Achtung, FledermÀuse

Achtung, FledermÀuse - Höhlen ab Herbst nicht mehr betreten

18.08.2024 - 08:36:18 | dpa.de

Am Samstag ist wieder «Batnight» - NaturschĂŒtzer informieren deutschlandweit ĂŒber die Fledermaus. Menschen können helfen, die gefĂ€hrdeten Tiere zu schĂŒtzen. Zum Beispiel beim Wandern im Herbst.

  • Bei der «Batnight» am 24. August dreht sich alles um die Fledermaus. (Archivbild) - Foto: Thomas Frey/dpa
  • Höhlen sollten im Herbst und Winter nicht betreten werden, um FledermĂ€use nicht zu stören. (Archivbild) - Foto: Daniel Vogl/dpa
  • Höhlen sollten im Herbst und Winter nicht betreten werden, um FledermĂ€use nicht zu stören. (Archivbild) - Foto: Daniel Vogl/dpa
  • Die Kleine Hufeisennase gilt in vielen BundeslĂ€ndern schon als ausgestorben. (Archivbild) - Foto: Pia Bayer/dpa
  • Die Große Hufeisennase in Deutschlands einziger Kolonie. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa
  • Die Große Hufeisennase in Deutschlands einziger Kolonie. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa
Bei der «Batnight» am 24. August dreht sich alles um die Fledermaus. (Archivbild) - Foto: Thomas Frey/dpa Höhlen sollten im Herbst und Winter nicht betreten werden, um FledermĂ€use nicht zu stören. (Archivbild) - Foto: Daniel Vogl/dpa Höhlen sollten im Herbst und Winter nicht betreten werden, um FledermĂ€use nicht zu stören. (Archivbild) - Foto: Daniel Vogl/dpa Die Kleine Hufeisennase gilt in vielen BundeslĂ€ndern schon als ausgestorben. (Archivbild) - Foto: Pia Bayer/dpa Die Große Hufeisennase in Deutschlands einziger Kolonie. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa Die Große Hufeisennase in Deutschlands einziger Kolonie. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa

Noch dĂŒrfen die Menschen sĂ€mtliche Höhlen der FrĂ€nkischen Schweiz erkunden, hineinklettern, die KĂŒhle genießen. Doch im Herbst ist weitgehend Schluss - denn viele Höhlen der markanten Felslandschaft im StĂ€dtedreieck NĂŒrnberg, Bamberg und Bayreuth sind wichtige RĂŒckzugsorte fĂŒr FledermĂ€use. Und die dĂŒrfen in ihrer Winterruhe keinesfalls gestört werden. Der spezielle Schutz im Winter ist ein Baustein, um gefĂ€hrdete Fledermausarten in Deutschland zu schĂŒtzen. 

Über FledermĂ€use informiert die «Batnight» (Fledermausnacht) am 24. August - deutschlandweit gibt es Aktionen und Veranstaltungen rund um die faszinierenden Tiere, die erst aktiv werden, wenn die DĂ€mmerung sich ĂŒbers Land breitet. 

Höhlen sind beliebt bei Wanderern und Touristen

Das Naturschutzgesetz sei in Sachen Winterquartiere eindeutig, sagt Nicole Meier. Sie ist beim bayerischen Naturschutzverband LBV Expertin fĂŒr FledermĂ€use und koordiniert ein Schutzprojekt fĂŒr die Hufeisennase. Winterquartiere fĂŒr FledermĂ€use dĂŒrfen vom 1. Oktober bis mindestens 31. MĂ€rz nicht betreten werden. Neben Höhlen zĂ€hlen zu den Winterquartieren auch bestimmte Stollen und Keller.

Das Problem: Gerade seit der Corona-Pandemie, als viele Menschen die heimische Natur fĂŒr sich als Ausflugsziel entdeckt haben, ist viel los etwa auf den Wanderwegen der FrĂ€nkischen Schweiz mit ihren zahllosen Höhlen. Und Höhlen sind auch in der kalten Jahreszeit interessant - auch wegen ihrer konstanten Temperatur oder wegen Vereisungen am Eingang. 

