Alzheimer-Prävention, Diabetes-Medikamente

Alzheimer-Prävention: Diabetes-Medikamente senken Risiko um 43%

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 09:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine 100-Millionen-Dollar-Studie testet Lebensstil und GLP-1-Medikamente gegen Demenz. Bluttests erkennen Alzheimer frühzeitig.

Alzheimer-Forschung: Neue Kombi-Studie und Bluttests
Eine ältere Hand hält eine Pille, während die andere einen Tablet-Bildschirm mit Gehirndaten und gesunden Lebensstilen berührt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse.

100 Millionen für die PROTECT-Cog-Studie

Mitte Juli 2026 wurde in London ein milliardenschweres Forschungsprojekt vorgestellt. Die PROTECT-Cog-Studie untersucht, ob die Kombination aus dem bewährten Lebensstilprogramm „U.S. POINTER“ und einem GLP-1-Rezeptor-Agonisten das Demenzrisiko senken kann. 100 Millionen Dollar fließen in die Studie. Drei Jahre lang werden die Teilnehmer begleitet, alle sechs Monate gibt es umfassende Checks.

Parallel dazu liefert die LatAm-FINGERS-Studie handfeste Ergebnisse. In elf lateinamerikanischen Ländern verbesserten kulturell angepasste Ernährungs- und Bewegungsprogramme das Gedächtnis von Risikogruppen messbar.

Diabetes-Medikamente schützen das Gehirn

Große Datenauswertungen liefern neue Erkenntnisse zur medikamentösen Prävention. Eine im Juni 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie mit über 112.000 Teilnehmern zeigt: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent. Bei GLP-1-Agonisten liegt die Risikoreduktion bei 33 Prozent.

Bald könnten noch mehr Patienten von diesen Wirkstoffen profitieren. Für Mitte August 2026 erwartet die Branche den Markteintritt einer oralen Semaglutid-Tablette. Die EMA hat bereits grünes Licht gegeben. Kein Wunder: Rund 46,5 Prozent der Betroffenen bevorzugen die Tablette gegenüber der Spritze.

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Auch der Wirkstoff KCL-286 macht Hoffnung. Er zielt auf die DNA-Reparatur in Neuronen ab und hat erste Sicherheitsprüfungen bestanden.

Bluttests erkennen Alzheimer frühzeitig

Die Früherkennung wird einfacher und günstiger. Seit Juli 2026 sind in der EU hochsensible pTau217-Bluttests von Roche, Fujirebio und Beckman Coulter verfügbar. Die Genauigkeit liegt bei über 90 Prozent, der Preis zwischen 100 und 150 Euro.

Auch die Bildgebung macht Fortschritte. An der LMU München ging ein offener PET-Scanner namens NeuroLF in Betrieb. Münchner Apotheken bieten zudem tablet-basierte Gedächtnischecks für Menschen über 60 an.

45 Prozent der Demenzfälle vermeidbar

Die Lancet-Kommission hält bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle für vermeidbar – durch veränderbare Risikofaktoren. Eine 15-Jahres-Studie der Universität Ljubljana mit über 1.800 Teilnehmern bestätigt: Die MIND-Diät senkt das Demenzrisiko um bis zu 35 Prozent. Eine allgemein entzündungshemmende Ernährung reduziert es immerhin um 21 bis 29 Prozent.

Bewegung bleibt ein entscheidender Faktor. Bereits 3.000 Schritte täglich verlangsamen die Ansammlung von Tau-Proteinen. Wer es auf 2,5 Stunden aerobes Training pro Woche bringt, verbessert seine kognitive Leistung um 30 Prozent.

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Als neuer Umweltrisikofaktor wurde 6PPD-Chinon identifiziert. Die Chemikalie stammt aus Reifenabrieb und gilt als potenzieller Auslöser für Alzheimer.

Profifußball: Gefahr fürs Gehirn

Eine Mitte Juli 2026 vorgestellte Studie an 142 ehemaligen Profifußballern zeigt alarmierende Ergebnisse. 31 Prozent leiden unter Depressionen – in der Kontrollgruppe sind es nur 9 Prozent. Angstzustände treten bei 42 Prozent der Ex-Profis auf (Kontrollgruppe: 25 Prozent). MRT-Aufnahmen belegten bei rund zwei Prozent der Athleten eine klinisch signifikante Hirnatrophie im Frontallappen und Thalamus.

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