Apple-Kartell: DOJ und Konzern führen Vergleichsgespräche
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 08:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Apple und das US-Justizministerium (DOJ) haben erste Gespräche zur Beilegung des milliardenschweren Kartellverfahrens aufgenommen. Der Rechtsstreit um das iPhone-Ökosystem könnte damit noch vor einem Prozess enden.
Branchenbeobachter berichten, dass Apple im laufenden Jahr bereits mehrere Vergleichsangebote vorgelegt hat. Die Klage, die 2024 vom DOJ und bis zu 19 US-Bundesstaaten eingereicht wurde, wirft dem Konzern vor, durch die Kontrolle über das iOS-Betriebssystem ein Smartphone-Monopol aufrechterhalten zu haben. Ob die Verhandlungen tatsächlich zu einer Einigung führen, ist noch offen.
Kernvorwürfe und Apples Zugeständnisse
Die Regierung warf Apple mehrere wettbewerbswidrige Praktiken vor: die Einschränkung von „Super-Apps", die Begrenzung von Cloud-Gaming und Streaming-Diensten sowie die Bevorzugung von iMessage gegenüber plattformübergreifenden Nachrichtenstandards. Hinzu kamen die Verweigerung des NFC-Chip-Zugriffs für Drittanbieter und die fehlende Kompatibilität der Apple Watch mit Android-Geräten.
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Seit Klageeinreichung hat Apple überraschend viele Zugeständnisse gemacht. Der Konzern führte den RCS-Standard für bessere Nachrichtenkompatibilität ein, startete ein Mini-Apps-Programm und öffnete den NFC-Chip für Drittanbieter. Rechtsexperten sehen darin eine deutliche Schwächung der ursprünglichen DOJ-Position – auch wenn die Android-Inkompatibilität der Apple Watch weiterhin ein Streitpunkt bleibt.
Juristischer Verlauf und politischer Rahmen
Der Weg zu den Vergleichsgesprächen war steinig. Im Juni 2025 scheiterte Apple mit einem Antrag auf Klageabweisung. Allerdings errang der Konzern diese Woche einen wichtigen Erfolg in einem Beweisstreit, was die Verhandlungsposition gestärkt haben dürfte.
Die neue Verhandlungsbereitschaft des DOJ passt zur Strategie der aktuellen US-Regierung. Unter Präsident Trump zeigt das Justizministerium verstärkt Interesse daran, hochkarätige Kartellfälle außergerichtlich zu lösen.
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Marktreaktion und offene Fragen
Die Nachricht über die Gespräche bewegte die Börse nur leicht: Apple-Aktien schlossen 1,1 Prozent im Minus. Der Gesamttrend bleibt jedoch stark – seit Jahresbeginn legte die Aktie um 23 Prozent zu.
Ein Prozessdatum steht noch nicht fest. Sollte es zu einem Vergleich kommen, müsste Apple vermutlich weitere strukturelle oder verhaltensbezogene Auflagen akzeptieren, um fairen Wettbewerb im mobilen Ökosystem zu gewährleisten. Scheitern die Gespräche, droht ein Gerichtsverfahren, das die Grundfesten des App Store und der iPhone-Plattform erschüttern könnte.
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