Arbeitsvisum-Betrüger, Opfer

Arbeitsvisum-Betrüger: 150 Opfer in Lahore verlieren Rs60 Millionen

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden weltweit melden zunehmende Betrugsfälle mit gefälschten Arbeits- und Visumsangeboten. Dubai, Indien und Indonesien verschärfen Maßnahmen.

Globale Warnung vor Visa-Betrug: Dubai und weitere Behörden schlagen Alarm
Ein Laptop und Reisepass liegen auf einem Schreibtisch, symbolisch für Online-Betrug bei Visums- und Arbeitsangeboten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Polizei in Dubai hat eine dringende Warnung vor einer neuen Welle von Online-Betrugsfällen veröffentlicht, bei denen Kriminelle gefälschte Arbeits- und Visumsangebote nutzen.

Die Täter geben sich in sozialen Netzwerken vermehrt als offizielle Regierungsvertreter oder lizenzierte Unternehmen aus, um Arbeitsuchende und Reisende zur Zahlung von Gebühren zu bewegen. Diese Entwicklung ist Teil eines weltweiten Trends, der aktuell Behörden von Nordamerika bis Südostasien beschäftigt.

Systematischer Betrug über soziale Medien

Nach Angaben der Ermittler in Dubai nutzen die Betrüger gezielt Plattformen der sozialen Medien, um Arbeits-, Aufenthalts- und Besuchervisa gegen Geldzahlungen anzubieten. Dabei werden häufig unlizenzierte Unternehmen als Deckmantel verwendet.

Die Polizei betonte, dass Betroffene ausschließlich offizielle Kanäle für Visumsanträge nutzen sollten. Verdächtige Aktivitäten können über die Dubai Police App, die spezialisierte eCrime-Plattform oder die Kurzwahl 901 gemeldet werden.

Ähnliche Muster beobachten auch die Behörden im US-Bundesstaat Michigan. Dort berichten Ermittler von Betrügern, die Vorauszahlungen für staatliche oder administrative Leistungen verlangen, ohne die versprochenen Gegenleistungen zu erbringen.

Millionenschäden und Festnahmen in Südasien

Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Betrugswellen sind erheblich. In Lahore verloren über 150 Bürger insgesamt Rs60 Mio. an Reiseagenten, die gefälschte Arbeitsvisa versprochen hatten. Die Opfer demonstrierten am Dienstag vor dem Lahore Press Club und forderten Ermittlungen durch die Bundesbehörden sowie eine Rückerstattung ihrer Gelder.

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In Indien gelang den Behörden unterdessen ein Schlag gegen eine organisierte Gruppe. In Noida wurden sechs Personen festgenommen, die unter dem Namen einer erfundenen Fluggesellschaft namens „Bretish Airways“ gefälschte Stellenanzeigen verbreitet hatten. Die Verdächtigen verlangten zwischen Rs 7.000 und Rs 10.000 für angebliche Diplome. In einem dokumentierten Fall zahlte ein Opfer Rs 7.000 über einen digitalen Zahlungsdienst.

In Neu-Delhi wurden ebenfalls sechs Personen in einem verwandten Fall festgenommen. Zu den Inhaftierten gehören der Mastermind Sandeep Kumar, ein Webentwickler sowie Mitarbeiterinnen eines Callcenters. Diese Gruppe hatte ebenfalls mit gefälschten Airline-Jobs geworben und ähnliche Beträge gefordert. Ein Opfer meldete den Vorfall über die nationale Helpline für Cyberkriminalität.

Warnungen internationaler Organisationen

Auch staatliche Stellen und internationale Organisationen in Afrika und Zentralasien sehen sich gezwungen, öffentlich Stellung zu beziehen. Die Nigerian Airspace Management Agency distanzierte sich offiziell von Berichten über laufende Rekrutierungsprozesse und warnte Arbeitssuchende davor, Geld oder persönliche Daten an Unbefugte zu übermitteln.

In Afghanistan warnte die Internationale Organisation für Migration (IOM) vor gefälschten Stellenanzeigen, die in ihrem Namen kursieren. Die Organisation stellte klar, dass alle offiziellen Angebote ausschließlich über die ACBAR-Jobwebsite veröffentlicht werden und Bewerbungsprozesse grundsätzlich kostenlos sind. Offizielle Kommunikation erfolge zudem nur über E-Mail-Adressen mit der Endung @iom.int.

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Verschärfte Kontrollen in Indonesien und Kanada

Einige Staaten reagieren mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen auf die Zunahme der grenzüberschreitenden Kriminalität. In Indonesien wurden die Einwanderungskontrollen massiv verschärft. Im Rahmen der Operation „Dharma Dewata“ auf Bali identifizierten die Behörden 62 ausländische Staatsbürger, die gegen Einreisebestimmungen verstießen.

In Batam entdeckten Ermittler zudem eine Anlage mit hunderten technischen Geräten, die mutmaßlich für großangelegten Online-Betrug genutzt wurde. Die indonesische Regierung prüft derzeit die bestehende Politik zur visumfreien Einreise.

Kanada warnte ebenfalls Reisende vor betrügerischen Webseiten und Agenturen. Die Behörden stellten klar, dass keine Privatperson oder Agentur eine Garantie für die Erteilung eines Visums oder einer elektronischen Reisegenehmigung (eTA) geben kann.

Von den Betrugsversuchen per E-Mail, Telefon oder SMS sind laut offiziellen Angaben Reisende aus der Schweiz, Portugal und 40 weiteren europäischen Ländern betroffen. Es wird dringend dazu geraten, ausschließlich offizielle Regierungskanäle für Anträge zu nutzen.

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