Alzheimer, KI-Bluttest

Alzheimer: KI-Bluttest erkennt Erkrankung mit 92 Prozent Genauigkeit

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-Bluttest erkennt Alzheimer frühzeitig. Neue Antikörper-Studien zeigen vielversprechende Sicherheitsdaten. Grippeimpfung senkt Demenzrisiko deutlich.

Alzheimer-Forschung 2026: KI-Bluttest und neue Antikörper-Studien
Moderne medizinische Laborausrüstung mit Reagenzgläsern und einem Mikroskop für die Alzheimer-Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Alzheimer-Forschung meldet Mitte 2026 gleich mehrere Durchbrüche. Neue Antikörper-Therapien, überraschende Erkenntnisse zu Grippeimpfungen und KI-gestützte Bluttests verschieben die Grenzen dessen, was in der Demenzbekämpfung möglich ist.

KI-Bluttest erkennt Alzheimer mit 92 Prozent Genauigkeit

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben einen KI-gestützten Bluttest entwickelt, der die Fehlfaltung des Amyloid-beta-Proteins mit 92-prozentiger Genauigkeit nachweist. Die Methode erkennt die Erkrankung bis zu sieben Jahre vor dem Auftreten erster klinischer Symptome. Die Daten stammen aus einer 17-jährigen Langzeitstudie mit 779 Teilnehmern.

Ergänzend dazu erhielt Beckman Coulter Diagnostics Anfang Juli die CE-Kennzeichnung für einen p-Tau217-Bluttest. Das Verfahren bewertet die amyloide Pathologie bei Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen und läuft auf speziellen Analysegeräten des Herstellers.

Neue Antikörper-Studien liefern vielversprechende Daten

ProMIS Neurosciences veröffentlichte Zwischenergebnisse der Phase-1b-Studie PRECISE-AD für den Antikörper-Kandidaten PMN310. An der Untersuchung nahmen 136 Patienten teil. Die verblindeten Sechs-Monats-Daten zeigten ein vorteilhaftes Sicherheitsprofil: Keine Fälle von ARIA-E (vasogene Ödeme) traten auf. Die Gesamt-ARIA-Rate lag bei 4,4 Prozent – ausschließlich leichte, asymptomatische Mikroblutungen.

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Bei den Biomarkern zeigten 68,5 Prozent der Probanden einen Rückgang von pTau217 im Plasma, 62,5 Prozent eine Reduktion von MTBR-tau243 im Liquor. Die abschließenden Zwölf-Monats-Ergebnisse werden für das erste Quartal 2027 erwartet.

Parallel dazu schloss AriBio die Datenerhebung für die Phase-3-Studie POLARIS-AD ab. In dieser groß angelegten Untersuchung testete das Unternehmen den Wirkstoff AR1001 an 1.535 Patienten in 13 Ländern. Erste Ergebnisse werden noch 2026 erwartet, eine detaillierte Präsentation ist für November auf einem Fachkongress in Boston geplant.

Grippeimpfung senkt Alzheimer-Risiko um bis zu 55 Prozent

Eine in der Fachzeitschrift Neurology Ende Juli veröffentlichte Beobachtungsstudie mit fast 200.000 Senioren liefert überraschende Ergebnisse: Eine hochdosierte Grippeimpfung könnte das Alzheimer-Risiko um etwa 55 Prozent senken. Bei einer Standardimpfung betrug die Reduktion rund 40 Prozent. Der Effekt trat besonders deutlich bei Frauen auf.

Die WHO aktualisierte im Juli zudem ihre Leitlinien zum Einsatz von Medikamenten zur Senkung des Demenzrisikos. Demnach können SGLT2-Hemmer das Risiko um 43 Prozent und GLP-1-Agonisten um 33 Prozent reduzieren. In diesem Zusammenhang startete die Phase-III-Studie PrevenTRON mit 1.600 Teilnehmern, die die Wirkung von Trontinemab untersucht.

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Neue Ansätze abseits der Amyloid-Hypothese

Wissenschaftler der Monash University veröffentlichten Ende Juli Ergebnisse zu einem kupferbasierten Medikament namens Cu(ATSM). In Laboruntersuchungen stabilisierte das Präparat die Blut-Hirn-Schranke und reduzierte toxisches Amyloid-beta um 42 Prozent. Das räumliche Lernen verbesserte sich in den Versuchsmodellen um 44 Prozent.

Eine weitere Studie untersuchte die Rolle der Mikroglia bei Schlafstörungen von Alzheimer-Patienten. Durch den Einsatz des Wirkstoffs Pexidartinib gelang es in einem Mausmodell, die tägliche Schlafdauer um mehr als zwei Stunden zu erhöhen – ohne die Plaque-Last direkt zu reduzieren. Das deutet darauf hin, dass die Beeinflussung von Entzündungsprozessen die Lebensqualität unabhängig von Proteinablagerungen verbessern könnte.

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