Anthropic erweitert AI for Science: 20 Forschungspartner erhalten Rechenzugang
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 00:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas KI-Unternehmen Anthropic hat eine deutliche Erweiterung seines Förderprogramms „AI for Science“ bekannt gegeben. Die Initiative, die im Mai 2025 ins Leben gerufen wurde und Forschenden kostenlose Rechenkontingente für die Claude-Modellfamilie bereitstellt, umfasst nun 20 wissenschaftliche Stiftungen, Institute sowie spezialisierte Forschungsgruppen. Viele der Kooperationen befinden sich derzeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium.
Die Bereitstellung der Rechenguthaben erfolgt künftig über drei verschiedene Vergabewege: Förderorganisationen und Fachgesellschaften reichen Kontingente an Forschende weiter, beteiligte Institute verteilen sie intern an eigene Teams, und ausgewählte Forschungsprojekte erhalten direkten Zugang.
Ein zentrales Ziel zahlreicher Vorhaben ist dabei die Bereitstellung offener Datensätze, quelloffener Software, gemeinsamer Standards sowie digitaler Bibliotheken für die Wissenschaftsgemeinschaft.
Breites Netzwerk aus Förderern und Forschungseinrichtungen
Zu den institutionellen Förderern im erweiterten Netzwerk gehört unter anderem die US National Science Foundation, die über ein Budget von 9 Mrd. US-Dollar verfügt und rund 25 Prozent der US-Bundesförderung für die Grundlagenforschung trägt.
Ebenfalls beteiligt sind traditionsreiche und neuere Organisationen wie die 1934 gegründete Alfred P. Sloan Foundation, die Simons Foundation, die 2024 gegründete Initiative Schmidt Sciences, der Open Source for Science Fund von Renaissance Philanthropy sowie die CAS.
Auf Seiten der wissenschaftlichen Einrichtungen arbeiten renommierte Institute mit Anthropic zusammen. Dazu zählen das Space Telescope Science Institute, das für Weltraumteleskope wie Hubble, Webb und Roman zuständig ist, das Wellcome Sanger Institute, das Francis Crick Institute mit mehr als 100 Forschungsgruppen, der Bereich Life Sciences am Imperial College London, das an sechs Standorten vertretene Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) sowie die Gladstone Institutes.
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Vielfältige Projekte von Klimamodellen bis Genomik
Inhaltlich erstreckt sich die Unterstützung auf konkrete Forschungsprojekte unterschiedlicher Disziplinen. Zu den geförderten Vorhaben gehören das an der Princeton University angesiedelte Projekt FlyWire, das LEAP-Projekt der Columbia University zur Verknüpfung von maschinellem Lernen und physikalischen Grundlagen in Klimamodellen, das AstroPath-Projekt der Johns Hopkins University sowie das Projekt Tau Ceti, das sich der mathematischen Lean-Bibliothek widmet.
Im Bereich der Biomedizin zählen das gnomAD-Konsortium am Broad Institute mit DNA-Daten von über 800.000 Menschen und das australische Centre for Population Genomics zu den Partnern.
Erste praktische Anwendungen zeigen konkrete Arbeitsergebnisse. In einer Zusammenarbeit mit dem Allen Institute konnten KI-Agenten die Dauer von Datenanalysen von mehreren Monaten auf wenige Stunden verkürzen. Das Forschungsinstitut HHMI Janelia arbeitet im Rahmen des Programms an einem sogenannten Model Hardware Standard, der als Vorschauversion vorliegt und den sicheren Einsatz von KI-Modellen beim Betrieb von Laborgeräten regeln soll.
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Zusätzlich hat Anthropic einen separaten Förderaufruf für den Bereich seltener genetischer Erkrankungen gestartet. Dieser gliedert sich in zwei Förderlinien für die akademische Grundlagenforschung sowie für junge Biotechnologie-Unternehmen und umfasst Guthaben im Umfang von bis zu 50.000 US-Dollar.
Die Monarch Initiative setzt als früherer Partner des Programms bereits Modelle ein, um Dateninteroperabilität herzustellen und Krankheiten mechanistisch zu klassifizieren. Ziel ist es, die Zeitspanne zwischen der genetischen Diagnose und der Entwicklung therapeutischer Ansätze zu verkürzen.
