AMD Helios: 432 GB Speicher gegen Nvidias Dominanz am 23. Juli
Veröffentlicht: 30.06.2026 um 10:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Im zweiten Halbjahr 2026 sollen die nächsten Generationen von Nvidia, AMD, Amazon Web Services (AWS) und Google in die Massenproduktion gehen. Analysten sprechen von einer beispiellosen Investitionswelle, die bis 2028 weltweit bis zu vier Billionen Euro in die Dateninfrastruktur pumpen könnte.
AMD und Nvidia liefern sich Wettlauf um die Spitze
AMD hat seinen großen Auftritt für den 23. Juli angesetzt. Auf der „Advancing AI 2026“ will der Chipkonzern Details zur Helios-Plattform mit der MI455X-GPU enthüllen. Die technischen Daten können sich sehen lassen: 432 Gigabyte HBM4-Speicher und eine Bandbreite von 19,6 Terabyte pro Sekunde – gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren von TSMC. Erste Muster sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, die Massenproduktion startet aber erst im zweiten Quartal 2027.
Nvidia kontert mit der Vera-Rubin-Plattform. Das NVL72-System bringt es auf 288 Gigabyte HBM4 pro Grafikprozessor. In puncto Rechenleistung liegt Nvidia bei FP8-Training und FP4-Inferenz vorn, während AMD bei der Speicherkapazität die Nase vorn hat.
Doch die Zeiten, in denen Nvidia den KI-Chipmarkt dominierte, neigen sich dem Ende zu. Der Marktanteil des US-Konzerns sank von 87 auf 75 Prozent. Der Grund: Immer mehr Hyperscaler wie Google und AWS entwickeln eigene Chips. Googles neueste TPU und AWS Trainium 3 gehen noch 2026 in Serie.
Rechenzentren als Milliarden-Geschäft
Ein aktueller Bericht des Halbleiterverbands SIA zeigt die Dimensionen moderner KI-Infrastruktur. Ein einzelner KI-Server-Rack enthält heute mehr als 4.500 verbunte Chips – das entspricht über 95 Prozent des gesamten Rack-Werts. Die Investitionen in globale Rechenzentren könnten bis 2028 auf vier Billionen Dollar steigen, wovon bis zu 2,8 Billionen auf Halbleiter entfallen.
Die Speicherhersteller ziehen mit. Laut Branchenverband SEMI werden die Ausgaben für 300-Millimeter-Fab-Ausrüstung im Speichersektor 2026 auf 52 Milliarden Dollar steigen – ein Plus von 29 Prozent. Allein auf DRAM-Anlagen entfallen davon 37 Milliarden Dollar, angetrieben durch den Bedarf an Hochleistungsspeicher für KI.
Auch die Kühltechnik boomen. Der US-Zulieferer NN Inc. hat neue Aufträge für flüssigkeitsgekühlte Komponenten für Nvidia-Racks an Land gezogen. Das Werk im chinesischen Wuxi ist bereits komplett ausgelastet. 30 neue Maschinenzentren sollen die Produktion der Flüssigkühlungs-Sparte verdreifachen.
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Hyperscaler setzen auf neue Hardware – und auf Eigenentwicklungen
Die Cloud-Riesen und KI-Entwickler integrieren die neueste verfügbare Hardware. Anthropic hat seine Claude-Modelle – darunter Opus 4.8 und Haiku 4 – auf Microsoft Azure mit Nvidia GB300 Blackwell Ultra GPUs verfügbar gemacht. Die Systeme nutzen Quantum-X800 InfiniBand-Netzwerktechnik für autonome KI-Funktionen.
Nvidia sicherte sich zudem eine sechsjährige Zusammenarbeit mit SharonAI. Das australische Unternehmen, das Ende Juni eine Finanzierungsrunde über 1,6 Milliarden Dollar abschloss, will bis zu 40.000 Grace-Blackwell-GB300-GPUs in Australien einsetzen.
Doch die Zeiten exklusiver Partnerschaften sind vorbei. OpenAI hat zwar eine 6-Gigawatt-Vereinbarung für künftige Helios-Systeme getroffen, bringt aber gleichzeitig mit „Jalapeño“ einen eigenen Inferenz-Chip auf den Markt – entwickelt gemeinsam mit Broadcom. Dessen KI-Halbleiterumsatz hat inzwischen annualisiert 8,4 Milliarden Dollar erreicht, getragen von sechs Hyperscale-Kunden.
TSMC und AMD mit Rekordzahlen – Supermicro mit Problemen
Die Finanzzahlen der Branche spiegeln den Boom wider. TSMC meldete für Mai 2026 einen Umsatz von rund 13,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 30,1 Prozent zum Vorjahr. Der taiwanesische Chipriese legt am 16. Juli seine Quartalszahlen vor und plant Investitionen zwischen 52 und 56 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr.
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AMD verbuchte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 5,8 Milliarden Dollar im Rechenzentrumssegment – ein Anstieg um 57 Prozent. Analysten haben nach der Helios-Ankündigung ihre Kursziele nach oben geschraubt.
Nicht alle profitieren vom KI-Boom. Supermicro (SMCI) senkte seine Jahresprognose auf 38,9 bis 40,4 Milliarden Dollar – ausgelöst durch eine Razzia in den Taiwan-Büros des Unternehmens. Der Serverhersteller verfehlte die Quartalserwartungen und kündigte eine Kapitalerhöhung über sieben Milliarden Dollar an. Auch der Cloud-Anbieter CoreWeave kämpft mit roten Zahlen: Trotz eines Umsatzsprungs auf 2,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal bleibt ein Nettoverlust – bei gleichzeitig hoher Verschuldung durch den Aufbau der Vera-Rubin-NVL72-Infrastruktur.
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