Android-Banking-Trojaner: Kaspersky warnt vor 93.574 neuen Varianten
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsanalysten von Kaspersky haben in den vergangenen Monaten eine signifikante Zunahme von Android-Banking-Droppern festgestellt. Diese Schadprogramme nutzen neue, hochgradig verschleierte Verpackungstaktiken, um gĂ€ngige SicherheitsprĂŒfungen in App-Stores zu unterlaufen und eine Entdeckung auf den EndgerĂ€ten der Nutzer zu vermeiden.
RĂŒckgang der Gesamtzahl bei steigender KomplexitĂ€t
Im zweiten Quartal des Jahres 2026 blockierten die Sicherheitssysteme des Unternehmens insgesamt 1.996.823 mobile Angriffe. Dies stellt einen RĂŒckgang gegenĂŒber dem ersten Quartal dar, in dem noch 2.676.328 Angriffe registriert worden waren. Trotz dieser sinkenden Gesamtzahl beobachten Experten eine qualitative VerĂ€nderung der Bedrohungslage durch spezialisierte Schadsoftware.
Insgesamt erfassten die Forscher im Berichtszeitraum 304.128 neue Android-Malware-Samples. Ein erheblicher Teil davon entfÀllt auf finanzielle Interessen: Die sogenannten Trojan-Banker machen mittlerweile 30,77 % der identifizierten bösartigen Applikationen aus. In absoluten Zahlen wurden 93.574 Banking-Trojaner sowie 570 Varianten von Ransomware dokumentiert.
Gezielte Verbreitung ĂŒber offizielle KanĂ€le
Besorgniserregend ist laut den Sicherheitsforschern die FĂ€higkeit der Angreifer, offizielle Plattformen zu infiltrieren. So wurde beispielsweise ein als PDF-Reader getarnter Banking-Trojaner namens Anatsa direkt ĂŒber den Google Play Store verbreitet. Diese Dropper-Apps nutzen moderne Verschleierungsmethoden, um die automatisierten Scan-Mechanismen der Store-Betreiber erfolgreich zu umgehen.
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Ein weiteres Beispiel fĂŒr die fortgeschrittene Tarnung ist der sogenannte Cleanova-Loader. Diese Komponente nutzt einen speziellen Filter fĂŒr die Installationsquelle, um ihre AktivitĂ€ten zu verbergen und nur unter bestimmten Bedingungen aktiv zu werden.
Massive Zunahme spezifischer Schadsoftware-Varianten
Innerhalb der Kategorie der Banking-Malware verzeichneten einzelne Varianten ein extremes Wachstum. Der Trojan-Dropper.AndroidOS.Banker.dd konnte seinen Anteil an den angegriffenen Nutzern von zuvor 0,01 % auf nun 2,16 % steigern. Ebenfalls weit verbreitet zeigte sich der Banking-Trojaner Mamont.hl, der einen Anteil von 2,48 % der betroffenen Nutzer erreichte.
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Die Experten betonen, dass die neuen Verpackungstaktiken der Dropper eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung spielen. Durch die verĂ€nderte Struktur der Installationsdateien wird es fĂŒr herkömmliche Antiviren-Lösungen schwieriger, den bösartigen Kern der Anwendung bereits beim Download oder wĂ€hrend der Installation zu identifizieren. Die Angreifer setzen darauf, dass die Apps zunĂ€chst als legitim eingestuft werden, um die eigentliche Schadfunktion erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt nachzuladen oder zu aktivieren.
