Arbeitszeit, Beschäftigten

Arbeitszeit: 53% der Beschäftigten fordern kürzere Stunden

30.05.2026 - 21:39:16 | boerse-global.de

KI-Nutzung in Unternehmen steigt rasant, während Experten flexible Arbeitszeitmodelle fordern. Mercedes-Benz plant milliardenschwere Einsparungen.

Arbeitszeit: 53% der Beschäftigten fordern kürzere Stunden - Foto: über boerse-global.de
Arbeitszeit: 53% der Beschäftigten fordern kürzere Stunden - Foto: über boerse-global.de

Künstliche Intelligenz und flexible Arbeitszeitmodelle gelten als Schlüssel für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.

Künstliche Intelligenz als Produktivitätstreiber

Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, hat KI Ende Mai 2026 als „größten Hebel für Produktivität und Wertschöpfung“ bezeichnet. Ihr zufolge biete die Technologie das Potenzial, nicht nur die Effizienz zu steigern, sondern perspektivisch auch Arbeitszeiten zu verkürzen.

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Die Zahlen geben ihr recht: Nutzten 2023 nur 5 Prozent der Unternehmen KI, sind es im Frühjahr 2026 bereits 25 Prozent. Parallel dazu zeigt eine DGB-Umfrage: 53 Prozent der Beschäftigten wünschen sich kürzere Arbeitszeiten.

Flexibilisierung statt starrer Modelle

Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlug am 29. Mai vor, flexible Arbeitszeitmodelle zunächst bei Bürobeschäftigten zu testen. Bereits Mitte Mai hatte IW-Direktor Michael Hüther eine Reform des Achtstundentages gefordert. Sein Argument: Das Modell stamme aus der Industriegesellschaft, die heutige Wirtschaft sei dienstleistungsorientiert. Hüther plädiert für eine Wochenarbeitszeit mit anderer Stundenverteilung – nicht zwingend mit mehr Gesamtarbeitszeit.

Die Politik reagiert gespalten. Arbeitsministerin Bärbel Bas distanzierte sich Ende Mai persönlich von einer Abschaffung des Achtstundentages und warnte vor höherer Belastung. Gleichzeitig verwies sie auf den Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung, der Reformen vorsieht.

Mercedes-Benz drückt auf die Kosten

Wie konkret der Produktivitätsdruck in der Industrie ist, zeigt Mercedes-Benz. Der Autobauer führt laut Berichten vom 29. Mai Gespräche mit Sozialpartnern über Kostensenkungen. Das Sparprogramm „Next Level Performance“ sieht Einsparungen von 5 Milliarden Euro jährlich bis 2027 vor.

Eine Option: die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich zu erhöhen. Hintergrund sind die im internationalen Vergleich hohen Arbeitskosten am Standort Deutschland.

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KI spart Zeit – aber nicht überall

Konkrete Zeitvorteile zeigen sich bereits heute. In der datenschutzrechtlichen Dokumentation – etwa bei Verarbeitungsverzeichnissen oder Datenschutz-Folgenabschätzungen – berichten Unternehmen von deutlichen Effizienzgewinnen durch KI-Assistenten.

Die Bearbeitungszeit sinkt um 60 bis 75 Prozent. Experten warnen jedoch: Die finale juristische Bewertung bleibt Aufgabe von Fachpersonal. Effektives Zeitmanagement definiert sich 2026 zunehmend durch die Kombination aus flexiblen Rahmenbedingungen und technologischen Effizienzpotenzialen.

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