Apple, Siri-KI

Apple vs. EU: Siri-KI blockiert bis 27. Juli – Entscheidung naht

Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 07:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple fordert 18 Monate Aufschub fĂĽr Siri-KI in der EU, die Kommission lehnt ab. Eine Entscheidung bis Ende Juli 2026 steht an.

Apple und EU ringen um Verzögerung der neuen Siri-KI in Europa
Digitale Illustration eines KI-Gehirns mit Schaltkreisen ĂĽber einer Europakarte, Symbol fĂĽr Tech-Regulierung und KI-Entwicklung. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Apple-Chef Tim Cook und EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen haben am Dienstag in einer Videokonferenz über die verzögerte Einführung der neuen Siri-KI in Europa verhandelt. Der Streit könnte weitreichende Folgen für Millionen iPhone-Nutzer haben.

Hintergrund der Gespräche ist Apples Entscheidung, mehrere KI-Funktionen in der EU zurückzuhalten. Der Konzern beruft sich auf Bedenken wegen des Digital Markets Act (DMA) – des europäischen Gesetzes für digitale Märkte. Für Apple geht es um nichts weniger als die Zukunft seines KI-Assistenten in einem der wichtigsten Absatzmärkte der Welt.

Der Vorschlag: Ein „Trusted System Agent"

In den als konstruktiv beschriebenen Verhandlungen schlugen die Apple-Vertreter die Einführung eines sogenannten Trusted System Agent vor. Dieses Rahmenwerk soll Datenschutz und Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig die EU-Auflagen erfüllen. Konkret verlangte Apple eine 18-monatige Übergangsfrist, um die neuen KI-Technologien an die lokalen Anforderungen anzupassen.

Die EU-Kommission lehnte diesen Zeitaufschub jedoch ab. Ihre Position: Der DMA enthalte keine Bestimmungen, die die Einführung neuer Produkte verbieten oder verzögern würden. Vielmehr solle die Verordnung fairen Wettbewerb und Interoperabilität sicherstellen – kein Innovationshindernis sein. Eine formelle Einigung steht weiterhin aus.

Wer bekommt die neue Siri – und wer nicht?

Der Streit betrifft vor allem die iPhone- und iPad-Nutzer in der EU. Während Apple die neue Siri-KI auf Mac-Computern, Vision-Pro-Headsets und Apple Watches in Europa freigeben will, bleiben die Funktionen auf Smartphones und Tablets vorerst blockiert.

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Die geplante Einführung: Ein KI-Beta-Test soll noch 2026 starten, der finale Release ist für den Herbst vorgesehen. Die Hardware-Anforderungen sind hoch – nur iPhone 15 Pro, die iPhone-16-Reihe sowie Geräte mit M1-Chip oder neuer kommen in Frage. Auch in China wird Siri-KI zum Start nicht verfügbar sein.

Cooks neue Rolle – und ein drohendes Ultimatum

Die zeitliche Nähe der Verhandlungen ist kein Zufall. Tim Cook wechselt am 1. September 2026 in den Posten des Executive Chairman. In dieser Funktion soll er sich verstärkt um Regierungsbeziehungen und internationale Regulierungsfragen kümmern – eine Rolle, die er mit dem direkten Draht zur EU-Spitze bereits jetzt ausfüllt.

Die Europäische Kommission will bis zum 27. Juli 2026 eine formelle Entscheidung zum Siri-KI-Streit fällen. Der Druck wächst: Konkurrenten haben längst eigene KI-Tools auf den europäischen Markt gebracht, während die EU parallel Spezifikationsverfahren zu Interoperabilitätsfragen eröffnet hat.

Zeitgleich: EU lockert KI-Regeln – und verschärft sie

Am selben Tag verabschiedete der EU-Rat mehrere Vereinfachungen des AI Act. Die Fristen für die Einhaltung der Vorschriften für Hochrisiko-KI wurden verlängert: Für eigenständige Systeme gilt nun der 2. Dezember 2027, für eingebettete KI-Produkte der 2. August 2028.

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Doch die EU zog auch die Zügel an: Neue Verbote für KI-generierte Darstellungen von Kindesmissbrauch und nicht-einvernehmliche intime Bilder treten im Dezember 2026 in Kraft. Zudem müssen ab dem 2. Dezember 2026 KI-Inhalte mit Wasserzeichen versehen werden – ein Schritt zu mehr Transparenz, der auch Apples Pläne betreffen dürfte.

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