Apple-Sammelklage, Milliarden

Apple-Sammelklage: 32,5 Milliarden Dollar wegen Gesichtsdaten

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 15:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gericht erlaubt Sammelklage gegen Apple wegen biometrischer Daten ohne Zustimmung. Potenzielle Schadensersatzforderungen von bis zu 32,5 Milliarden US-Dollar.

Apple droht Milliardenstrafe: US-Richter lässt Gesichtsdaten-Klage zu
Abstrakte digitale Gesichtserkennung und biometrische Datenpunkte auf einem Smartphone-Display. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein US-Bundesrichter hat eine Sammelklage gegen Apple zugelassen. Der Vorwurf: Die Fotos-App sammelt biometrische Gesichtsdaten ohne Einwilligung der Nutzer. Im schlimmsten Fall kostet das den Konzern Milliarden.

Gesichtserkennung ohne Zustimmung?

Der Kern des Streits: Die Gesichtserkennungsfunktion der Fotos-App identifiziert und sortiert Personen in Aufnahmen. Die Kläger werfen Apple vor, diese biometrischen Merkmale gespeichert zu haben – ohne die nach dem Biometric Information Privacy Act (BIPA) von Illinois erforderliche ausdrückliche Zustimmung.

Die Klage stammt aus dem Frühjahr 2020. Ende Juni lehnte ein Berufungsgericht Apples Einspruch gegen die Zertifizierung als Sammelklage ab. Rund 6,5 Millionen Einwohner von Illinois können nun gemeinschaftlich klagen. Sie werden in drei Gruppen unterteilt: lokale Gerätenutzer seit September 2016, iCloud-Mitglieder sowie Nutzer, deren Daten über Cloud-Server verarbeitet wurden.

Milliardenrisiko für Apple

Die BIPA-Regelung sieht Entschädigungen zwischen 1.000 und 5.000 US-Dollar pro Verstoß vor. Bei 6,5 Millionen Betroffenen summiert sich das auf theoretisch 32,5 Milliarden US-Dollar. Apple bestreitet die Vorwürfe.

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Die Branche kennt solche Fälle: Ein Konkurrenzunternehmen zahlte 2021 rund 650 Millionen US-Dollar in einem ähnlichen Verfahren, ein Suchmaschinenbetreiber legte 100 Millionen US-Dollar auf den Tisch. Ob Apple vor Gericht zieht oder einen Vergleich sucht, bleibt offen.

Weltweiter Gegenwind

Doch der Ärger hört in den USA nicht auf. In São Paulo reichte Ende Juli eine Zivilklage gegen Apple ein: Der Konzern soll Minderjährigen ohne ausreichende Altersverifikation Zugang zu Glücksspiel-Apps gewährt haben. Kinderschutzorganisationen fordern rund 59 Millionen US-Dollar Schadenersatz sowie tägliche Strafzahlungen, falls keine strikte Identitätsprüfung eingeführt wird.

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In Großbritannien wehrt sich Apple gegen eine behördliche Anordnung zu verschlüsselten iCloud-Backups. Im Juli legte der Konzern Beschwerde ein, im kommenden Monat steht eine erste Verfahrenskonferenz an. Die Fälle betreffen unterschiedliche Rechtsbereiche – gemeinsam zeigen sie, wie stark der regulatorische Druck auf Apple wächst.

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