Apple verklagt OpenAI: 400 Mitarbeiter abgeworben, Hardware-Spionage
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 22:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Apple hat eine 41-seitige Klage gegen OpenAI eingereicht. Der Vorwurf: Der ChatGPT-Entwickler habe mehr als 400 frühere Apple-Mitarbeiter abgeworben, um an vertrauliche Hardware-Expertise und geschützte Technologien zu gelangen. Die Klage wurde Anfang Juli 2026 eingereicht.
Der Vorwurf: Koordinierte Spionage
Die Klage nennt mehrere Beklagte, darunter die OpenAI Foundation, die OpenAI Group PBC und das Startup io Products. Namentlich genannt werden zudem Tang Yew Tan, aktuell Chief Hardware Officer bei OpenAI und ehemaliger Apple-Vizepräsident, sowie der frühere Apple-Ingenieur Chang Liu.
Laut Gerichtsdokument sollen Bewerber bei OpenAI gezielt aufgefordert worden sein, vertrauliche Informationen preiszugeben. Tang Tan habe Kandidaten gebeten, Apple-Teile, Prototypen und CAD-Designs zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen. Zudem soll OpenAI neue Mitarbeiter darin geschult haben, Sicherheitsprotokolle zu umgehen, um Informationen aus Apple herauszuschmuggeln.
Besonders schwer wiegt der Fall Chang Liu. Er verließ Apple im Januar 2026 und soll nach seinem Ausscheiden einen zuvor unbekannten Authentifizierungsfehler ausgenutzt haben, um sich unbefugten Zugang zum internen Apple-Netzwerk zu verschaffen. Dabei lud er angeblich vertrauliche Hardware-Dateien und technische Spezifikationen herunter. Eine weitere Mitarbeiterin, Alyssa Peng, soll ebenfalls Daten abgezweigt und an Liu weitergeleitet haben.
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Hardware-Rivalität verschärft sich
Der Rechtsstreit zeigt den wachsenden Konkurrenzkampf im Hardware-Sektor. OpenAI hat seine Hardware-Ambitionen massiv ausgeweitet und 2025 das Startup io Products für umgerechnet rund sechs Milliarden Euro übernommen. Die Firma stand zuvor in Verbindung mit bekannten Industriedesignern.
Apple behauptet, die gestohlenen Geschäftsgeheimnisse umfassten unter anderem eine proprietäre Metallveredelungstechnik sowie verschiedene Hardware-Roadmaps. Die Klage legt nahe, dass OpenAIs aggressive Abwerbung und der angebliche Datendiebstahl dazu dienen sollten, die eigene Geräteentwicklung zu beschleunigen. Trotz der juristischen Auseinandersetzung hält OpenAI offenbar an seinem Zeitplan fest: Eine Hardware-Ankündigung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, die Markteinführung für 2027.
Forderungen und Reaktionen
Apple fordert Schadensersatz und dauerhafte Unterlassungsverfügungen, um OpenAI die Nutzung der streitigen Geschäftsgeheimnisse zu untersagen. Zudem verlangt der Konzern die Rückgabe aller gestohlenen Materialien, darunter Laptops und physische Komponenten, die ehemalige Mitarbeiter angeblich behalten haben.
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OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte, man habe kein Interesse an Apples Geschäftsgeheimnissen, und bezeichnete die Klage als Angriff auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Technologiebranche. Juristen weisen darauf hin, dass Apple aufgrund des kalifornischen Rechts konkrete Diebstahls- oder Veruntreuungshandlungen nachweisen muss – die bloße Tatsache, dass frühere Mitarbeiter nun für einen Konkurrenten arbeiten, reicht vor Gericht nicht aus.
Apple hatte in den vergangenen Monaten angeblich außergewöhnliche Abwanderungsprämien gezahlt, um weitere Mitarbeiterabgänge zu verhindern. Die Klage zeigt nun: Der Konzern setzt auf richterliche Hilfe, um seine Hardware-Roadmap und interne Sicherheit zu schützen.
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