Android, GerÀte

Android 13 und Àlter: 43,6 Prozent der GerÀte erhalten den Patch nicht

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 03:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das November-Update behebt 216 Fehler, doch 43,6 Prozent der aktiven Android-GerÀte erhalten regulÀr keine Patches mehr.
Eine dunkle, minimalistische Serverhalle mit langen Reihen metallischer ServerschrÀnke in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem aktuellen Android-Patch-Level schließt Google insgesamt 216 Schwachstellen im Betriebssystem und angeschlossenen Komponenten. Unter den geschlossenen SicherheitslĂŒcken stuft der Konzern 23 als kritisch ein.

Trotz des umfangreichen Schutzpakets erreichen die Sicherheitsaktualisierungen jedoch einen erheblichen Teil der Android-Basis nicht: Laut Android-Verteilungsdaten laufen 43,6 % der aktiven Android-GerÀte auf Android 13 oder Àlteren Versionen und erhalten den Patch nicht mehr regulÀr.

Da der betroffene Programmcode der schwerwiegendsten Schwachstelle bereits aus dem Jahr 2017 stammt, könnten auch diese Ă€lteren Systemversionen fĂŒr Angriffe anfĂ€llig sein.

Kritische LĂŒcken im Framework und im System

Das von Google am 2. November 2026 veröffentlichte Android Security Bulletin listet neben den 23 kritischen SicherheitslĂŒcken weitere 193 Schwachstellen mit dem Schweregrad „hoch“ auf.

Die Aufteilung erfolgt wie gewohnt ĂŒber zwei Sicherheitsebenen: Das Patch-Level 2026-11-01 deckt 8 kritische LĂŒcken ab, wĂ€hrend das Patch-Level 2026-11-05 zusĂ€tzliche 15 kritische Fehler adressiert.

Als gravierendste Schwachstelle gilt der Fehler CVE-2026-58868. Dabei handelt es sich um einen Heap-Buffer-Overflow in der Mediendekodierung des Frameworks, der eine AusfĂŒhrung von Schadcode aus der Ferne ohne erweiterte Rechte und ohne jegliche Nutzerinteraktion ermöglicht. Betroffen sind die Versionen Android 14, 15, 16 inklusive 16 QPR2 sowie Android 17.

Das Betriebssystem weist darĂŒber hinaus zwei weitere kritische LĂŒcken zur AusfĂŒhrung von Remote-Code auf: CVE-2026-58876 und CVE-2026-58936, die beide mit einem CVSS-Wert von 9,8 bewertet wurden. FĂŒr CVE-2026-58876 stellt Google eine Verteilung ĂŒber das Google-Play-Systemupdate fĂŒr Medien-Codecs ab Android 10 bereit.

Insgesamt wurden 17 Fehler bereits vorab ĂŒber die modularen Systemupdates von Google Play behoben. Weitere kritische Probleme im System betreffen Rechteausweitungen in den Versionen 15 bis 17 (darunter CVE-2026-55275, CVE-2026-55283 und CVE-2026-58984) sowie Denial-of-Service-Schwachstellen.

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Denial-of-Service ĂŒber Push-Nachrichten und Kernel-Schwachstellen

Zu den geschlossenen DoS-LĂŒcken gehört CVE-2026-58882, die der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk Ende Oktober öffentlich gemacht hatte. Der Fehler in der Verarbeitung von WAP-Push-Nachrichten erlaubt das gezielte AbstĂŒrzen des Telefondienstes com.android.phone. Dadurch können aktive Telefonate sowie Notrufe ohne Interaktion der betroffenen Nutzer abrupt beendet werden.

Im Patch-Level 2026-11-01 sind 119 Fehlerbereinigungen gebĂŒndelt, aufgeteilt auf 65 Korrekturen im Framework, 53 im System und eine in der Android Runtime. Weitere 97 Fixes entfallen auf das erweiterte Patch-Level.

Dazu zĂ€hlen 31 Kernel-Patches, unter anderem gegen kritische Schwachstellen in Bluetooth, HID und der virtuellen Maschine pKVM, ĂŒber die Angreifer aus der Ferne Berechtigungen ausweiten können. Hinzu kommen Hardware-Korrekturen: MediaTek verzeichnet 8 kritische LĂŒcken in Modem-Komponenten, wĂ€hrend Qualcomm eine kritische Closed-Source-LĂŒcke (CVE-2026-25285) schließt.

Hinweise auf eine aktive Ausnutzung der LĂŒcken in freier Wildbahn enthĂ€lt das Bulletin von Google nicht. Der Sicherheitseintrag der US-Cybersicherheitsbehörde CISA vom 2. November 2026 stuft die Ausnutzbarkeit von CVE-2026-58868 als automatisierbar und die technischen Auswirkungen als vollumfĂ€nglich ein, fĂŒhrt den Eintrag zum Stand vom 3. November 2026 jedoch nicht im Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen.

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Bereitstellung durch GerÀtehersteller

Die Auslieferung der Aktualisierungen liegt nun bei den GerĂ€teherstellern. Samsung integriert in sein Wartungsrelease 20 kritische Google-Fixes sowie 24 herstellereigene Fehlerkorrekturen fĂŒr Samsung-Software und 4 fĂŒr Halbleiterkomponenten, nannte jedoch noch keinen genauen Rollout-Termin.

Xiaomi bereitet die Anpassung der Sicherheitsinhalte an die eigene BenutzeroberflĂ€che HyperOS vor und plant die Verteilung ĂŒber die kommenden Wochen modellweise fĂŒr erste GerĂ€te auszurollen.

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