Android-Datentransfer, Apps

Android-Datentransfer: Sieben Apps mit Sicherheitslücken und 12 Milliarden Downloads

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 10:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Hersteller haben Updates für die betroffenen Apps bereitgestellt; zuvor waren persönliche Daten und teils auch Geräte gefährdet.

TU Graz entdeckt Sicherheitslücken in sieben Android-Migrationstools
Ein leerer, aufgeräumter Labortisch in einer Universität mit wissenschaftlichen Messgeräten in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Forschende der Technischen Universität Graz haben in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT) erhebliche Sicherheitslücken in Datenübertragungs-Apps führender Smartphone-Hersteller identifiziert. Wie aus einem Bericht der Universität hervorgeht, weisen Migrationswerkzeuge von sieben großen Android-Anbietern Schwachstellen auf.

Betroffen sind die Anwendungen Google Switch, Samsung Smart Switch, Vivo EasyShare, Xiaomi Mi Mover, Oppo Clone Phone, Huawei Phone Clone sowie Honor Device Clone. Die wissenschaftliche Untersuchung mit dem Titel „Clone2Pwn“ wurde auf der Sicherheitskonferenz ESORICS 2026 in Rom vorgestellt.

Ausspähen sensibler Nutzerdaten bei geringem Kostenaufwand

Die Analyse der Grazer Wissenschaftler verdeutlicht erhebliche Risiken während des Migrationsprozesses, bei dem Inhalte von einem Altgerät auf ein neues Smartphone übertragen werden.

Demnach genügte potenziellen Angreifern eine handelsübliche technische Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro, um die Schwachstellen auszunutzen. Befanden sich Unbefugte in normaler WLAN-Reichweite – in Innenräumen entspricht dies einem Radius von 20 bis 45 Metern –, konnten sie den Datentransfer kompromittieren.

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Über die Sicherheitslücken gelang es, vertrauliche Informationen unbefugt mitzulesen. Zu den gefährdeten Inhalten zählten unter anderem Anruflisten, Textnachrichten, Kontakte und Fotos.

Ebenso waren hochsensible Gesundheitsdaten, gespeicherte WLAN-Zugangsdaten und Passwörter von Applikationen über den Übertragungsweg einsehbar. Bei einigen der analysierten Anwendungen ermöglichten es die Einfallstore den Angreifern zudem, unbemerkt Schadsoftware auf die Zielgeräte einzuschleusen.

Milliardenfache Installationen und Reaktionen der Hersteller

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Das Gefahrenpotenzial dieser Schwachstellen resultiert vor allem aus der enormen Verbreitung der Werkzeuge. Nach Angaben der TU Graz verzeichnen die betroffenen Anwendungen zusammen über 12 Milliarden Downloads und sind ab Werk auf fast jedem Gerät mit dem Betriebssystem Android vorinstalliert.

Da viele Verbraucher die Apps beim Smartphone-Wechsel routinemäßig für den vollständigen Datenaustausch nutzen, betraf das Risiko einen Großteil des Marktes.

Im Zuge der Veröffentlichung wurden fünf Sicherheitswarnungen ausgesprochen, die als hoch eingestuft wurden. Die Entdecker informierten die betroffenen Technologiekonzerne vorab über die Ergebnisse. Inzwischen haben alle sieben Hersteller reagiert und entsprechende Software-Aktualisierungen bereitgestellt, um die dokumentierten Lücken in den Migrations-Apps vollständig zu schließen.

Nutzerinnen und Nutzern wird geraten, die jeweiligen Anwendungen vor einer anstehenden Datenmigration auf den neuesten Stand zu bringen oder dies über die geräteeigenen Update-Routinen zu verifizieren.

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