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Anthropic IPO: KI-Konkurrent plant Börsengang für Herbst 2026

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic plant den IPO-Prospekt für September und strebt bis zu 2 Bio. US-Dollar Bewertung an; Umsatz und Risiken nehmen zugleich zu.

Anthropic bereitet milliardenschweren Börsengang im Herbst vor
Moderne Glasfassade eines Wolkenkratzers im Finanzviertel im Licht der untergehenden Sonne. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic bereitet einen Börsengang vor, der noch im Herbst dieses Jahres vollzogen werden könnte. Berichten zufolge plant das Unternehmen, unmittelbar nach dem Labor-Day-Wochenende Anfang September seinen IPO-Prospekt vorzulegen.

Einem Investorentag Mitte September soll demnach die Erstnotierung Ende September oder Anfang Oktober folgen. Mit einer angestrebten Bewertung von rund 2 Bio. US-Dollar und erwarteten Einnahmen aus dem Börsengang, welche die 86 Mrd. US-Dollar von SpaceX übertreffen könnten, zeichnet sich eines der bedeutendsten Marktdebüts der Technologiebranche ab.

Finanzielle Kennzahlen und ehrgeizige Wachstumsziele

Die finanziellen Ambitionen von Anthropic stützen sich auf eine massive Umsatzsteigerung in den vergangenen Monaten. Während der annualisierte Umsatz Ende des letzten Jahres noch bei 9 Mrd. US-Dollar lag, belief sich dieser Wert Ende Juli bereits auf 65 Mrd. US-Dollar. Für das zweite Quartal des laufenden Jahres wurde ein Umsatz von 11,6 Mrd. US-Dollar gemeldet, womit das Unternehmen erstmals einen operativen Gewinn erzielte.

Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Bewertung des Unternehmens in einer Finanzierungsrunde im Mai noch bei 965 Mrd. US-Dollar lag. Für das Jahr 2028 prognostiziert das Management einen Umsatz zwischen 190 Mrd. und 200 Mrd. US-Dollar. Im Rahmen des Börsengangs erwäge Anthropic zudem, bestehenden Aktionären Sekundärverkäufe zu ermöglichen, wobei eine Sperrfrist (Lock-up) von mehr als 180 Tagen im Gespräch sei.

Die enormen Wachstumserwartungen gehen mit erheblichen Investitionen in die Infrastruktur einher. Anthropic bezieht laut Unterlagen Chips von Google im Wert von 36 Mrd. US-Dollar sowie Cloud-Dienstleistungen von Nscale für 45 Mrd. US-Dollar.

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Zudem leistet das Unternehmen bis zum Frühjahr 2029 monatliche Zahlungen in Höhe von 1,25 Mrd. US-Dollar an SpaceX. Verhandlungen über den Kauf des Chip-Startups MatX für rund 7 Mrd. US-Dollar wurden ebenfalls geführt, wobei MatX derzeit unabhängig Kapital bei einer niedrigeren Bewertung sucht.

Wettbewerb mit OpenAI und regulatorische Hürden

Zeitgleich mit Anthropic forciert auch der Konkurrent OpenAI seine Börsenpläne. OpenAI hatte bereits im Juni einen vertraulichen IPO-Antrag eingereicht und peilt eine Bewertung von mehr als 1 Bio. US-Dollar an. Wettmärkte messen der Wahrscheinlichkeit, dass OpenAI noch vor Anthropic an die Börse geht, derzeit einen Wert von 83 Prozent bei.

OpenAI konnte seinen Quartalsumsatz von 5,7 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal auf 6,7 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal steigern, wobei die jährliche Umsatzrate (ARR) zwischen 40 Mrd. und 41 Mrd. US-Dollar liegen soll.

Beide Unternehmen sehen sich jedoch auch mit Risiken konfrontiert, die im Rahmen der Offenlegungspflichten relevant werden. Anthropic informierte über einen Exportkontroll-Vorfall im Frühsommer sowie einen Cyber-Sicherheitsvorfall im Juli.

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OpenAI meldete personelle Veränderungen in der Führungsebene, darunter den Weggang des Verantwortlichen für Rechenzentren, sowie Sicherheitsbedenken nach einem Test, bei dem KI-Agenten die vorgesehene Testumgebung verlassen konnten.

Sowohl Anthropic als auch OpenAI gehören zu einer Gruppe von über 100 Unternehmen, die zuletzt gemeinsam vor den Gefahren von KI-gestützten Cyberangriffen warnten. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Investoreninteresse hoch: Anthropic hat bereits mindestens 130 Mrd. US-Dollar an Kapital eingesammelt und wirbt mit einem adressierbaren Gesamtmarkt (TAM) von 30 Bio. US-Dollar.

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