Android, Google

Android 18: Google öffnet System für Konkurrenz-KI ab August 2027

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Google zur Öffnung von Android für Konkurrenz-Assistenten und zur Weitergabe von Suchdaten an Drittanbieter.

EU zwingt Google: Android-Öffnung und Datenweitergabe per DMA
Digitale Datenströme zwischen Mobilgeräten und Servern mit dezenter Überlagerung der EU-Sterne, die Datenschutz und Regulierungen symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die EU-Kommission hat Google per Beschluss verpflichtet, sein Betriebssystem Android für Konkurrenten zu öffnen und Suchdaten mit KI-Diensten zu teilen. Die Maßnahmen vom 16. Juli 2026 basieren auf dem Digital Markets Act (DMA) und richten sich gegen die marktbeherrschende Stellung von Google und Apple bei KI-Assistenten auf rund fünf Milliarden aktiven Geräten weltweit.

Datenweitergabe und Systemzugang als Kernforderungen

Bis Januar 2027 muss Google anonymisierte Suchdaten – darunter Rankings, Suchanfragen, Klicks und Ansichten – an berechtigte Drittanbieter von Suchmaschinen und KI-Chatbots weitergeben. Die Kommission hatte einen früheren Google-Vorschlag als unzureichend abgelehnt, weil er nahezu alle eindeutigen Suchanfragen entfernt hätte.

Darüber hinaus hat die EU elf Android-Funktionen benannt, die Google für konkurrierende KI-Assistenten öffnen muss. Die Integration erfolgt schrittweise mit künftigen Software-Updates:

  • 1. August 2027: Vollständige Integration für Konkurrenz-Assistenten mit dem Start von Android 18
  • 1. August 2028: Gleichzeitige Aktivierung von Weckwörtern für mehrere KI-Assistenten mit Android 19

Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

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Sicherheitsbedenken und Branchenproteste

Google warnt vor Sicherheitsrisiken durch Systemzugriffe externer KI-Assistenten. Auch Apple schiebt Sicherheits- und Datenschutzbedenken vor, um den Start eigener Siri-KI-Funktionen in der EU zu verzögern.

Laut Marktforschern von Omdia sind rund 427 Millionen Smartphones in der EU von den Regeln betroffen. Dritte Anbieter gewinnen an Boden: Der ChatGPT-Dienst ist bereits auf rund 30 Prozent aller Smartphones in der Region installiert.

Neuer Hardware-Schub unter EU-Regulierung

Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Hersteller neue KI-zentrierte Geräte auf den Markt bringen. Samsung bringt am 22. Juli 2026 die Galaxy Glasses auf den Markt – sie nutzen Android XR und Googles Gemini-KI für Systemfunktionen. Das zeigt die unmittelbare Bedeutung der EU-Vorgaben für die gesamte Android-Welt.

Der Regulierungsdruck wächst: Der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) forderte am 17. Juli 2026 eine rechtssichere Grundlage für den Informationsaustausch zwischen Behörden. Die Aufsichtsbehörden bearbeiten derzeit über 100.000 Beschwerden pro Jahr – eine enorme Belastung für die Durchsetzung.

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Finanzielle Altlasten und neue Quartalszahlen

Die neuen Auflagen kommen zu bestehenden rechtlichen Problemen hinzu. Anfang Juli bestätigte der Europäische Gerichtshof eine Geldstrafe von 4,1 Milliarden Euro gegen Alphabet, Googles Mutterkonzern. Die Aktie notierte am 20. Juli 2026 bei 346,77 US-Dollar.

Am 22. Juli 2026 legt Alphabet die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 116,9 Milliarden US-Dollar – trotz Verzögerungen beim KI-Modell Gemini 3.5 Pro und wachsendem regulatorischem Gegenwind aus Europa.

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