ArbeitsgedÀchtnis: Jugendliche profitieren von schachbasiertem Training
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kognitive FlexibilitĂ€t und die FĂ€higkeit, neue Blickwinkel einzunehmen, gewinnen in verschiedenen gesellschaftlichen und technologischen Bereichen zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Entwicklungen im Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz (KI), neue AnsĂ€tze in der UnternehmensfĂŒhrung sowie aktuelle neurowissenschaftliche Studien zeigen, wie gezielte Methoden den Perspektivwechsel fördern und Entscheidungsprozesse verbessern können.
Methodische AnsÀtze im KI-Prompting und Management
In einer aktuellen Folge des t3n-Podcasts âMeisterPrompterâ, moderiert von Susanne Renate Schneider, wird etwa der Einsatz der De-Bono-DenkhĂŒte fĂŒr das Verfassen von KI-Prompts empfohlen.
Bei dieser Technik wird die KI angewiesen, eine Idee aus sechs spezifischen Perspektiven zu beleuchten: Struktur (blau), KreativitĂ€t (grĂŒn), Emotion (rot), Risiko (schwarz), Analyse (weiĂ) und Optimismus (gelb). Ziel sei es, Konzepte durch den gezielten Wechsel des Standpunktes einer umfassenden PrĂŒfung zu unterziehen.
Auch im betrieblichen Kontext erweist sich der Perspektivwechsel als Instrument zur Ăberwindung von Blockaden. Wie das Fachportal Haufe Ende August 2026 darlegt, könne ein bewusster Shift Blickwinkel in festgefahrenen Meetings verĂ€ndern. Das Vorgehen umfasse dabei die Benennung der aktuellen Sichtweise und die Einladung, alternative Positionen einzunehmen.
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Ein Praxisbeispiel aus einem FĂŒhrungskreis zeige, dass solche Interventionen bei der Diskussion ĂŒber Steuerungsinstrumente festgefahrene Positionen auflösen können. Als UnterstĂŒtzung fĂŒr die Moderation verweisen Experten auf Literatur wie den âCrashkurs Meeting-Hacksâ von Christian Zielke, der insgesamt 84 praktische AnsĂ€tze fĂŒr effizientere Besprechungen enthĂ€lt.
Physische PerspektivÀnderung in der PrÀventionsarbeit
Neben mentalen Techniken kommen auch physische Hilfsmittel zum Einsatz, um Empathie und VerstĂ€ndnis zu fördern. Das PolizeiprĂ€sidium Westpfalz nutzt im Rahmen der VerkehrsunfallprĂ€vention ein sogenanntes Tiefsehrohr. Dieses Periskop verlagert die Sichtachse auf die Augenhöhe eines Kindes und schrĂ€nkt das Sichtfeld kĂŒnstlich ein.
Erste Erfahrungen von Teilnehmern verdeutlichen die Schwierigkeit, den Verkehrsraum aus dieser Position heraus vollstĂ€ndig zu erfassen. Die Technologie wurde unter anderem an einem Tag der offenen TĂŒr in Enkenbach am 29. August 2026 der Ăffentlichkeit prĂ€sentiert, um das Bewusstsein fĂŒr die Wahrnehmung jĂŒngerer Verkehrsteilnehmer zu schĂ€rfen.
Kognitives Training und aktuelle Forschungsergebnisse
Wissenschaftliche Untersuchungen untermauern die Wirksamkeit strukturierter Ăbungen auf die kognitive LeistungsfĂ€higkeit. Zwei Studien des Zentralinstituts fĂŒr Seelische Gesundheit (ZI) aus dem Jahr 2026 belegen, dass schachbasiertes Training positive Effekte erzielt. Bei Menschen mit AlkoholabhĂ€ngigkeit konnten laut einer Untersuchung von Seeger et al.
Verbesserungen der Aufmerksamkeit und der LebensqualitĂ€t festgestellt werden. Eine weitere Studie von Gerhardt et al., die ĂŒber sechs Wochen mit Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren durchgefĂŒhrt wurde, zeigte zudem eine gesteigerte ArbeitsgedĂ€chtnisleistung und ein höheres psychisches Wohlbefinden.
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ErgĂ€nzend hierzu empfiehlt der Psychiater Thilo Palloks zur Förderung des ArbeitsgedĂ€chtnisses bei ADHS klassische Ăbungen wie das Spiel âIch packe meinen Kofferâ oder das Merken von Zahlenfolgen in Kombination mit Denksportaufgaben. Ein regelmĂ€Ăiges, idealerweise tĂ€gliches Training sei hierfĂŒr maĂgeblich.
Im Bereich der Neurowissenschaften liefert die UniversitĂ€t ZĂŒrich neue Erkenntnisse zur kontextabhĂ€ngigen HirnaktivitĂ€t. Eine Ende August 2026 veröffentlichte Studie mit 62 gesunden Erwachsenen untersuchte die Wirkung von Psilocybin.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Substanz die HirnaktivitĂ€t stĂ€rker an den aktuellen Kontext koppelt. Probanden berichteten von einem GefĂŒhl tiefer Verbundenheit und einer positiveren Lebenseinstellung am Folgetag. Inwiefern diese Resultate auf die Behandlung von Depressionen ĂŒbertragbar sind, bleibt Gegenstand weiterer Forschung.
DarĂŒber hinaus unterstreichen verschiedene Untersuchungen die Bedeutung von Ruhephasen fĂŒr die GedĂ€chtnisbildung. Eine Meta-Analyse vom Januar 2026, die 142 Effekte aus 51 Studien auswertete, bescheinigt der Wachruhe positive Effekte auf das GedĂ€chtnis, insbesondere bei Ă€lteren Erwachsenen.
Forscher der University of Edinburgh beobachteten zudem, dass bereits zehn Minuten Ruhe nach der Aufnahme von Informationen die WiedergabefĂ€higkeit langfristig verbessern können. Parallel dazu lieferte die Local-Sleep-Forschung im Juni 2026 Hinweise darauf, dass lokal erzeugte schlafĂ€hnliche AktivitĂ€ten im Gehirn die Konsolidierung von GedĂ€chtnisinhalten unterstĂŒtzen können.
