AM5-Sockel: AMD verlängert Plattform-Support bis 2029
01.06.2026 - 05:09:52 | boerse-global.deAMD setzt auf Kontinuität: Der AM5-Sockel bleibt bis mindestens 2029 aktuell. Das gab der Chip-Hersteller auf der Computex 2026 in Taipeh bekannt.
Ursprünglich war das Ende der Plattform für 2027 vorgesehen. Mit der Verlängerung um zwei Jahre unterstreicht AMD seine Strategie, Desktop-Nutzern langfristige Stabilität zu bieten. Die Entscheidung erinnert an den Vorgänger AM4, der seit 2016 durchgehend unterstützt wird. Branchenbeobachter sehen darin ein klares Signal: AMD plant aktuell keinen schnellen Wechsel zu DDR6-Arbeitsspeicher oder PCIe 6.0. Die bestehende Infrastruktur soll mindestens sieben Jahre Bestand haben.
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Zen 6 und Zen 7: Die Architektur-Roadmap
Die kommenden Prozessorgenerationen Zen 6 und Zen 7 werden auf dem AM5-Sockel laufen. Zen 6, intern unter dem Codenamen Olympic Ridge bekannt, soll im 2-Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt werden. Noch weiter in die Zukunft blickt Zen 7: Hier sind Gerüchten zufolge Konfigurationen mit bis zu 32 Kernen und die Nutzung des A14-1,4-nm-Prozesses im Gespräch.
Parallel zur Sockel-Ankündigung stellte AMD EXPO Ultra Low Latency vor. Die neue Technologie für DDR5-Speicher verspricht eine Leistungssteigerung von rund vier Prozent gegenüber dem bisherigen EXPO-Standard und satte 13 Prozent im Vergleich zu JEDEC-Spezifikationen. Partner wie G.Skill, Kingston und Corsairs XPG-Marke werden die neuen Module unterstützen.
Zen 6 erreicht entscheidende Entwicklungsstufe
Die Entwicklung von Zen 6 für Desktop-Rechner – Codename Powderhorn – hat einen Meilenstein erreicht. Das B0-Silicon-Stepping soll getaped out sein, ein klares Zeichen, dass das Design kurz vor der Massenproduktion steht. Die neue Architektur wird voraussichtlich 12 Kerne und 48 MB L3-Cache pro Core-Complex-Die (CCD) bieten. Das wäre ein Sprung von 50 Prozent bei beiden Werten im Vergleich zu aktuellen Designs.
Der Marktstart für Zen-6-Desktop-Prozessoren wird zwischen Ende 2026 und dem ersten Quartal 2027 erwartet. Die Massenfertigung könnte in vier bis five Monaten anlaufen, der Lageraufbau ab Oktober beginnen. Im Serversegment soll die Zen-6-basierte EPYC-Venice-Serie bereits im Juli 2026 debütieren – rund ein halbes Jahr vor den Desktop-Varianten.
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Auch die Software-Unterstützung nimmt Gestalt an: Aktuelle Patches im Linux-Kernel erweitern die Erkennung für Zen-6-Prozessoren und reservieren Identifikatoren für 32 zusätzliche Modelle. Entwicklungsarbeiten laufen zudem in den Compiler-Projekten GCC und LLVM sowie im ROCm-Software-Stack.
Neue Hardware: Grafikkarte, Jubiläumsedition und X3D-Nachschub
Neben den Zukunftsplänen präsentierte AMD auch konkrete Neuheiten. Seit dem 1. Juni 2026 ist die Radeon RX 9070 GRE weltweit verfügbar. Der Preis liegt bei 549 Euro. Die Grafikkarte setzt auf den Navi-48-XL-GPU mit 12 GB GDDR6-Speicher und positioniert sich im oberen Midrange-Segment.
Zum zehnjährigen Jubiläum der AM4-Plattform erscheint am 25. Juni 2026 eine Sonderedition des Ryzen 7 5800X3D zum Preis von 349 Euro. AMD-Vizepräsident David McAfee bestätigte zudem, dass die Produktion von Zen-3-basierten Ryzen-5000-Chips wieder aufgenommen wird. Grund: Viele Nutzer scheuen die hohen DDR5-Preise und suchen günstige Aufrüstmöglichkeiten.
Für die aktuelle AM5-Plattform ist der Ryzen 7 7700X3D für den 16. Juli 2026 angekündigt. Der Preis soll bei 329 Euro liegen. Im Mobilbereich sind die kommenden Zen-6-Prozessoren mit dem Codenamen Medusa Point unterwegs. Sie sollen bis zu 24 Kerne bieten, eine RDNA-5-Grafikarchitektur integrieren und LPDDR6-Speicher unterstützen.
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