Aqara FP400: Neuer Sensor erfasst zehn Personen gleichzeitig
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Anbieter von Smart-Home-Lösungen Aqara hat den weltweiten Marktstart des FP400 Spatial Multi-Sensor angekĂŒndigt. Das neue GerĂ€t nutzt 60-GHz-mmWave-Radar-Technologie, um die PrĂ€senzerkennung in WohnrĂ€umen zu prĂ€zisieren. Im Vergleich zum VorgĂ€ngermodell FP2, das bis zu fĂŒnf Personen erfassen konnte, ist der neue Sensor in der Lage, die Position von bis zu zehn Personen gleichzeitig zu verfolgen.
Technische Spezifikationen und rÀumliche Abdeckung
Der FP400 arbeitet mit einer 4T4R MIMO-Antenne und deckt ein Sichtfeld von 120 Grad ab. Die maximale ErfassungsflĂ€che wird mit 10 m x 8 m angegeben. Ein AI-gestĂŒtztes Mapping-Verfahren erkennt dabei automatisch die Raumgrenzen.
Nutzer können den Erfassungsbereich in sogenannte Mini-Zonen unterteilen, die eine MindestgröĂe von 0,5 m x 0,5 m aufweisen dĂŒrfen. Insgesamt unterstĂŒtzt das System AI Spatial Learning und die Konfiguration von bis zu acht spezifischen Zonen.
Zur Stromversorgung nutzt das GerĂ€t einen USB-C-Anschluss und ist auf Dauerstrom angewiesen; ein Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen. Ein integrierter Umgebungslichtsensor erlaubt zudem die Einbindung der LichtverhĂ€ltnisse in die Hausautomation. FĂŒr die Montage bietet der Hersteller Optionen fĂŒr die Installation an der Decke, der Wand oder in Raumecken an.
KonnektivitÀt und Systemintegration
Der Sensor ist nativ fĂŒr die Protokolle Thread und Zigbee ausgelegt und unterstĂŒtzt den ĂŒbergreifenden Smart-Home-Standard Matter. Damit ist eine Integration in Plattformen wie Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, Samsung SmartThings sowie Home Assistant und Homey möglich.
Die Einrichtung kann ohne einen spezifischen Aqara-Hub erfolgen, sofern ein kompatibler Thread Border Router im Netzwerk vorhanden ist. Erweiterte Funktionen, wie die detaillierte Zonen-Konfiguration, erfordern jedoch weiterhin die Nutzung der Aqara-Home-App in Verbindung mit einem kompatiblen Hub des Herstellers.
Ein wesentliches Merkmal der Technologie ist der Verzicht auf Kameras, was den Einsatz in sensiblen Bereichen ermöglicht. Laut Dokumentation des Herstellers arbeitet der Sensor lokal und benötigt keine aktive Internetverbindung fĂŒr den Betrieb.
Der FP400 verspricht PrĂ€senzerkennung fĂŒr bis zu zehn Personen ohne Kamera â doch Einrichtung, Zonen und Matter-Anbindung werfen in der Praxis die meisten Fragen auf. Der kostenlose Praxis-Guide zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie den Sensor in Ihr bestehendes System bringen und typische Fehlauslöser vermeiden. Kostenlosen Einrichtungs-Guide anfordern
Differenzierung zwischen FP400 und FP400 Pro
Aqara veröffentlicht den Sensor in zwei Varianten. WĂ€hrend der FP400 fĂŒr den regulĂ€ren Einsatz im Smart Home vorgesehen ist, richtet sich der FP400 Pro an den Bereich des betreuten Wohnens und der Altenpflege.
Auf Nachfrage bestĂ€tigte das Unternehmen, dass eine detaillierte Haltungserkennung, die zwischen Stehen, Sitzen und Liegen unterscheidet, dem Pro-Modell vorbehalten bleibt. Diese Version ist primĂ€r fĂŒr professionelle Installateure im Neubau- und Gesundheitssektor konzipiert. FĂŒr das Pro-Modell wurden bislang weder ein konkretes Datum noch ein Preis kommuniziert.
Der regulĂ€re FP400 wird zu einem Preis von 80 US-Dollar angeboten. Zum Verkaufsstart ist zudem eine Testkonfiguration fĂŒr 150 US-Dollar erhĂ€ltlich, die neben dem Sensor auch den Aqara-Hub M200 umfasst.
Praxiserfahrungen und Limitierungen
Erste Testberichte zeichnen ein gemischtes Bild der Leistung. WĂ€hrend eine schnelle Auslösung und die Erkennung der Körperhaltung in frĂŒhen Hands-on-Tests hervorgehoben wurden, gab es auch Kritik an der ZuverlĂ€ssigkeit. In Testszenarien zeigten sich Schwierigkeiten beim Tracking von Kindern sowie unzuverlĂ€ssige Automations-Trigger.
Kamera-Sensoren im Bad oder Schlafzimmer sind fĂŒr viele ein No-Go â mmWave-Radar arbeitet ohne Bild, laut Herstellerdokumentation lokal und ohne aktive Internetverbindung. Wie Sie den FP400 datenschutzfreundlich einrichten und welche Grenzen die PersonenzĂ€hlung hat, steht im kostenlosen Leitfaden. Leitfaden ohne Kamera jetzt sichern
Zudem weist die offizielle Dokumentation darauf hin, dass die Personentrennung am besten funktioniert, wenn die Individuen einen Abstand von etwa einem Meter zueinander einhalten.
Bei mehreren Personen im Raum könne die ZĂ€hlung um eins bis drei Personen abweichen, weshalb die Daten eher als Tendenz denn als exakte ZĂ€hlung zu werten seien. Ein spezieller AI-Algorithmus soll jedoch dabei helfen, Fehlauslösungen durch Haustiere, Saugroboter oder LuftzĂŒge zu minimieren.
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