Android 17: Google verbirgt Domain-Namen vor Internetanbietern
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 04:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google hat Details zu Android 17 veröffentlicht, das mit Encrypted Client Hello (ECH) eine neue Verschlüsselungsfunktion einführt, die Domain-Namen bei TLS-Handshakes vor Netzwerk-Beobachtern verbirgt. Die Funktion soll verhindern, dass Internetanbieter oder andere Akteure im Netzwerk erkennen können, welche Webseiten ein Nutzer ansteuert.
Verschlüsselung standardmäßig aktiv
Laut den veröffentlichten Details ist ECH bei Apps mit API-Level 37 und der Bibliothek OkHttp 5.5.0 standardmäßig aktiv. Die Technologie funktioniert in Kombination mit privatem DNS, wofür Google eine neue Einstellung namens „domainEncryption" eingeführt hat.
Wichtig ist dabei die Einschränkung: ECH verbirgt zwar den angefragten Domain-Namen, nicht jedoch IP-Adressen, DNS-Lookups selbst oder Verbindungen zu Servern, die die Technologie nicht unterstützen.
Um zu verhindern, dass Netzwerkbetreiber verschlüsselte Verbindungen selektiv blockieren, setzt Google zusätzlich auf ein Verfahren namens ECH GREASE.
Die zu Google gehörende Organisation Jigsaw hat die Funktion nach eigenen Angaben gegen die zehntausend meistbesuchten Domains in 202 Ländern und bei 740 Internetanbietern getestet. Die Verbindungsfehlerquote habe dabei nahe null gelegen, was auf eine breite Kompatibilität der neuen Verschlüsselungsmethode hindeutet.
Weitere Sicherheitsfunktionen
Android 17 bringt neben ECH noch weitere Schutzmechanismen mit. Mit der sogenannten Local Network Protection müssen Apps künftig eine explizite Erlaubnis einholen, bevor sie lokale Netzwerke scannen dürfen – eine Maßnahme, die unerwünschtes Ausspähen im heimischen WLAN erschweren soll. Zudem ist Certificate Transparency in der neuen Android-Version standardmäßig aktiv, was zur Erkennung betrügerisch ausgestellter Zertifikate beitragen soll.
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Darüber hinaus erhalten Mobilfunkanbieter mit Android 17 die Möglichkeit, den veralteten 2G-Standard auf Geräten zu deaktivieren. In Deutschland planen die Anbieter O2, Vodafone und Telekom, ihre 2G-Netze bis 2028 abzuschalten.
Motion Dots gegen Reisekrankheit
Neben den Sicherheitsfunktionen führt Google mit Android 17 auch eine Funktion namens Motion Assist ein, die über Play Services zunächst auf Pixel-Smartphones ausgerollt wird. Die Funktion nutzt Beschleunigungssensor und Gyroskop des Geräts, um bewegliche Indikatoren auf dem Bildschirm anzuzeigen, während sich der Nutzer etwa in einem fahrenden Auto oder Zug befindet. Ziel ist es, das Auftreten von Reisekrankheit zu reduzieren.
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Die sogenannten Motion Dots lassen sich an persönliche Vorlieben anpassen und erinnern in ihrer Funktionsweise an Apples „Motion Cues", die einen ähnlichen Zweck verfolgen. Die Funktion steht auf Pixel-Geräten mit Android 17 zur Verfügung.
Mit der Kombination aus verbesserter Verschlüsselung, strengeren Netzwerkberechtigungen und einer Komfortfunktion gegen Reisekrankheit positioniert Google Android 17 sowohl als Sicherheits- als auch als Nutzererlebnis-Update.
Während die Privatsphäre-Funktionen zunächst auf Geräten mit entsprechend aktualisierten Apps und Bibliotheken greifen, bleibt Motion Assist vorerst auf Pixel-Smartphones beschränkt, bevor eine breitere Verfügbarkeit auf anderen Android-Geräten zu erwarten wäre.
