AMD Venice: 256 Kerne und 512 Threads pro Sockel
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 03:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der Advancing AI 2026 hat AMD am 23. Juli die sechste Generation seiner EPYC-Server-CPUs enthüllt. Die Baureihe mit dem Codenamen „Venice“ setzt auf die Zen-6-Architektur und wird im 2-nm-Verfahren bei TSMC gefertigt. Das Besondere: Bis zu 256 Kerne und 512 Threads pro Sockel – ein Sprung, der vor allem auf KI-Workloads und hochdichte Rechenzentren abzielt.
AMD-Chefs rechnen damit, dass der gesamte KI-Beschleuniger-Markt bis 2030 auf 1,4 Billionen Euro anwachsen könnte. „Venice“ soll dabei das Rückgrat der Datenstrategie bilden.
Vier Varianten für unterschiedliche Einsatzzwecke
Die EPYC-9006-Serie teilt sich in vier Familien auf:
- SP7: Das Flaggschiff mit bis zu 256 Kernen, 512 Threads und einem Takt von bis zu 5,0 GHz. Es unterstützt 16-Kanal-Speicher und hat eine TDP von maximal 600 Watt.
- SP8: Die effizienzorientierte Mittelklasse mit 8 bis 128 Kernen und einem 8-Kanal-Speicherinterface.
- 9006X (Venice-X): Setzt auf 3D-V-Cache – ganze 1.152 MB L3-Cache bei bis zu 5,15 GHz.
- LP (Verano): Die stromsparende Variante für KI-Host-Knoten mit LPDDR5X-Unterstützung, SOCAMM2-Kompatibilität und bis zu 72 Kernen.
Die SP7-Modelle sind bereits in Produktion und sollen im vierten Quartal 2026 verfügbar sein. SP8 folgt in der ersten Jahreshälfte 2027, Venice-X und LP dann in der zweiten Jahreshälfte.
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Leistungssprung: 20 Prozent mehr pro Kern
Laut AMD liefert „Venice“ rund 20 Prozent mehr Leistung pro Kern als die Vorgängergeneration „Turin“. Im direkten Vergleich soll der EPYC 9006 den 2,2-fachen Durchsatz der NVIDIA Vera und die 1,3-fache Pro-Kern-Leistung des Intel Xeon 6980P bieten. Gegenüber den ursprünglichen Naples-Chips – der ersten EPYC-Generation – beträgt der Fortschritt sogar das 18-Fache.
Die Zen-6-Architektur bringt zudem Unterstützung für PCIe Gen6, CXL 3.1 und AVX-512 BMM. Beim Arbeitsspeicher sind nun DDR5-8000 und MRDIMM-12800 möglich – das ergibt eine Bandbreite von bis zu 1,6 TB/s.
ASUS und AMDs eigene Helios-Plattform
Nur einen Tag nach der CPU-Vorstellung präsentierte ASUS neue Server für die EPYC-9006-Serie. Die Modelle RS700A und RS720A setzen auf hohe Rechendichte in Dual-Sockel-Konfigurationen, während RS500A und RS520A auf Single-Sockel-Effizienz ausgelegt sind. Sie nutzen unter anderem die proprietäre Kühltechnologie Thermal Radar 3.0 sowie E3.S-Speicher und 3200-Watt-Titanium-Netzteile.
AMD selbst stellte mit Helios eine eigene Rack-Lösung vor. Sie kombiniert Venice-CPUs mit den neuen Instinct MI455X-GPUs. Ein Helios-Rack fasst bis zu 72 GPUs und liefert 2,9 Exaflops KI-Rechenleistung. Die MI455X selbst kommt auf 432 GB HBM4-Speicher und mehr als 20 Petaflops MXFP8-Leistung.
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Marktposition: AMD auf Rekordkurs
Der Launch kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Im ersten Quartal 2026 erreichte AMDs Anteil am Server-CPU-Markt mit 46,2 Prozent einen neuen Höchststand. Mit der Venice-Serie will das Unternehmen diesen Schwung halten – und vor allem die wachsenden Anforderungen großer KI-Installationen bedienen.
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