Anlagebetrug über Werbebanner: Mann aus Gauting verliert mehr als 25.000 Euro
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 01:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Manipulierte Werbebanner und Kurzvideos auf Plattformen wie Instagram locken immer wieder Internetnutzer auf betrügerische Handelsplattformen. Die Masche führt bei Betroffenen regelmäßig zu gravierenden finanziellen Schäden.
Wie akut das Problem ist, zeigt der Fall eines 62-jährigen Mannes aus Gauting. Dieser verlor über 25.000 Euro, nachdem er auf der Website eines großen deutschen Nachrichtenmagazins ein durch künstliche Intelligenz gefälschtes Werbebanner angeklickt hatte. Die Anzeige war mit dem Bild einer bekannten Fernsehmoderatorin versehen.
Zwischen dem 4. Juni und September bewegten vier Anruferinnen den Mann dazu, vier Überweisungen auf Konten in Bulgarien, Malta und Litauen zu tätigen. Da er die Transaktionen selbst autorisiert hatte, blieb eine Rückbuchung erfolglos. Die Polizeiinspektion Gauting unter Leitung von Andreas Ruch nahm die Anzeige auf und warnte vor einer anhaltenden Hochkonjunktur beim Anlagebetrug.
Fragwürdige Schulungsangebote und Schneeballsysteme
Neben fingierten Werbeanzeigen verbreiten sich dubiose Angebote auch über soziale Netzwerke. Ein Beispiel dafür ist die von Alexander Orlovsky, auch bekannt als Oleksandr Orlovsky, betriebene Financial Freedom Academy. Das Angebot tritt seit etwa zwei Jahren auf Plattformen wie TikTok, YouTube sowie Instagram auf und bezeichnet sich selbst als größte Krypto-Community der Ukraine.
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Geworben wird mit Versprechen von monatlichen Einnahmen im Bereich von Tausenden bis Hunderttausenden US-Dollar bei einem Einstieg von lediglich 100 US-Dollar. Nach eigenen Angaben sollen bereits über 20.000 Mitglieder erfolgreich sein.
Recherchen zeigen jedoch, dass eine entsprechende juristische Person in den Unternehmensregistern der Ukraine, Polens oder Dubais nicht existiert. Das Abonnement für den zugehörigen Kommunikationskanal kostet je nach Laufzeit zwischen 100 US-Dollar für einen Monat und 480 US-Dollar für zwölf Monate, wobei Zahlungen über Transit-Wallets ohne Speicherung abgewickelt werden.
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Von den sieben angebotenen Trainingsprogrammen beinhalten sechs eine Manager-Beratung. Nutzerberichten zufolge sind die Kursinhalte jedoch weitgehend frei im Internet zugänglich, während zugesicherte Kündigungsfristen innerhalb von drei Tagen in der Praxis nicht gewährt worden seien; ein Teilnehmer zahlte dabei 3.000 US-Dollar.
Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass betrügerische Modelle im Netz häufig nach dem Schneeballprinzip aufgebaut sind. Bei niedrigen Einstiegsbeträgen ab 500 Euro werden auf fingierten Plattformen zunächst Kursgewinne vorgetäuscht.
Nach kleineren erfolgreichen Testauszahlungen und anschließenden höheren Einzahlungen scheitern Auszahlungsanträge meist an angeblichen Zusatzgebühren für Verifizierungen oder Steuern, bevor der Dienst unzugänglich wird. Zur Aufrechterhaltung benötigen diese Systeme fortlaufend neue Einzahler, die zunehmend auch über Messenger und Dating-Dienste angeworben werden.
Risiken von Kontrollverlust und Überschuldung
Die Aktivitäten auf spekulativen Plattformen bergen zudem erhebliche Suchtrisiken. Die Schweizer Gesundheitsstiftung Radix registrierte in den vergangenen fünf bis sechs Jahren eine deutliche Zunahme problematischer Verhaltensweisen im Trading-Bereich.
Einer Untersuchung der Organisation Sucht Schweiz zufolge hat sich der Anteil von Personen mit riskantem Trading-Verhalten zwischen 2018 und 2022 nahezu verdreifacht. Nach Angaben von Radix-Leiter Domenic Schnoz ist es langfristig praktisch ausgeschlossen, durch Daytrading dauerhaft Gewinne zu erzielen.
Tradingsüchtige häufen oft Schulden im sechsstelligen Bereich an und sind damit durchschnittlich höher verschuldet als klassische Glücksspieler. Betroffen sind fast ausschließlich Männer über unterschiedliche Alters- und Bildungsschichten hinweg.
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