Alzheimer-Früherkennung: Netzhautscan erkennt Risiko 8,55 Jahre früher
Veröffentlicht: 29.06.2026 um 14:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Bluttests, KI-gestützte Diagnostik und moderne Medikamente revolutionieren die Behandlung von Alzheimer, Depressionen und Co.
Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit baut aus
Das DZPG startet in eine neue Forschungsphase. An den Standorten Magdeburg, Halle und Jena untersuchen Wissenschaftler die Wechselwirkungen zwischen sozialen Interaktionen, Entzündungen und Stoffwechselstörungen. Ein Schwerpunkt: Stressreaktionen und Früherkennung bei Kindern.
Ab 2028 übernimmt Magdeburg die Koordination des Netzwerks. Ziel ist ein schnellerer Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis.
Netzhautscan erkennt Alzheimer-Risiko Jahre vorher
KI-Modelle können anhand von Netzhautscans ein Alzheimer-Risiko bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen erkennen. Die Daten stammen aus der UK Biobank.
Neue Bluttests von Roche und Eli Lilly erreichen eine Genauigkeit von über 90 Prozent. Ein pTau217-Bluttest mit CE-Kennzeichnung weist Amyloid-Veränderungen im Gehirn innerhalb von 17 Minuten nach.
Der Markt für Alzheimer-Früherkennung wächst rasant: von 2,65 Milliarden US-Dollar (2023) auf prognostizierte 9,4 Milliarden US-Dollar bis 2033.
Neue Medikamente und überraschende Prävention
Seit Juni 2026 sind die Antikörper Donanemab und Lecanemab in Deutschland verfügbar. Sie kommen für etwa zehn Prozent der rund 1,2 Millionen Demenzpatienten infrage.
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Doch auch bekannte Medikamente zeigen präventive Effekte: SGLT2-Hemmer senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Und eine Impfung gegen Gürtelrose reduziert das Demenzrisiko um 24 Prozent – das legt eine Studie mit über 500.000 Teilnehmern nahe.
Soziale Medien: Fluch für Senioren
Die Forschung untersucht zunehmend externe Einflüsse auf die Psyche. Eine Studie der York University zeigt: Bei über 55-Jährigen korreliert intensive Social-Media-Nutzung mit schlechterer psychischer Verfassung. E-Mails hingegen wirken positiv.
Fachleute warnen: Suchtartige Nutzung digitaler Plattformen fördert Schlafstörungen, Depressionen und Stress.
Mundgesundheit als Schlüssel
Forscher des Fraunhofer IZI haben einen Wirkstoff identifiziert, der Parodontitis-Erreger blockiert. Das ist relevant, weil Parodontitis als Risikofaktor für Diabetes, Rheuma und Alzheimer gilt. Die gezielte Beeinflussung des oralen Mikrobioms gewinnt an Bedeutung für die Prävention.
EU-Forschung: Milliarden für die Zukunft
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Wissenschaftsorganisationen fordern für den nächsten EU-Finanzrahmen ab 2028: 220 Milliarden Euro für das Forschungsprogramm FP10 und 60 Milliarden Euro für Erasmus+.
In Görlitz zeigt ein Projekt des Deutschen Zentrums für Astrophysik, wie Fachkräfte in die Region Lausitz gelockt werden sollen. Das DZA plant bis 2038 rund 1.000 Beschäftigte. Auch die neuen Musterungszentren in Jena und Regensburg bringen ziviles Personal in die Forschungsstandorte – der Aufbau startet ab 2027.
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