Android-Backups: Google rechnet Sicherungen ab 7. Juli an
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 10:55 Uhr, boerse-global.de
Seit dem 7. Juli 2026 werden Sicherungskopien auf das kostenlose 15-Gigabyte-Kontingent angerechnet. Bisher waren sie davon ausgenommen. Ein durchschnittliches Backup belegt laut Branchenangaben rund 40 Megabyte – Speicher, der nun für Mails, Fotos oder Drive-Dokumente fehlt.
Gleichzeitig führt Google granulare Kontrollmöglichkeiten ein. Nutzer können einzelne Datenkategorien von der Sicherung ausschließen. Wer mehr Speicher braucht, kann auf Google One setzen – 100 Gigabyte kosten 1,99 Euro im Monat. Bereits im Frühjahr hatte Google getestet, das Gratis-Kontingent für Neukonten auf 5 Gigabyte zu senken.
Apple setzt auf Transparenz bei KI
Auch Apple verändert den Umgang mit Nutzerdaten. In aktuellen Betriebssystemversionen erscheinen Pop-up-Abfragen, bevor KI-Funktionen Daten an die Google Cloud senden. Betroffen sind Anwendungen wie iWork, Freeform oder das Creator Studio. Apple betont: Die Prozesse laufen isoliert ab, Google speichert oder nutzt die Daten nicht für Trainingszwecke. Für das Creator Studio gelten zudem monatliche Limits bei der Erstellung von Bildern und Formen.
Google selbst hatte bereits im Juni seine Datenschutzbestimmungen angepasst. Seither fließen persönliche Daten aus Suche, Maps oder News in die Verbesserung von KI-Modellen. Auf Android-Geräten wurde zudem die System-App „AICore“ gesichtet. Sie verwaltet On-Device-KI-Modelle und kann zeitweise bis zu 10 Gigabyte Speicherplatz belegen.
Die Integration von KI in Betriebssysteme bringt neue rechtliche Pflichten mit sich, die über bloße Pop-up-Abfragen hinausgehen. Welche Anforderungen der EU AI Act konkret an Unternehmen stellt, erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen und Pflichten kompakt erklärt
China: Harte Welle gegen Werbe-Wildwuchs und KI-Missbrauch
In China gehen die Behörden massiv gegen aggressive Werbung vor. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) kritisierte im Juni die sogenannten „Shake-to-Jump“-Anzeigen. Schon kleine Bewegungen des Smartphones führen bei ihnen zur automatischen Weiterleitung auf Werbeseiten. Über 72 Prozent der Mobilfunknutzer waren betroffen – mit erheblichem Zeitverlust. Große Navigations-Apps haben ihre Startbildschirm-Werbung inzwischen angepasst.
Parallel dazu verschärft die Internetaufsicht die Regeln für KI-Produkte. Seit April wurden über 14.000 KI-Produkte und mehr als 26.000 Konten entfernt. Neue Vorschriften, die am 15. Juli in Kraft treten, verbieten menschenähnliche KI-Chatbots für Minderjährige. Zudem sind strikte Anti-Sucht-Systeme Pflicht. ByteDance und Alibaba haben daraufhin Funktionen zur Erstellung virtueller KI-Charaktere eingestellt.
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Sicherheitslücken und ein zerschlagenes Botnetz
Neben Regulierung bleiben technische Schwachstellen eine Gefahr. Anfang Juli machten Sicherheitsforscher auf Lücken in AirDrop und Quick Share aufmerksam. Sie könnten Abstürze oder das Umgehen von Verschlüsselungen ermöglichen. Für die Windows-Version von Quick Share gibt es bereits einen Patch. Experten raten zur Vorsicht bei der Nutzung in unsicheren Umgebungen.
Auch Browser sind betroffen: In Opera GX wurde eine Schwachstelle geschlossen. Bösartige Webseiten konnten unbemerkt Modifikationen installieren und Daten wie E-Mail-Adressen auslesen.
Ein Erfolg gelang am 6. Juli: Behörden und Technologieunternehmen zerschlugen das NetNut-Botnetz. Es umfasste Millionen von Geräten und wurde für automatisierte Zugriffe und Proxy-Dienste missbraucht. Google deaktivierte zahlreiche Konten, die zur Steuerung der Infrastruktur dienten. Sicherheitsspezialisten empfehlen Unternehmen ein kontinuierliches Berechtigungsmanagement – um Risiken durch verwaiste Konten oder Schatten-APIs zu minimieren.
