Apple, PrismML

Apple verhandelt mit PrismML: KI-Modelle auf iPhones ab 4 GB

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple prüft Technologie von PrismML, um große KI-Modelle auf iPhones zu bringen. Die Komprimierung könnte auch ältere Geräte fit für KI machen.

Apple verhandelt mit PrismML über KI-Kompression für iPhones
Eine Hand hält ein iPhone mit einem leuchtenden, komplexen neuronalen Netzwerk, das KI-Modelle auf dem Gerät darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Apple führt Gespräche mit dem Startup PrismML, um große KI-Modelle direkt auf iPhones lauffähig zu machen. Die Technologie könnte die Art und Weise, wie wir künstliche Intelligenz auf mobilen Geräten nutzen, grundlegend verändern.

Der US-Konzern evaluiert derzeit eine Komprimierungstechnologie, die selbst anspruchsvolle KI-Modelle auf handelsübliche Smartphone-Hardware bringt. Im Zentrum steht die Fähigkeit von PrismML, große Sprachmodelle drastisch zu verkleiner- – ohne ihre Kernfunktionen zu verlieren.

Winzige Modelle, riesige Wirkung

Die Zahlen sind beeindruckend: PrismML gelang es, ein Modell mit 27,8 Milliarden Parametern von ursprünglich 54 Gigabyte auf weniger als vier Gigabyte zu schrumpfen. Das ist klein genug, um auf aktuellen iPhones wie dem iPhone 15 Pro und neueren Modellen zu laufen.

Das Geheimnis liegt in neuartigen Speicherverfahren. PrismML nutzt sogenannte 1-Bit- und 1,58-Bit-Ternärspeicher. Das Unternehmen verspricht dadurch zehn- bis fünfzehnmal weniger Speicherverbrauch, sechs- bis achtmal schnellere Berechnungen und eine drei- bis sechsmal geringere Stromaufnahme.

Der Haken: Die Komprimierung führt zu leichten Einbußen bei der Genauigkeit und einem etwas schwächeren Faktenverständnis. Doch der Vorteil wiegt schwer: Die Modelle arbeiten komplett auf dem Gerät – ohne Cloud-Anbindung. Das schützt die Privatsphäre der Nutzer und ermöglicht Funktionen auch offline.

Bonsai 27B: Start frei für Entwickler

Passend zu den Verhandlungen veröffentlichte PrismML am heutigen Dienstag sein Modell Bonsai 27B. Es steht unter der offenen Apache-2.0-Lizenz und läuft sowohl auf Apple-Hardware (über das MLX-Framework) als auch auf NVIDIA-Chips (über CUDA).

Das Modell gibt es in mehreren Varianten: Die 1-Bit-Version benötigt rund vier Gigabyte Arbeitsspeicher, die 1,58-Bit-Ternärversion etwa 5,9 Gigabyte. Letztere behält laut PrismML über 95 Prozent der Leistung eines unkomprimierten Modells.

Auf leistungsstarken Desktop-Rechnern erreicht Bonsai 27B bis zu 163 Tokens pro Sekunde. Auf einem iPhone 17 Pro sind es in der 1-Bit-Version immerhin noch rund elf Tokens pro Sekunde – genug für flüssige Textgenerierung.

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PrismML wurde vom kalifornischen Caltech ausgegründet und sicherte sich kürzlich 16,25 Millionen US-Dollar (rund 14,8 Millionen Euro) in einer Seed-Finanzierungsrunde unter Führung von Khosla Ventures. CEO Babak Hassibi bestätigte die Gespräche mit Apple, betonte aber, dass sie sich noch in einer frühen Phase befänden.

iOS 27: Siri bekommt Superkräfte

Das Interesse an externer Komprimierungstechnologie kommt nicht von ungefähr. Apple treibt parallel seine eigenen KI-Fähigkeiten massiv voran. Erst am Montag veröffentlichte der Konzern die öffentliche Beta von iOS 27 – mit einer komplett überarbeiteten Siri, die auf „Apple Intelligence" basiert.

Die neue Siri versteht Bildschirminhalte, merkt sich Gesprächskontexte und kann Aktionen über verschiedene Apps hinweg ausführen. Interne Tests zeigen zudem deutliche Systemverbesserungen: App-Starts sollen bis zu 30 Prozent schneller sein, das Laden von Fotos 70 Prozent und AirDrop-Übertragungen sogar 80 Prozent.

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Der große Upgrade-Zyklus kommt

Doch es gibt einen Haken: Während die Basisversion von iOS 27 bis zum iPhone 11 zurück unterstützt, bleiben die fortsrittlichsten KI-Funktionen dem iPhone 15 Pro und neueren Modellen vorbehalten. Branchenbeobachter rechnen daher mit einem kräftigen Upgrade-Zyklus. Schätzungsweise 1,3 Milliarden aktive iPhones unterstützen die neue Siri und die Apple-Intelligence-Funktionen derzeit nicht.

Sollte Apple die PrismML-Technologie übernehmen, könnte sich das Blatt wenden. Denn dann ließen sich selbst hochkomplexe KI-Modelle auf älteren Geräten ausführen – und der Druck zum Neukauf würde sinken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus den vielversprechenden Gesprächen eine echte Partnerschaft wird.

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