der University of Florida fanden bei der Auswertung von UK-Biobank-Daten einen statistischen Zusammenhang zwischen Glucosamin-Einnahme und einem um bis zu 25 Prozent erhöhten Alzheimer-Risiko.
Anzeige

WĂ€hrend die Forschung nach neuen Wirkstoffen sucht, können Sie selbst aktiv werden, um Ihre geistige Fitness bis ins hohe Alter zu erhalten. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen 11 praktische Übungen und wertvolle Tipps zur gezielten Demenzvorbeugung. Kostenlosen Ratgeber „Gehirntraining leicht gemacht“ herunterladen

Diagnostik in 17 Minuten

Im Bereich der Diagnostik zeichnet sich ein echter Durchbruch ab. Das Unternehmen Sysmex hat mit der HISCL-Plattform ein vollautomatisiertes System eingefĂŒhrt, das Alzheimer-Marker wie A?42/40 und p-Tau217 aus Blutproben bestimmt. Die Analysezeit: 17 Minuten. UnabhĂ€ngige Validierungen durch das Amsterdam UMC und das Sant Pau Krankenhaus in Barcelona bescheinigten dem Verfahren eine hohe Genauigkeit mit einem AUROC-Wert von ĂŒber 0,90.

Zeitgleich stellte die Brown University im Juni einen neuen Tau-Tracer namens [18F]MK6240 vor. Er soll pathologische VerĂ€nderungen doppelt so hĂ€ufig identifizieren wie bisherige Verfahren. Das könnte invasive Liquorpunktionen und teure PET-Scans ĂŒberflĂŒssig machen.

Enzymregulation stoppt Tau-Produktion

Wissenschaftler der University of New Mexico haben das Enzym OTULIN als zentralen Regulator der Tau-Protein-Produktion identifiziert. In experimentellen Modellen fĂŒhrte die Deaktivierung des Enzyms zu einem vollstĂ€ndigen Stopp der Tau-Bildung. Bestehende Ablagerungen wurden sogar abgebaut.

Das University College London untersuchte Defekte im Proteintransport. Das Ergebnis: Transportstörungen durch die Hemmung des Enzyms MAPK p38? sind potenziell reversibel. Ein weiterer Forschungsansatz des MD Anderson Cancer Center befasste sich mit dem R-Loop-Blocker Selinexor. In Modellversuchen zeigte er eine lebensverlĂ€ngernde Wirkung. Ob diese AnsĂ€tze beim Menschen funktionieren, ist Gegenstand laufender PrĂŒfungen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69582763 |