Apple M4: Entwickler knackt Neural Engine und freischaltet 15,8 TFLOPS
17.06.2026 - 23:26:48 | boerse-global.de
Ein Entwickler hat die Software-Beschränkungen des Apple M4-Prozessors umgangen und die volle Rechenleistung des Neural Engine für KI-Training freigeschaltet. Möglich werden dadurch 15,8 TFLOPS – ohne Umweg über Apples eigene Frameworks.
Durchbruch bei der KI-Beschleunigung
Der als 0x0SojalSec bekannte Entwickler Md Ismail Sojal hat den Neural Engine (ANE) des M4-Chips per Reverse Engineering geknackt. Statt über die üblichen Schnittstellen wie CoreML oder Metal zu gehen, kommuniziert seine Lösung direkt mit der Hardware. Das Ergebnis: volle Backpropagation und Transformer-Training direkt auf dem Neural Engine – und das in Millisekunden pro Schritt.
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Bisher waren die KI-Fähigkeiten der Apple-Chips durch die hauseigene Software-Umgebung stark eingeschränkt. Entwickler mussten auf die GPU ausweichen oder Kompromisse bei der Leistung machen. Sojal umgeht diese Hürden komplett.
Eigenes System umgeht Apple-Sperren
Der Schlüssel zum Erfolg: eine eigens entwickelte Model Intermediate Language (MIL). Diese Programmiersprache spricht den ANE direkt an, ohne die von Apple vorgesehenen Beschränkungen.
Um maximale Geschwindigkeit zu erreichen, setzt Sojal auf mehrere Tricks:
- RAM statt Flash: Alle Daten laufen über den Arbeitsspeicher, um die langsamen NAND-Speicherchips zu umgehen
- Automatische Prozess-Wiederbelebung: Der Befehl exec() startet hängengebliebene Trainingsprozesse selbstständig neu
- Kein API-Overhead: Die KI-Berechnungen laufen ohne die Bremse von Apples Hochsprachen-Schnittstellen
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Forschungslabor statt Spielwiese
Der Zeitpunkt des Hacks ist kein Zufall. Nur einen Tag zuvor hatten MIT-Forscher den „Fractal“-Kernel vorgestellt – ein Tool zur präzisen Messung von Chip-Verhalten. Bei Tests auf dem Apple M1 entdeckten die Wissenschaftler sogenannte Phantom-Spekulationen. Zudem stellten sie fest, dass die bedingte Sprungvorhersage nicht nach Privilegstufen getrennt war.
Die Ergebnisse wurden Apple gemeldet. Sie zeigen: Unabhängige Entwickler und akademische Forscher rücken Apples hauseigener Silizium-Architektur immer weiter auf die Pelle. Der M4-Bypass dürfte dabei nur der Anfang sein.
