Apple-Klage gegen OpenAI: 400 abgeworbene Mitarbeiter, Geheimnisdiebstahl
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 10:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der KI-Riese OpenAI fordert über eine Million Euro von Elon Musks Unternehmen xAI zurück – nachdem ein Richter eine Klage wegen angeblichen Geheimnisverrats abgewiesen hatte. Gleichzeitig sieht sich OpenAI mit einer neuen, schwerwiegenden Klage von Apple konfrontiert.
Millionenforderung nach gescheiterter Klage
Am Montag reichte OpenAI bei einem Bundesgericht in San Francisco einen Antrag ein, der über eine Million Euro (umgerechnet rund 1,1 Millionen Dollar) von xAI fordert. Das Unternehmen argumentiert, die Klage von xAI sei von Anfang an haltlos gewesen und habe erhebliche Ressourcen für die Verteidigung gebunden.
Der Schritt folgt auf eine Entscheidung von US-Bezirksrichterin Rita Lin Mitte Juni, die die Klage von xAI endgültig abwies. Bereits im Februar hatte sie die Vorwürfe zurückgewiesen. In ihrer Begründung hieß es, die beschriebenen Einstellungspraktiken seien branchenüblich und stellten keine Verletzung von Geschäftsgeheimnissen dar. xAI hat zwar Berufung eingelegt, doch OpenAI sieht die Klage als Missbrauch des Rechtssystems.
Der ursprüngliche Rechtsstreit aus September 2025 warf OpenAI vor, gezielt Ingenieure abgeworben zu haben, um an vertrauliche Informationen über das KI-Modell Grok zu gelangen.
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Apples 41-seitige Anklageschrift
Während OpenAI die Kosten von xAI eintreibt, steht das Unternehmen selbst unter Druck. Am Freitag, dem 10. Juli 2026, reichte Apple eine 41-seitige Klage ein. Der Vorwurf: OpenAI habe systematisch Geschäftsgeheimnisse gestohlen – durch die Abwerbung von über 400 ehemaligen Apple-Mitarbeitern.
Neben OpenAI sind zwei frühere Apple-Angestellte namentlich beklagt: Chang Liu und Tang Yew Tan. Liu, der im Januar 2026 zu OpenAI wechselte, soll kurz nach seinem Ausscheiden einen Netzwerkfehler ausgenutzt haben, um vertrauliche Hardwaredaten herunterzuladen.
Noch brisanter: Tan soll noch während seiner Zeit bei Apple Bewerber angewiesen haben, physische Apple-Komponenten zu Vorstellungsgesprächen bei OpenAI mitzubringen – als „Show and Tell“. Laut Klage habe OpenAI Neueinstellungen zudem geschult, wie sie Sicherheitsprotokolle umgehen und einen Zulieferer täuschen können, um an eine geschützte Metallveredelungstechnik zu gelangen. OpenAI bestreitet die Vorwürfe.
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Schlagabtausch der Tech-Chefs
Die juristischen Auseinandersetzungen werden von einem öffentlichen Streit der Unternehmenslenker begleitet. Am 13. Juli 2026 bezeichnete Elon Musk OpenAI-CEO Sam Altman auf der Plattform X als „Betrüger“. Altman konterte und stellte Musks jüngsten Fokus auf Weltraum-Rechenzentren für Börsenanleger infrage.
Der offene Konflikt zeigt: Die Spannungen zwischen den Tech-Giganten nehmen zu – und das nicht nur vor Gericht. Der Kampf um Talente und Technologie wird zunehmend mit harten Bandagen geführt.
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