Alzheimer-Psychose, Remlifanserin

Alzheimer-Psychose: Remlifanserin verfehlt primÀres Studienziel knapp

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SekundĂ€re Messwerte und Sicherheitsdaten liefern positive Hinweise; Acadia setzt die Phase-3-PrĂŒfungen fort und streicht die 30-mg-Dosis.

Acadia Pharmaceuticals: RADIANT-Studie verfehlt Hauptziel knapp
Ein Glasbecher mit einer klaren FlĂŒssigkeit auf einem sterilen Labortisch in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Erforschung wirksamer Behandlungen fĂŒr neuropsychiatrische Symptome bei Demenzerkrankungen bleibt ein herausforderndes Feld fĂŒr die biopharmazeutische Industrie. Laut Berichten vom 24. September 2026 hat das US-Unternehmen Acadia Pharmaceuticals die Ergebnisse seiner Phase-2-Studie RADIANT vorgelegt.

In dieser Untersuchung wurde der Wirkstoff Remlifanserin zur Behandlung von Psychosen im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit getestet. Die Daten zeichnen ein gemischtes Bild: WĂ€hrend der primĂ€re Endpunkt der Studie knapp verfehlt wurde, lieferten sekundĂ€re Messparameter und Sicherheitsdaten Ansatzpunkte fĂŒr die weitere klinische Entwicklung.

Ergebnisse des primÀren Endpunkts und Dosierungsunterschiede

Im Zentrum der RADIANT-Studie stand die VerĂ€nderung der Symptomatik nach einem Behandlungszeitraum von sechs Wochen, gemessen auf der SAPS-H+D-Skala (Scale for the Assessment of Positive Symptoms – Hallucinations and Delusions).

Die Auswertung der Studiendaten ergab fĂŒr die Patientengruppe, die tĂ€glich eine Dosis von 60 mg Remlifanserin erhielt, eine Verbesserung von -12,6 Punkten. Im Vergleich dazu verzeichnete die Placebo-Gruppe eine Reduktion von -10,4 Punkten.

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Mit einem p-Wert von 0,0603 verfehlte die Studie damit die statistische Signifikanz fĂŒr den primĂ€ren Endpunkt nur geringfĂŒgig. Die EffektstĂ€rke fĂŒr diese Dosierung wurde mit 0,26 angegeben. Deutlich weniger wirksam erwies sich die niedrigere Dosierung: Patienten, die lediglich 30 mg des Wirkstoffs erhielten, zeigten laut den vorliegenden Berichten nur eine minimale beziehungsweise begrenzte Verbesserung im Vergleich zur Kontrollgruppe.

SekundÀre Endpunkte und klinische Sicherheit

Trotz des Verfehlens des Hauptziels lieferten die sekundĂ€re Endpunkte der RADIANT-Studie positive Signale. Besonders hervorzuheben ist die VerĂ€nderung auf der CGI-S-ADP-Skala (Clinical Global Impression-Severity – Alzheimer’s Disease Psychosis).

Hier wurde ein Wert von -1,3 fĂŒr die Wirkstoffgruppe gegenĂŒber -0,9 in der Placebo-Gruppe ermittelt. Dies entspricht einer EffektstĂ€rke von 0,37 und einem nominalen p-Wert von 0,0077, was auf eine klinisch relevante Verbesserung hindeutet.

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Ein wesentlicher Aspekt fĂŒr die potenzielle ZulassungsfĂ€higkeit eines Medikaments in dieser vulnerablen Patientengruppe ist das Sicherheitsprofil. Die Analysen ergaben, dass die Anzahl der Sicherheitsereignisse unter Remlifanserin auf einem Ă€hnlichen Niveau wie in der Placebo-Gruppe lag.

Besonders wichtig fĂŒr die kardiologische Sicherheit ist das Ausbleiben eines sogenannten QT-Signals, das auf Herzrhythmusstörungen hindeuten könnte. Zudem wurden im Rahmen der Studie keine TodesfĂ€lle verzeichnet.

Strategische Konsequenzen und Ausblick auf Fachkonferenzen

Acadia Pharmaceuticals zieht aus den vorliegenden Daten Konsequenzen fĂŒr das weitere Studienprogramm. Das Unternehmen beabsichtigt, zwei bereits laufende Phase-3-Studien fortzufĂŒhren. Aufgrund der begrenzten Wirksamkeit der niedrigeren Dosierung in der RADIANT-Studie soll der Behandlungsarm mit 30 mg jedoch gestrichen werden, um den Fokus auf die effektivere 60-mg-Dosis zu legen.

Die Fachwelt erwartet eine detaillierte PrĂ€sentation der Studienergebnisse auf der Konferenz „Clinical Trials on Alzheimer's Disease“ (CTAD), die vom 16. bis zum 19. November 2026 in Boston stattfinden soll. Dort dĂŒrften weitere Details zur Patientenreaktion und zur statistischen Verteilung der Daten erörtert werden.

Reaktionen am Kapitalmarkt

Die Veröffentlichung der Studiendaten am 24. September 2026 fĂŒhrte zu einer deutlichen Reaktion an den Börsen. Anleger werteten das Verfehlen des primĂ€ren Endpunkts kritisch. Im vorbörslichen Handel sank die Aktie von Acadia Pharmaceuticals zunĂ€chst um 10 %.

Berichte von Marktdatenanbietern bezifferten den RĂŒckgang zeitweise auf bis zu -12,68 % bei einem Realtime-SchĂ€tzwert von 22,20 USD, ausgehend von einem vorherigen Schlusskurs von 25,43 USD. Andere Handelsplattformen wiesen Kursnotierungen von 22,53 USD aus, was einem Minus von 11,40 % entspricht. In weiteren Marktberichten wurde der vorbörsliche Kursverlust mit 8,1 % angegeben.

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