Amazon steigert AWS-Umsatz um 39 Prozent auf 46 Milliarden Dollar
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAmazons Quartalsvergleich mit AWS-Schwerpunkt
- AWS steigerte den Umsatz im Jahresvergleich auf 46 Milliarden Dollar.
- Amazon erzielte im Quartal 201,9 Milliarden Dollar Konzernumsatz.
- Der Konzerngewinn sank auf 20,7 Milliarden Dollar.
Amazon steigert AWS-Umsatz auf 46 Milliarden Dollar
Amazon hat im vergangenen Quartal das Wachstum seiner Cloud-Sparte AWS deutlich beschleunigt und den Umsatz im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 46 Milliarden Dollar gesteigert. Das operative Ergebnis von AWS legte um 55 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar zu.
KI-Boom treibt Ausbau der Rechenzentren
Amazon will mit AWS vom Boom bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz profitieren, muss dafür aber seine Infrastruktur massiv ausbauen. Für dieses Jahr veranschlagte der Konzern Kapitalinvestitionen von 220 Milliarden Dollar.
Weihnachtsprognose bleibt hinter Erwartungen
Die Prognose für das Handelsgeschäft im wichtigen Weihnachtsquartal fiel unter den Markterwartungen aus. Die Amazon-Aktie gab im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als sechs Prozent nach.
Konzernumsatz wächst, Gewinn sinkt
Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Quartal um zwölf Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn sank um gut zwei Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar.
Amazon begründete den Rückgang vor allem mit einem Basiseffekt: Im Vorjahr hatten Bewertungsgewinne bei der Investition in die KI-Firma Anthropic das Ergebnis erhöht.
Amazon steht mit AWS zugleich auf der Gewinner- und der Kostenseite des KI-Booms. Die Cloud-Sparte liefert hohe operative Erträge und wächst deutlich schneller als der Gesamtkonzern. Damit wird sie zum zentralen Finanzierungsmotor für den Ausbau der Infrastruktur, die Amazon für KI-Anwendungen, Speicher- und Rechenleistungen benötigt.
Die angekündigten Kapitalinvestitionen von 220 Milliarden Dollar markieren die Größenordnung dieses Ausbaus. Rechenzentren, Chips, Netzwerke und Energieversorgung binden enorme Mittel, bevor sich zusätzliche Nachfrage vollständig in Gewinnen niederschlägt. Für Kunden kann mehr Kapazität die Verfügbarkeit von KI- und Cloud-Diensten verbessern; zugleich bleibt offen, wie schnell sich die Investitionen wirtschaftlich amortisieren.
Cloud-Gewinne gegen Handelsdruck
Die Quartalszahlen zeigen außerdem eine ungleiche Entwicklung innerhalb des Konzerns. Während AWS Umsatz und operatives Ergebnis kräftig steigerten, blieb die Prognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Das erklärt, warum Anleger die hohen Cloud-Zuwächse zunächst geringer gewichteten und die Aktie nachbörslich deutlich nachgab.
Der Gewinnrückgang auf Konzernebene ist zudem durch den Vergleich mit dem Vorjahr geprägt, in dem Bewertungsgewinne aus Amazons Beteiligung an Anthropic das Ergebnis gestützt hatten. Für Verbraucher und Geschäftskunden bleibt entscheidend, ob Amazon die hohen Infrastrukturkosten künftig durch steigende Cloud-Nachfrage und ein starkes Jahresendgeschäft ausgleichen kann.
