Amazon-Checkout: PayPal-Ratenzahlung und Wero ab sofort verfügbar
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der E-Commerce-Konzern Amazon hat am 7. August 2026 die Integration von PayPal-Ratenzahlungen und der europäischen Zahlungsinfrastruktur Wero in seinen deutschen Checkout-Prozess vollzogen. Damit erweitert das Unternehmen seine Bezahloptionen für Kunden in Deutschland und Österreich erheblich und setzt verstärkt auf flexible Finanzierungsmodelle sowie europäische Zahlungsstandards.
PayPal-Ratenzahlung mit erweiterten Laufzeiten
Die PayPal-Ratenzahlung steht seit Anfang August 2026 für Kunden in Deutschland und Österreich zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an über 40 Millionen PayPal-Nutzer in dieser Region, wobei die Nutzung eine erfolgreiche Bonitätsprüfung voraussetzt. Kunden können Einkäufe in einem preislichen Rahmen von 30 bis 10.000 Euro über Teilzahlungen finanzieren.
Die angebotenen Laufzeiten variieren zwischen 3 und 48 Monaten. Eine Besonderheit der Kooperation stellt die Exklusivität längerer Zeiträume dar: Während branchenübliche Modelle oft kürzer gefasst sind, sind Laufzeiten von 36 und 48 Monaten exklusiv bei Amazon verfügbar. Der effektive Jahreszins für dieses Finanzierungsmodell beläuft sich auf 11,49 Prozent, während der Sollzins zwischen 10,86 und 10,91 Prozent liegt.
In einer beispielhaften Berechnung führt dies bei einem Bestellwert von 1.000 Euro und einer Laufzeit von 12 Monaten zu monatlichen Raten von 88,33 Euro. Der zu zahlende Gesamtbetrag beläuft sich in diesem Fall auf 1.059,94 Euro. Kunden haben zudem die Option, ausstehende Beträge vorzeitig und ohne zusätzliche Aufschläge zurückzuzahlen. Bestehende kundeninterne Ratenzahlungsoptionen von Amazon bleiben von dieser Neuerung unberührt und werden weiterhin parallel angeboten.
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Integration der europäischen Wero-Infrastruktur
Parallel zur Erweiterung der PayPal-Funktionen hat Amazon damit begonnen, Wero als neue Zahlungsoption im deutschen Checkout zu etablieren. Damit reiht sich der Online-Händler in eine Liste von Unternehmen wie Lidl, Decathlon, Eventim und Flixbus ein, die das System bereits unterstützen. Wero wird von der European Payments Initiative (EPI) betrieben, einem Zusammenschluss von 18 Banken, und soll langfristig bestehende nationale Systeme wie Giropay in Deutschland oder iDEAL in den Niederlanden ersetzen.
Das System basiert auf SEPA-Instant-Überweisungen, die Transaktionen in unter zehn Sekunden ermöglichen. Statistiken zufolge werden über 99 Prozent dieser Vorgänge sogar in unter fünf Sekunden abgewickelt, wobei auf die Angabe von IBAN oder BIC verzichtet werden kann. Für Händler bietet die Infrastruktur finanzielle Vorteile: Die Transaktionskosten liegen bei zirka 0,77 Prozent, während bei klassischen Kartenzahlungen Gebühren zwischen 1 und 2,5 Prozent anfallen können.
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Marktabdeckung und bankenseitige Verfügbarkeit
Wero verzeichnete Ende April 2026 bereits über 50 Millionen Nutzer, nachdem das System im November 2025 gestartet war. Seit Juli 2024 wurden über 100 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtwert von über 7,5 Milliarden Euro über die Infrastruktur abgewickelt. Der Dienst ist aktuell in Deutschland, Belgien und Frankreich verfügbar; für den 1. September 2026 ist der Marktstart in Luxemburg geplant. In den Niederlanden findet derzeit eine schrittweise Umstellung statt, bei der iDEAL zunächst in iDEAL/Wero umbenannt wird, bevor eine vollständige Migration frühestens Ende 2027 erfolgt.
Auf der Seite der Finanzinstitute hat die norisbank den Dienst am 6. August 2026 eingeführt. Damit sind nun alle Retail-Marken der Deutsche Bank Gruppe inklusive der Postbank an das System angeschlossen. Zu den weiteren Teilnehmern gehören die Sparkassen, Volksbanken sowie ING. Für die Commerzbank und N26 wurde die Einführung angekündigt, während Institute wie die DKB, Targobank und HypoVereinsbank den Dienst bislang nicht anbieten. Für die Zukunft planen die Betreiber von Wero weitere Funktionen, darunter die Abwicklung von Abonnements, Treueprogramme sowie Point-of-Sale-Zahlungen im stationären Handel.
