Android-Malware Keenadu: 13.000 Geräte ab Werk infiziert
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 09:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schadsoftware-Angriffe auf mobile Endgeräte nehmen rasant zu. Neue Berichte von Sicherheitsfirmen und internationale Ermittlungserfolge zeigen: Die Bedrohungslage wird komplexer – von vorinstallierter Malware bis zu KI-gestützten Attacken.
Vorinstallierte Gefahr: Diese Android-Malware kommt ab Werk
Sicherheitsforscher von Kaspersky haben eine vielseitige Android-Malware namens Keenadu entdeckt. Besonders alarmierend: Die Schadsoftware ist auf neuen Geräten teilweise bereits ab Werk vorinstalliert oder wird über System-Apps eingeschleust. In einigen Fällen gelangte Keenadu sogar über den offiziellen Google Play Store auf die Geräte.
Bösartige Varianten fanden sich in Smart-Home-Anwendungen mit mehr als 300.000 Downloads – bevor sie entfernt wurden. Die Malware ermöglicht weitreichende Kontrolle über infizierte Systeme. Allein im Februar registrierten die Forscher über 13.000 betroffene Geräte, Schwerpunkte liegen unter anderem in Deutschland, Russland und den Niederlanden.
Schlag gegen Phishing-Dienst: BKA und FBI zerschlagen „Kratos“
In einer koordinierten Aktion gelang Ermittlern des BKA, des FBI und indonesischer Behörden die Zerschlagung des Phishing-Dienstes Kratos. Die Plattform war seit 2024 aktiv und bot Kriminellen Infrastruktur für bis zu 15.000 Kampagnen pro Monat. Rund 200 Server wurden beschlagnahmt, der Zugriff für etwa 1.800 Kunden unterbunden.
Der Erfolg kommt nicht zu früh: Die Bedrohungslage im Finanzsektor eskaliert. Marktdaten für das erste Halbjahr zeigen einen Anstieg von SMS-Betrug um über 140 Prozent. Allein im ersten Quartal wurden rund 2,67 Millionen Angriffe auf Mobilgeräte registriert. Die Zahl der Banking-Trojaner für Android stieg um über 50 Prozent. In Deutschland verzeichnen Sparkassen derzeit eine verstärkte Welle von Phishing-Versuchen mit gefälschten chipTAN-Seiten.
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Vibecoding: Wenn KI ungeprüfte Apps produziert
Ein neuer Trend namens Vibecoding verschärft die Sicherheitslage in App-Stores zusätzlich. Entwickler nutzen generative KI, um Anwendungen in hoher Frequenz zu erstellen – oft ohne ausreichende Sicherheitsprüfungen. Die Folge: Apps mit offenen Hintertüren, fehlenden Zugriffsrechten und mangelhaften Datenschutzvorkehrungen. Viele dieser Anwendungen werden nach kurzer Zeit nicht mehr gewartet, kritische Lücken bleiben dauerhaft bestehen.
Auch Angreifer rüsten technologisch auf. Sicherheitsanalysten von Varonis untersuchten den Trojaner Dolphin X, der über einen KI-Profiler verfügt. Das Werkzeug bewertet infizierte Systeme automatisiert nach ihrem Wert für Angreifer – und priorisiert Ziele wie Unternehmensnetzwerke oder Krypto-Wallets.
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KI als Schutzschild: Google DeepMind stellt CodeMender vor
Um der Entwicklung zu begegnen, setzen Technologieunternehmen ihrerseits auf KI-gestützte Verteidigung. Google DeepMind präsentierte den Agenten CodeMender, der Sicherheitslücken in Software-Code automatisiert schließen soll. In Tests mit der V8-Engine von Chrome identifizierte das Modell mehr Schwachstellen als herkömmliche Standardmodelle.
Gleichzeitig bleibt die Sicherheit von IoT-Geräten ein Schwachpunkt. Das Botnet Kimwolf hat seit Mitte des vergangenen Jahres über zwei Millionen Android-basierte Geräte infiziert – darunter vor allem Smart-TVs und TV-Boxen. Diese Geräte werden oft bereits im Herstellungsprozess kompromittiert und für großangelegte DDoS-Angriffe missbraucht. Branchenexperten raten zur verstärkten Überwachung von Netzwerkzugriffen. Die Europäische Zentralbank hat Banken aufgefordert, bis Oktober detaillierte Aktionspläne gegen die steigenden Cyberrisiken vorzulegen.
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