Alzheimer: Schwedischer Wirkstoff überwindet Blut-Hirn-Schranke
16.06.2026 - 14:31:56 | boerse-global.de
Ein schwedischer Wirkstoffkandidat zeigt vielversprechende Ergebnisse in der frühen klinischen Phase. Parallel liefern experimentelle Ansätze und digitale Diagnostik neue Impulse.
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NeuroRestore ACD856: Phase-Ib-Studie erfolgreich abgeschlossen
AlzeCure Pharma meldete am heutigen Dienstag den erfolgreichen Abschluss einer klinischen Phase-Ib-Studie für seinen Wirkstoffkandidaten ACD856. Das unter dem Namen NeuroRestore entwickelte Medikament erwies sich als gut verträglich – ohne Sicherheitsbedenken.
Der entscheidende Durchbruch: Die Daten bestätigten einen Konzentrationsanstieg des Wirkstoffs im Blut und in der Gehirnrückenmarksflüssigkeit. Damit ist belegt, dass ACD856 die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Chief Medical Officer Segerdahl betonte, die Ergebnisse dienten als Grundlage für die Dosierung künftiger Studien.
Bereits 2025 förderte der Europäische Innovationsrat (EIC) die Entwicklung. Noch 2026 soll eine Phase-II-Studie starten.
Experimentelle Ansätze: Vom Mausmodell bis zum Einzelfall
Forscher der ETH Zürich veröffentlichten in Cell Reports Medicine Ergebnisse zu einem Wirkstoff namens CPD10. Bei 18 Monate alten Mäusen mit Alzheimer-Symptomen hemmte die Substanz die Verklumpung des Proteins GRK2 in Nervenzellen. Die Folge: weniger Beta-Amyloid-Plaques und geschützte Mitochondrien. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
Ein Fallbericht in Frontiers in Neuroscience dokumentierte zudem eine 80-jährige Patientin im Spätstadium. Nach der Gabe von Psilocybin-Pilzen zeigten sich vorübergehende Verbesserungen bei Sprache, Motorik und Kontinenz. Die Forscher betonten jedoch: Es handelt sich um einen Einzelfall, keine dauerhafte Heilung oder allgemeine Wirksamkeit.
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Smartphone-App beschleunigt Diagnose
Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) veröffentlichte eine Studie in npj digital medicine zum Einsatz der App neotivTrials. 202 Teilnehmer zwischen 52 und 85 Jahren führten über sieben bis zwölf Monate alle zwei Wochen Gedächtnistests per Smartphone durch.
Die Ergebnisse: Digitale Tests erkennen kognitiven Abbau bei leichter Beeinträchtigung (MCI) schneller als herkömmliche Verfahren. Die Daten deckten sich mit Langzeitwerten aus acht Jahren. Experten sehen Potenzial, Therapiestudien künftig deutlich zu verkürzen – weil Veränderungen präziser und zeitnaher dokumentiert werden.
