Apotheken im Krisenfall: Bundesapothekerkammer fordert feste PlÀtze in KrisenstÀben
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie flĂ€chendeckende Arzneimittelversorgung in Krisenzeiten erfordert rechtzeitige Vorbereitungen im Regelbetrieb. Auf dem Symposium âDeutschland im Krisenfall â welche Rolle ĂŒbernehmen Apotheken?â in Berlin hat die Bundesapothekerkammer das Strategiepapier âResiliente Gesundheitsversorgung durch Apothekenâ beschlossen, das vom Vorstand der ABDA verabschiedet wurde.
Wie Berichte von Mitte Oktober 2026 darlegen, soll das Papier als Leitfaden fĂŒr anstehende GesprĂ€che mit der Bundesregierung und den zustĂ€ndigen Katastrophenschutzbehörden dienen.
PrĂ€sident Dr. Armin Hoffmann hob hervor, dass jede einzelne Apotheke notwendig sei, um die Arzneimittelversorgung sowohl im Frieden als auch in Krisensituationen flĂ€chendeckend zu gewĂ€hrleisten. Apotheken fungierten dabei als zentrale Gesundheitsknotenpunkte, FrĂŒhwarnsysteme und Sicherheitsanker fĂŒr die Bevölkerung.
Kernforderungen fĂŒr eine krisenfeste Versorgungsstruktur
Vorgestellt wurde das Strategiekonzept durch die Leiterin der zustĂ€ndigen Arbeitsgruppe, Dr. Maike Fedders. Die zentrale Botschaft des Papiers lautet, dass Resilienz bereits im Normalbetrieb aufgebaut, geĂŒbt und nachhaltig finanziert werden mĂŒsse.
Zu den zentralen Forderungen der Bundesapothekerkammer zÀhlen:
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- Die verbindliche Einbindung von öffentlichen Apotheken, Krankenhausapotheken, Bundeswehrapotheken und Apothekerkammern in behördliche KrisenstÀbe und bestehende Katastrophenschutzstrukturen.
- Eine strategische Bevorratung mit lebensnotwendigen Medikamenten, Verbandstoffen und Hilfsmitteln.
- Die EinfĂŒhrung digitaler Lagebilder, um VersorgungsengpĂ€sse kĂŒnftig in Echtzeit erkennen zu können.
- Konkrete SchutzmaĂnahmen gegen Cyberangriffe und StromausfĂ€lle.
- Eine langfristig tragfĂ€hige VergĂŒtung der dauerhaften Krisenbereitschaft.
Das vollstÀndige Papier stellt die Bundesapothekerkammer auf dem Portal abda.de zum Download bereit.
Perspektiven aus Politik, Bundeswehr und Praxis
Die Inhalte des Strategiepapiers wurden im Rahmen der Veranstaltung im Dialog mit Vertretern aus Politik, StreitkrÀften und der medizinischen Praxis diskutiert. An der Debatte beteiligten sich unter anderem Ines Perea aus dem Bundesgesundheitsministerium, Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert von der Bundeswehr sowie Dr. med. Kristina Böhm aus Dresden.
Oberstapotheker Bernd Klaubert forderte, den Ernstfall gezielt zu proben und das pharmazeutische Personal frĂŒhzeitig auf unangenehme Dienste vorzubereiten.
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In einer akuten Krisensituation mĂŒssten eine verlĂ€ssliche Energieversorgung, ausreichend Personal, eindeutig geregelte Verantwortlichkeiten, etablierte Netzwerke und ein angepasster Arzneimittelvorrat gewĂ€hrleistet sein. Klaubert wies darauf hin, dass sich die Zusammensetzung des apothekenĂŒblichen Vorrats in einer Krise gegenĂŒber dem Normalbetrieb verĂ€ndere.
Zwar sei Deutschland generell gut aufgestellt, doch habe man verlernt, sich auf das Ungewohnte einzustellen, erlÀuterte der Oberstapotheker weiter. WÀhrend die Thematik in der Nationalen Sicherheitsstrategie ErwÀhnung finde, fehle ihm der konkrete Aspekt der Vorsorge im geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz.
