AMD deaktiviert Sicherheitsfunktion: TSME nur noch für Pro-Chips
19.06.2026 - 21:53:54 | boerse-global.de
Der Chiphersteller AMD hat über ein Firmware-Update die Transparent Secure Memory Encryption (TSME) bei Consumer-Ryzen-Chips abgeschaltet. Die Änderung betrifft mehrere Prozessorgenerationen und wurde von Sicherheitsforschern entdeckt.
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TSME nur noch für Profi-Chips
Die Deaktivierung erfolgte mit dem AGESA 1.2.7.0-Microcode-Update. Sicherheitsforscher Ben Kilpatrick dokumentierte den Vorgang an einem Ryzen 7 9700X. Betroffen sind die Ryzen-5000- und 7000-Serien sowie neuere Modelle wie der Ryzen 9800X3D.
AMD begründet den Schritt damit, dass TSME ausschließlich für die Pro-Serie vorgesehen sei. Diese Positionierung widerspricht früheren Aussagen: Noch 2020 hatte AMD-Ingenieur Tom Lendacky Unterstützung für Consumer-Hardware in Aussicht gestellt.
Der Mainboard-Hersteller MSI bestätigte die Einschränkung. Bei Enterprise-Prozessoren wie Ryzen Pro und EPYC bleibt die Funktion hingegen aktiv.
Was bedeutet das für die Sicherheit?
TSME schützt vor Cold-Boot-Angriffen – also dem Auslesen von Arbeitsspeicher nach einem Neustart. Die Verschlüsselung verhindert, dass Angreifer mit physischem Zugriff sensible Daten aus dem RAM extrahieren können.
Ohne die Funktion fehlt Consumer-Systemen diese Schutzschicht. Eine offizielle Möglichkeit zur Reaktivierung gibt es nicht.
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Spekulationen über die Gründe
Die Motive bleiben unklar. Sicherheitsforscher Joe FitzPatrick hält sowohl eine bewusste Entscheidung als auch ein Versehen für möglich. Andere Experten spekulieren über einen mikroarchitektonischen Defekt, der die Abschaltung erzwungen haben könnte.
Weitere Sicherheitslücken in der Branche
Parallel zu AMDs Firmware-Änderung wurden am 19. Juni 2026 Details zu einer kritischen Schwachstelle im Microsoft Malware Protection Engine bekannt. Die als CVE-2026-50656 (RoguePlanet) geführte Lücke ermöglicht eine Rechteausweitung auf SYSTEM-Ebene unter Windows 10 und 11.
Forscher von Paradigm Shift deckten zudem einen BootROM-Exploit namens usbliter8 auf, der ältere Apple-Chipsätze (A12 und A13) betrifft. Anders als bei AMD handelt es sich hier um eine Hardware-Schwachstelle, die sich nicht per Software-Update beheben lässt.