«Jede Höhle könnte ein Winterquartier sein»

Meier rÀt zu Vorsicht. «Man sollte immer davon ausgehen: Jede Höhle könnte ein Winterquartier sein.» Störungen seien problematisch, weil die FledermÀuse im Winter ihren Stoffwechsel herunterfahren. Registrieren sie GerÀusche, fÀhrt der Stoffwechsel wieder hoch - und das könnte letztlich Energiereserven schon vor Winter-Ende aufbrauchen. «Deshalb sollte man die Höhlen im Winter nicht betreten.» Es gebe alternativ Schauhöhlen, die touristisch erschlossen seien und die man besichtigen könne.

Der bayerische Landesverband fĂŒr Höhlen- und Karstforschung bittet: Höhlenexkursionen, RettungsĂŒbungen und andere TĂ€tigkeiten sollen auf die Monate Mai bis September verschoben werden. Auch das FrĂŒhjahr sei noch eine sensible Zeit, da es noch wenig Nahrungsangebot gebe.

Um auf die FledermĂ€use und ihre Winterruhe hinzuweisen, sind an vielen Höhlen spezielle Schilder angebracht - denn natĂŒrlich ist nicht lĂ€ngst jedes Winterquartier so bekannt wie das in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein: Rund 30.000 FledermĂ€use ĂŒberwintern dort. Die Kalkberghöhle ist dann geschlossen. Geöffnet hat sie im FrĂŒhjahr und im Sommer.

25 Fledermausarten leben in Deutschland

Und wie geht es den FledermĂ€usen generell in Deutschland? Etwa 25 Fledermausarten leben laut Naturschutzverband (Nabu) hier. Verallgemeinern lasse sich das nicht, sagt Uwe Hermanns, Sprecher des Bundesausschusses Fledermaus im Nabu. Es gebe regionale Unterschiede. Zum Beispiel im Forst: Einige Forstbetriebe nĂ€hmen RĂŒcksicht auf die FledermĂ€use und ihre Quartiere, andere weniger. 

Auch die intensive Landwirtschaft schade den Tieren, weil das Insektenangebot zurĂŒckgehe. Und: Den FledermĂ€usen fehlt es vielerorts an Wohnraum. Quartiere wie Fensterbretter, Keller oder Dachböden stĂŒnden immer seltener zur VerfĂŒgung, sagt Hermanns. NĂ€chtliche Beleuchtung schade den Tieren zusĂ€tzlich. Und schließlich können auch Windkraftanlagen zu Todesfallen fĂŒr FledermĂ€use werden.

Dabei seien FledermĂ€use ein wichtiger Teil des Ökosystems, da sie Schadinsekten fressen, sagt Hermanns. 

Kleine Hufeisennase in vielen BundeslÀndern schon ausgestorben

Die SchutzbemĂŒhungen fĂŒr die Tiere sind groß. Ein Beispiel aus Nordbayern: In Hohenburg in der Oberpfalz lebt nach LBV-Angaben Deutschlands letzte Kolonie der Großen Hufeisennase. Inzwischen hat sie sich stabilisiert: Seit Anfang der 2000er-Jahre sei sie wieder im Wachstum, sagt Meier. Jetzt hoffe man darauf, ein zweites Quartier fĂŒr die Tiere zu finden, damit sich der Bestand weiter stabilisiere. 

FĂŒr die oft nur fĂŒnf Gramm schwere Kleine Hufeisennase gebe es derzeit wenige Quartiere - teils seien die Populationen in schlechtem Zustand. Die Kleine Hufeisennase steht auf der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten und gilt in vielen deutschen BundeslĂ€ndern schon als ausgestorben. Der LBV habe 2021 ein Haus in der FrĂ€nkischen Schweiz ĂŒbernommen, in dem die Tiere leben, schildert Meier. Ziel ist es, gezielte Verbesserungen fĂŒr die Tiere zu schaffen, so dass sich die Population stabilisieren kann. 

 

 

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