Anthropic überholt OpenAI: KI-Startup erreicht 965-Milliarden-Bewertung
31.05.2026 - 12:32:39 | boerse-global.de
Nach heftiger Kritik von Marktteilnehmern hat der ChatGPT-Konkurrent seine Warnung vor unautorisierten Aktiengeschäften deutlich entschärft. Statt acht sind nun nur noch vier Sekundärmarkt-Plattformen gelistet.
Panik unter Investoren nach erster Warnung
Die Verwirrung war groß, als Anthropic ursprünglich acht Plattformen des unerlaubten Handels mit Firmenanteilen bezichtigte. Nach öffentlichen Protesten aktualisierte das Unternehmen die Liste am 30. und 31. Mai. Übrig blieben Open Door Partners, Unicorns Exchange, Pachamama und Upmarket.
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Besonders hitzig verlief der Streit mit der Plattform Hiive, die zunächst auf der schwarzen Liste stand. Deren CEO Sim Desai stellte klar: „Unser System führt keine Aktienübertragungen ohne ausdrückliche Zustimmung des Unternehmens durch.“ Desai kritisierte Anthropic scharf für die mangelnde Kommunikation vor der Veröffentlichung. Die ursprüngliche Liste habe bei Anlegern Panik ausgelöst und zu Bewertungsverlusten bei Fonds mit Anthropic-Beteiligung geführt. Der Reputationsschaden sei enorm gewesen.
Milliardenbewertung und Rekord-Finanzierungsrunde
Der Streit um den Sekundärmarkt fällt in eine Phase rasanten Wachstums für den Entwickler des KI-Assistenten Claude. Erst Anfang Mai sicherte sich Anthropic eine Series-H-Finanzierungsrunde über 65 Milliarden Euro. Die Post-Money-Bewertung liegt nun bei umgerechnet rund 965 Milliarden Euro – und damit über dem Branchenrivalen OpenAI, der zuletzt mit etwa 852 Milliarden Euro bewertet wurde.
An der Runde beteiligten sich namhafte Investoren wie Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital. Auch die Technologiekonzerne Samsung und SK Hynix sicherten sich strategische Anteile.
Erster operativer Gewinn in greifbarer Nähe
Die Finanzzahlen des Unternehmens sprechen eine deutliche Sprache: Der annualisierte Umsatz liegt bei über 47 Milliarden Euro. Analysten rechnen damit, dass Anthropic bereits im zweiten Quartal seinen ersten operativen Gewinn ausweisen wird.
Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen offenbar erste Gespräche über einen möglichen Börsengang aufgenommen. Insidern zufolge fanden bereits Sondierungsgespräche mit den Investmentbanken Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley statt.
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Rechtsstreit mit der US-Regierung
Doch nicht alles läuft rund für das KI-Unternehmen. Anthropic befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium und weiteren Bundesbehörden. Hintergrund: Das Pentagon hatte das Unternehmen als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft.
Anthropic wirft der Regierung Vergeltung vor – ausgelöst durch die firmeneigene Politik zur Technologienutzung. Das Unternehmen verbietet ausdrücklich den Einsatz seiner KI in autonomen Waffensystemen. Diese Haltung führte zum offenen Konflikt mit der Administration, die den Einsatz von Anthropic-Tools in Bundesbehörden stoppte.
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