Alzheimer-Früherkennung: Neuer Bluttest mit 90% Sicherheit verfügbar
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 08:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein einfacher Bluttest soll die Krankheit jetzt früher erkennen – und das mit über 90-prozentiger Sicherheit.
Seit dem 1. Juli ist der pTau217-Bluttest in der EU verfügbar. Die Zulassung erfolgte bereits im Mai. Das Verfahren misst das Tau-Protein im Blut, wie Experten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bestätigen. Der Test kostet zwischen 100 und 150 Euro – und wird von den Krankenkassen nicht übernommen. Er dient als Indikator, nicht als alleinige Diagnosegrundlage.
Smartphone statt Arztpraxis
Parallel dazu verändern digitale Anwendungen die Früherkennung. Die App „neotivTrials“ liefert erstaunliche Ergebnisse: Regelmäßige Gedächtnistests über wenige Monate erkennen Signale, die sonst acht Jahre klinische Beobachtung erfordern. Die Studie erschien im Juni im Fachjournal npj Digital Medicine.
Noch niedrigschwelliger wird der Zugang in München. In 14 Apotheken konnten Menschen über 60 einen 30-minütigen Gedächtnis-Check auf dem Tablet absolvieren. Ergebnis nach elf Monaten: 167 auswertbare Teilnahmen. Personen mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen wurden direkt an Ärzte vermittelt.
Sanftere Scanner für Demenz-Patienten
Das LMU Klinikum setzt jetzt auf einen neuartigen PET-Scanner namens „NeuroLF“. Das Besondere: Das Gerät verzichtet auf die enge Röhre. Das macht den Scan für Demenz-Patienten viel angenehmer. Die Technik macht Amyloid-Ablagerungen im Gehirn sichtbar – eine Voraussetzung für neue Antikörper-Therapien.
Einen Meilenstein meldet das Barcelona?eta Brain Research Center: Seit der Installation vor zehn Jahren wurden 10.000 MRT-Scans durchgeführt. Die Daten fließen in Vorhersage-Algorithmen für Alzheimer.
Seit Juli ist ein Bluttest auf pTau217 mit über 90% Sicherheit verfügbar – ohne Nervenwasserpunktion. Erfahren Sie, wie Sie das Verfahren für Ihre Angehörigen nutzen und welche Lebensstil-Änderungen das Risiko senken. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Lebensstil als Medizin
Fast die Hälfte aller Demenzfälle könnte vermeidbar sein. Das legt eine Untersuchung in The Lancet Healthy Longevity nahe. Die Rezepte: Sport, Rauchverzicht, soziale Kontakte.
Eine Langzeitstudie mit 1.865 Teilnehmern über 15 Jahre liefert konkrete Zahlen: Eine entzündungshemmende Ernährung senkt das Demenzrisiko um bis zu 29 Prozent – selbst wenn bereits Alzheimer-Marker vorhanden sind. Die mediterrane Diät bestätigt diesen Effekt für Menschen über 50.
Kreatin als Nahrungsergänzung zeigt ebenfalls Potenzial. Eine Studie aus 2026 belegt: 0,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht mildert die kognitive Verschlechterung durch Schlafmangel um bis zu 12 Prozent. In einer Alzheimer-Pilotstudie führten 20 Gramm täglich über acht Wochen zu besseren Testergebnissen.
Hoffnung für Hirntumor und Huntington
Die Phase-1-Studie NOA 16 testete einen Peptidimpfstoff gegen die IDH1-Mutation bei Astrozytom-Patienten. Acht Jahre später lebten noch 66 Prozent der 33 Teilnehmer. Eine größere Folgestudie startet im März 2027.
Unsicher über Ihr eigenes Alzheimer-Risiko? Der neue Bluttest gibt Klarheit – und zwar frühzeitig. Unser Ratgeber zeigt, wie die Früherkennung funktioniert und welche Schritte Sie jetzt gehen sollten. Ratgeber zur Früherkennung sichern
Für die Huntington-Krankheit wird der Wirkstoff „anle138b“ erprobt. In Mausmodellen reduzierte er Proteinverklumpungen und steigerte die Lebenserwartung. Die „Alzheimer's Tau Platform“ (ATP) startete zudem eine großangelegte Studie. Ziel: Amyloid- und Tau-Ablagerungen kombinieren behandeln – bevor erste Symptome auftreten.
Fachbeiträge in The Biochemist vom Juli 2026 verweisen auf die Präzisionsimmunologie. Durch Antigen-Design und Nanotechnologie könnten fehlgefaltete Proteine im Gehirn gezielter bekämpft werden. Forscher untersuchen zudem die Darm-Hirn-Achse: Ein Stoffwechselprodukt von Darmbakterien kann die Blut-Hirn-Schranke stören und die Tau-Pathologie verschlechtern.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
