Alzheimer-Krankheit: Ausbruch verschiebt sich in höheres Lebensalter
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Deutschland leben nach neuen Berechnungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) derzeit rund 1,78 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die Auswertungen, die zum Weltalzheimertag am 21. September vorgestellt wurden, liefern eine differenzierte Bestandsaufnahme der aktuellen Lage und skizzieren die zu erwartende Entwicklung der kommenden Jahrzehnte.
Demografische Faktoren und langfristige Prognosen
Für die Zukunft prognostiziert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft einen weiteren Anstieg der Betroffenenzahlen. Bis zum Jahr 2050 könnte die Zahl der Demenzkranken auf 2,3 bis 2,6 Millionen Menschen anwachsen, solange keine wirksame Therapie zur Verfügung steht.
Noch im Jahr 2023 waren Experten von einem Anstieg auf bis zu 2,7 Millionen Betroffene im Jahr 2050 ausgegangen. Die genaue Entwicklung der Prognosewerte hängt maßgeblich von Parametern wie der Lebenserwartung, der Geburtenrate und der Zuwanderung ab.
Als wesentliche Ursachen für die steigende Gesamtzahl nennt die DAlzG die generell zunehmende Lebenserwartung sowie das Erreichen des Seniorenalters durch die geburtenstarken Jahrgänge.
Den aktuellen Berechnungen liegen neu ermittelte Prävalenzraten von Alzheimer Europe aus dem Jahr 2026 zugrunde, an deren Auswertung Prof. Dr. René Thyrian und Dr. Iris Blotenberg vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) beteiligt waren. René Thyrian vom DZNE verweist darauf, dass sich der durchschnittliche Beginn der Erkrankung tendenziell in ein höheres Lebensalter verschiebt.
Wer sich mit der langfristigen Erhaltung der geistigen Fitness beschäftigt, kann bereits im Alltag mit einfachen Methoden gegensteuern. Dieser kostenlose Ratgeber liefert 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen und zeigt, wie man Demenz gezielt vorbeugen kann. 11 Alltagsübungen zur Demenzvorbeugung jetzt kostenlos sichern
Betroffene Altersgruppen und Verteilung der Krankheitsformen
Bezüglich der medizinischen Diagnoseformen zeigt die Auswertung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, dass rund zwei Drittel aller Demenzkranken von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind. Demenzerkrankungen treten zudem nicht ausschließlich im hohen Alter auf: Den Angaben zufolge sind rund 85.000 Betroffene und damit fast 5 Prozent der Erkrankten jünger als 65 Jahre.
Regionale Unterschiede und Forderungen an die Pflege
Auf Länderebene zeichnen sich sowohl in absoluten Zahlen als auch im Bevölkerungsanteil deutliche Unterschiede ab. Bezogen auf die reine Kopfzahl leben die meisten Demenzkranken in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.
Beim prozentualen Anteil der Erkrankten an der jeweiligen Gesamtbevölkerung liegen ostdeutsche Bundesländer an der Spitze: Den höchsten Anteil verzeichnen Sachsen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 2,6 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 2,5 Prozent.
Angesichts der steigenden Zahlen ist es für Betroffene und Angehörige wichtig, erste Warnsignale frühzeitig und diskret einordnen zu können. Dieser anonyme 7-Fragen-Selbsttest wurde mit Experten entwickelt und liefert in nur zwei Minuten eine erste Einschätzung. Hier geht es zum kostenlosen Demenz-Selbsttest
Die geringsten Anteile weisen hingegen die Stadtstaaten auf; in Berlin liegt der Wert bei 1,8 Prozent und in Hamburg bei 1,7 Prozent. Angesichts der anhaltenden demografischen Dynamik und der wachsenden Belastungen für Angehörige und Versorgungsstrukturen forderte der DAlzG-Vorsitzende Swen Staack eine grundlegende Reform des Pflegesystems.
