Apple vs. OpenAI: Klage wegen Diebstahl von Hardware-Geheimnissen
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 06:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de
San Francisco – Apple hat am 10. Juli 2026 Klage gegen OpenAI und mehrere ehemalige Mitarbeiter eingereicht. Der Vorwurf: eine koordinierte Kampagne zur Aneignung von Hardware-Geschäftsgeheimnissen. Die Klage vor dem US-Bezirksgericht für Nordkalifornien benennt OpenAIs Hardware-Chef Tang Tan, den früheren Apple-Ingenieur Chang Liu sowie die Firma io Products als zentrale Figuren.
Systematische Abwerbung als Strategie?
Das Kernargument der Klage: OpenAI habe systematisch Apple-Personal abgeworben, um die eigene Hardware-Entwicklung voranzutreiben. Besonders brisant: Über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen für OpenAI. Das deutet auf eine gezielte Strategie hin, statt auf Einzelfälle.
Die einst kooperative Beziehung zwischen den Unternehmen hat sich damit in eine direkte Rivalität verwandelt. OpenAI arbeitet Berichten zufolge an seinen ersten Hardware-Produkten, deren Markteinführung für 2027 erwartet wird.
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Konkrete Vorwürfe gegen die Ex-Mitarbeiter
Die Klage schildert detaillierte Einzelfälle. Tang Tan, früher Apples Vizepräsident für Produktdesign, soll vertrauliche Apple-Codenamen in Vorstellungsgesprächen verwendet haben. Noch schwerer wiegt der Vorwurf, er habe Bewerber aufgefordert, interne Apple-Komponenten mitzubringen – als eine Art „Zeig und erklär“ im Einstellungsprozess. Zudem soll Tan vor seinem Weggang sensible Lieferanteninformationen an sich selbst gemailt haben.
Noch dreister agierte angeblich Chang Liu, ein früherer Senior-Systemelektronikingenieur bei Apple. Er soll einen technischen Authentifizierungsfehler ausgenutzt haben, um sich nach seinem Ausscheiden unbefugten Zugang zum internen Apple-Netzwerk zu verschaffen. Mit einem behaltenen Apple-Laptop habe er über 1.000 Seiten vertraulicher Daten heruntergeladen.
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Apples Forderungen und OpenAIs Reaktion
Apple beantragt eine einstweilige Verfügung zur Sicherung von Beweisen und zur Unterbindung der weiteren Nutzung seiner Geschäftsgeheimnisse. Darüber hinaus fordert der Konzern die Vernichtung aller unrechtmäßig erlangten Materialien, eine Neugestaltung von Produkten, die möglicherweise auf den gestohlenen Informationen basieren, sowie nicht näher bezifferte finanzielle Schadensersatzforderungen.
Bereits Anfang des Jahres hatte Apple OpenAI kontaktiert – ohne Antwort. Nun reagierte das Unternehmen auf die Klage: OpenAI wies die Vorwürfe zurück und betonte, kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Organisationen zu haben. Der Fall wird voraussichtlich vor einem Geschworenengericht in Kalifornien verhandelt werden.
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