Anthropic, Pentagon

Anthropic und Pentagon: US-MilitÀr beendet Nutzung von Claude

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Ende der militÀrischen Claude-Nutzung setzt das Pentagon auf VertrÀge mit Google, xAI und OpenAI.

Anthropic: Pentagon beendet Claude-Einsatz nach Streit um KI-Schutzregeln
Ein langer, steriler Flur in einem streng gesicherten RegierungsgebÀude mit SichtbetonwÀnden und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Verteidigungsministerium setzt keine Produkte des KI-Entwicklers Anthropic mehr ein. Ein Pentagon-Beamter bestĂ€tigte diesen Schritt gegenĂŒber dem britischen Sender BBC. Damit endet vorerst die Verwendung des Sprachmodells Claude bei den US-StreitkrĂ€ften, nachdem das Unternehmen zuvor einen Vertrag im Umfang von 200 Millionen US-Dollar mit dem Verteidigungsministerium gehalten hatte.

Noch in der Vorwoche war die Technologie laut mehreren BBC-Quellen fĂŒr Forschung, Analyse, Nachrichtengewinnung sowie MilitĂ€roperationen im Zusammenhang mit dem Iran genutzt worden, unter anderem integriert in das Palantir-System Maven.

Streit um Sicherheitsvorkehrungen und Lieferketteneinstufung

Auslöser der Auseinandersetzung sind Vorgaben zur Nutzung der KI-Modelle. Anthropic verweigerte die Aufhebung interner Schutzvorkehrungen, die den Einsatz der Technologie fĂŒr MassenĂŒberwachung und autonome Waffen verhindern sollen. Gegen die daraufhin erfolgte Einstufung durch die US-Behörden reichte das Unternehmen Klage ein.

Am 25. September 2026 bestĂ€tigte der US-Berufungsgerichtshof fĂŒr den D.C. Circuit mit zwei zu eins Stimmen die Einstufung von Anthropic als Lieferkettenrisiko nach dem FASCSA-Statut. Das Gericht wertete die in Claude eingebauten NutzungsbeschrĂ€nkungen als eine mögliche Manipulation der Produktfunktion und wies die EinwĂ€nde von Anthropic zu Verfahrensfragen sowie zur Meinungsfreiheit zurĂŒck.

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Richterin Karen L. Henderson widersprach dieser Entscheidung in einem Sondervotum. Zuvor hatte am 27. August 2026 ein kalifornisches Bezirksgericht eine entsprechende Einstufung nach einem anderen rechtlichen Rahmen aufgehoben.

Ausweichmanöver auf alternative Anbieter

Das Urteil des Berufungsgerichts vom 25. September 2026 begrĂŒndet kein unmittelbares, eigenstĂ€ndiges Vertragsverbot, ermöglicht der US-Regierung jedoch, den Ausschluss ĂŒber behördliche Anweisungen und konkrete Vertragsklauseln durchzusetzen. Wie viele Nutzer oder Einzelsysteme innerhalb des MilitĂ€rs von der aktuellen Beendigung der Nutzung betroffen sind, ist nicht bekannt.

Das Verteidigungsministerium sicherte sich parallel alternative Partnerschaften und schloss VertrÀge mit Google, xAI und OpenAI ab. Zwei Informanten zufolge wurden Werkzeuge von OpenAI zuletzt in einigen MilitÀrbereichen bereits verstÀrkt eingesetzt.

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RegierungsplÀne und finanzielle Lage

Anthropic versucht ungeachtet der Entwicklung, seine PrĂ€senz im öffentlichen Sektor abseits des Verteidigungsbereichs zu behaupten. Am 30. September 2026 stellte das Unternehmen Claude for Government fĂŒr Bundes- und Landesbehörden in einer gesicherten FedRAMP-High-Umgebung allgemein bereit.

Finanziell steht der Entwickler vor gewaltigen Herausforderungen und ambitionierten PlĂ€nen: FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 verzeichnete Anthropic bei einem Umsatz von 4,6 Milliarden US-Dollar einen Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar. Berichten von Fortune und PYMNTS zufolge wird vor Thanksgiving 2026 ein Börsengang bei einer Bewertung von nahezu zwei Billionen US-Dollar angestrebt.

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