Apple, OpenAI

Apple vs. OpenAI: Einstweilige Verfügung wegen Datendiebstahl beantragt

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple fordert per Eilantrag ein Verbot der Nutzung gestohlener Geschäftsgeheimnisse durch OpenAI. Das KI-Unternehmen weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Apple reicht Eilantrag gegen OpenAI wegen Geheimnisverrats ein
Ein moderner, steriler Bürokomplex mit einem Tablet, das abstrakten Programmcode zeigt, als Symbol für einen Rechtsstreit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der juristischen Auseinandersetzung zwischen Apple und OpenAI hat der iPhone-Hersteller am 4. August 2026 einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung sowie eine beschleunigte Beweisaufnahme eingereicht. Apple wirft dem KI-Unternehmen den Diebstahl proprietärer Geschäftsgeheimnisse vor und fordert gerichtliche Maßnahmen, um die weitere Nutzung dieser Informationen zu unterbinden.

Vorwurf des Datendiebstahls durch ehemalige Mitarbeiter

Der bei einem US-Bundesrichter eingereichte Antrag zielt darauf ab, OpenAI sowie den beiden ehemaligen Apple-Mitarbeitern Chang Liu und Tang Yew Tan die Nutzung mutmaßlich entwendeter Geschäftsgeheimnisse zu untersagen. Neben der einstweiligen Verfügung verlangt Apple eine beschleunigte Beweisaufnahme sowie eidesstattliche Vernehmungen der Beteiligten.

Nach Darstellung von Apple könnten bis zu elf weitere ehemalige Angestellte vertrauliche Daten zu OpenAI mitgenommen haben. Das Unternehmen führt als Belege unter anderem ein Treffen an, bei dem proprietäre Informationen erörtert worden seien, sowie Screenshots von vertraulichen Dokumenten, die unrechtmäßig in den Besitz von OpenAI gelangt sein sollen.

Apple betonte in der Antragsschrift, dass dem Unternehmen ohne die einstweilige Verfügung ein irreparabler Schaden drohe. Zuvor habe man OpenAI angeboten, auf den Antrag zu verzichten, falls das Unternehmen fünf spezifischen Bedingungen zustimme. OpenAI habe zwar drei dieser Bedingungen akzeptiert, lehne jedoch die geforderten forensischen Inspektionen seiner Systeme weiterhin ab.

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OpenAI weist Vorwürfe als persönlich motiviert zurück

OpenAI reagierte am 4. August 2026 mit einer öffentlichen Erwiderung auf die Vorwürfe. In einem Blogbeitrag bezeichnete das Unternehmen die Klage als fahrlässig, aggressiv und seltsam persönlich. OpenAI erklärte, man habe kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen und besitze diese auch nicht.

Zur Entlastung veröffentlichte OpenAI unter anderem iMessage-Protokolle. Diese sollen belegen, dass Apple-Mitarbeiter nach dem Ausscheiden von Chang Liu diesen sogar um fachliche Hilfe gebeten hätten. Zudem kritisierte OpenAI die Vorgehensweise von Apples Rechtsvertretern: Ein Anwalt habe die falsche Person per E-Mail kontaktiert, und ein von Apple behauptetes Telefonat habe in der beschriebenen Form nie stattgefunden.

Hintergrund der Partnerschaft und personelle Verflechtungen

Die rechtliche Eskalation steht im Kontrast zur bisherigen Geschäftsbeziehung der beiden Konzerne, deren Partnerschaft im Juni 2024 begann. In der Zwischenzeit kam es jedoch zu erheblichen personellen Verschiebungen. Branchenberichten zufolge sind mittlerweile über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI beschäftigt.

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Ein wesentlicher Faktor in der Dynamik zwischen den Unternehmen ist zudem die Übernahme von Jony Ives Unternehmen „io“ durch OpenAI im Jahr 2025 für einen Betrag von 6,5 Milliarden US-Dollar. Im aktuellen Verfahren richtet sich Apples Antrag auf forensische Inspektionen explizit auch gegen io Products sowie gegen die namentlich genannten ehemaligen Mitarbeiter Liu und Tan.

Das zuständige Gericht hat die Anhörung zur einstweiligen Verfügung für den 1. Oktober 2026 angesetzt. Apple hatte die ursprüngliche Klage bereits im Juli 2026 eingereicht, sieht sich nun aber aufgrund der verweigerten Inspektionen gezwungen, den Druck durch die Anträge auf eine Verfügung und beschleunigte Beweisaufnahme zu erhöhen.

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