Alzheimer-Versorgung: Bumrungrad bündelt vier Fachbereiche im Behandlungspfad
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 20:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Versorgung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen erfordert zunehmend vernetzte Versorgungsstrukturen. Das in Thailand ansässige Bumrungrad Hospital hat ein ganzheitliches Versorgungsmodell für Alzheimer vorgestellt, das die Fachbereiche Neurologie, Alterspsychiatrie, Geriatrie und klinische Ernährung systematisch zusammenführt. Das Konzept deckt den gesamten Krankheitsverlauf von der Früherkennung über die medikamentöse Therapie bis hin zur Langzeitpflege ab.
Multidisziplinäre Diagnostik und frühe Intervention
Das Modell des Krankenhauses setzt auf eine lückenlose Versorgungskette. Für die Diagnostik nutzt die Einrichtung moderne Biomarker sowie Amyloid-PET-Scans, um krankheitsbedingte Veränderungen im Gehirn frühzeitig festzustellen.
Bei geeigneten Patienten in frühen Krankheitsphasen kommen Amyloid-Antikörper im Rahmen einer krankheitsmodifizierenden Therapie zum Einsatz. Neben der medizinischen Behandlung bezieht das Konzept Lebensstilfaktoren ein und empfiehlt unter anderem eine mediterrane Ernährung.
Organisatorisch ist das Angebot in der Memory Clinic des Krankenhauses verortet, die sich im 19. Stock des Gebäudes A befindet und telefonisch unter 02 066 8888 sowie 1378 erreichbar ist. Im Newsweek-Ranking 2026 wurde das Bumrungrad Hospital im zweiten Jahr in Folge als bestes Spezialkrankenhaus im Asien-Pazifik-Raum für Neurologie sowie im dritten Jahr in Folge für Neurochirurgie geführt.
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Wachsende Belastung der Gesundheitssysteme
Hintergrund der Initiative ist der weltweite Anstieg kognitiver Erkrankungen. Nach von Bumrungrad zitierten Daten der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit rund 57 Millionen Menschen mit Demenz, wobei jährlich fast 10 Millionen Neuerkrankungen verzeichnet werden.
Auf Alzheimer entfallen dabei 60 bis 70 Prozent aller Fälle. In Thailand selbst sind nach denselben Angaben rund 800.000 bis 1.000.000 Menschen ab 60 Jahren betroffen, was einem Anteil von 6 bis 8 Prozent der Senioren entspricht.
Auch andere asiatische Staaten stehen vor der Aufgabe, Diagnose und Versorgung besser abzustimmen. In China wurde in Peking ein Programm für einen geschlossenen Kreislauf aus Früherkennung, Behandlung, Rehabilitation und Pflege vorgestellt, das in einer ersten Phase in 30 Gemeinden anläuft.
Hintergrund ist dort eine stark alternde Bevölkerung mit über 323 Millionen Einwohnern ab 60 Jahren Ende 2025. Da 95 Prozent der dortigen Patienten erst im mittleren oder späten Stadium diagnostiziert werden, belaufen sich die jährlichen Pflegekosten pro Familie auf rund 120.000 Yuan. Ein seit 2025 bestehender nationaler Aktionsplan zielt auf den Aufbau eines umfassenden Präventionssystems bis 2030 ab.
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Hürden bei Versorgungspfaden und neuen Therapien
Der Aufbau strukturierter Pfade verläuft international jedoch uneinheitlich. Eine Untersuchung von Altems Advisory in neun italienischen Regionen ergab, dass 75 Prozent der Menschen mit Demenz nicht in strukturierte Versorgungspfade eingebunden sind.
Giovanna Zamboni, Professorin für Neurologie an der Universität Modena und Reggio Emilia, betonte auf einer Fachveranstaltung, dass neue Antikörpertherapien den kognitiven Abbau bei ausgewählten Frühphasenpatienten verlangsamen, die Erkrankung jedoch nicht heilen können.
In den Niederlanden zeigte eine Verkennung der Organisation ZonMw, dass krankheitsmodifizierende Medikamente international zwar verfügbar sind, im dortigen Gesundheitssystem jedoch wegen geringer Effekte und des Risikos schwerer Nebenwirkungen bislang nicht zum Basispaket gehören.
Ein neuer Versorgungspfad erfordere zwingend eine präzise Frühdiagnostik sowie ein engmaschiges Monitoring von Nebenwirkungen. Der ganzheitliche Ansatz des Bumrungrad Hospitals spiegelt den internationalen Trend wider, neurologische Spezialdiagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung enger miteinander zu verzahnen.
