Alzheimer, Erkrankung

Alzheimer: KI erkennt Erkrankung bis zu zwei Jahre früher

29.05.2026 - 23:23:16 | boerse-global.de

Neue KI und Bluttests erkennen Alzheimer früher. Prävention durch Statine und Impfungen zeigt vielversprechende Ergebnisse in Studien.

Alzheimer: KI erkennt Erkrankung bis zu zwei Jahre früher - Foto: über boerse-global.de
Alzheimer: KI erkennt Erkrankung bis zu zwei Jahre früher - Foto: über boerse-global.de

60 bis 80 Prozent dieser Fälle gehen auf Alzheimer zurück. Bis 2050 könnte die Zahl laut Hochrechnungen der Universität Leipzig auf bis zu 2,7 Millionen steigen.

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Neue Plattform und digitaler „CareTable“ für den Alltag

Ende Mai 2026 ging die Patientenwebsite „Leben mit Alzheimer“ online. Sie soll Betroffenen und Angehörigen den Alltag erleichtern. Parallel dazu startete in einer Hamburger Einrichtung der „CareTable“ – ein großformatiges Touchdisplay, das Demenzkranke durch Spiele und Medien aktiviert.

Auch die Begleitung pflegender Angehöriger rückt in den Fokus. Eine US-Pilotstudie, veröffentlicht 2026 in „JAMA Network Open“, zeigte: Eine digitale Plattform für gemeinsame Erinnerungsarbeit kann die antizipatorische Trauer von Angehörigen lindern.

KI erkennt Alzheimer bis zu zwei Jahre früher

Ende Mai 2026 wurde das KI-System „DementAI“ ausgezeichnet. Es analysiert vorhandene Patientendaten und soll Alzheimer bis zu zwei Jahre früher erkennen. Das System nutzt synthetische Daten für datenschutzkonforme Analysen auf Cloud-Plattformen.

Bluttests gewinnen parallel an Bedeutung. Eine am 29. Mai 2026 in „The Lancet“ veröffentlichte Studie mit 1.350 Teilnehmern belegt die Wirksamkeit von Biomarkern wie P-Tau217. Personen mit positiven Testergebnissen hatten ein bis zu vierfach höheres Risiko für raschen kognitiven Verfall innerhalb von fünf Jahren.

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Forscher der Ruhr-Universität Bochum entwickelten zudem einen Immuno-Infrarot-Sensor, der fehlgefaltete Proteine im Blut nachweist. Das Verfahren wird bereits in klinischen Studien eingesetzt und strebt eine Zulassung nach der EU-IVDR-Verordnung an. Ein Wiener Start-up arbeitet an einem Augenscan, der Zellveränderungen auf der Netzhaut mittels Astronomie-Technologie erkennt.

Prävention: Statine senken Risiko um bis zu 63 Prozent

Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle ließen sich durch präventive Maßnahmen verzögern oder verhindern. Eine Metaanalyse mit sieben Millionen Patienten vom Januar 2025 zeigte: Die langfristige Einnahme von Statinen senkt das Alzheimer-Risiko bei bestimmten Patientengruppen um bis zu 63 Prozent – sofern die Behandlung vor dem 70. Lebensjahr beginnt.

Studien aus dem Frühjahr 2026 deuten auf den Einfluss von Impfungen und Ernährung hin. Hochdosierte Grippeimpfungen könnten einen stärkeren Schutzeffekt bieten als Standardimpfstoffe. Eine gesunde pflanzliche Kost wird mit einer Risikoreduktion von sieben Prozent in Verbindung gebracht.

Die Krankheitslast verteilt sich ungleich. In der Altmark in Sachsen-Anhalt ist statistisch jede 38. Person von Demenz betroffen – die höchste Quote bundesweit. Eine Untersuchung der Universität Leipzig von Ende Mai 2026 mit 19.000 Probanden ergab: Rund 40 Prozent der über 60-Jährigen erfüllen Kriterien für frühe Warnzeichen (SCD Plus). Zusammenhänge bestehen mit Depressionen, Bluthochdruck und Diabetes.

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