Arbeitszeit-Modell, Galletti

Arbeitszeit-Modell: Galletti spart Zeit, steigert Umsatz um 6%

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 07:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Italienischer Klimatechnik-Hersteller Galletti beweist: Kürzere Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich kann wirtschaftlich erfolgreich sein.

Galletti: 34-Stunden-Woche steigert Umsatz und Produktivität
Eine vielfältige Gruppe lächelnder Fachkräfte in einem modernen Büro, die eine entspannte Kaffeepause genießen und sich unterhalten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Unternehmen setzen auf kürzere Arbeitszeiten, während gleichzeitig das Phänomen der „Leisure Sickness“ und die Sehnsucht nach digitaler Achtsamkeit zunehmen.

Flexibilisierung der Arbeitszeit als Erfolgsfaktor

Ein Paradebeispiel für verkürzte Arbeitszeiten kommt aus Italien. Der Klimatechnik-Hersteller Galletti mit rund 250 Mitarbeitern hat eine 34-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich eingeführt. 85 Prozent der Belegschaft stimmten zu. Und das Unternehmen floriert: 2025 erzielte Galletti einen Umsatz von 62 Millionen Euro – ein Plus von sechs Prozent zum Vorjahr. Dazu kommen Ergebnisprämien von bis zu 2.150 Euro und eine betriebliche Altersvorsorge.

Auch auf individueller Ebene gewinnt Teilzeit an Attravität. Berichte über Modelle mit 20-Stunden-Woche bei moderatem Gehalt zeigen: Der Gewinn an Freizeit wird oft höher bewertet als die Karriereleiter. Allerdings warnen Experten vor den Folgen für die spätere Rente.

Prävention von Erschöpfung und „Leisure Sickness“

Ein bekanntes Problem ist die „Leisure Sickness“ – Krankheitssymptome pünktlich zum Urlaubsbeginn. Laut einer IU-Umfrage aus dem Jahr 2025 kennen rund 72 Prozent der Befragten dieses Phänomen. Ursache ist oft der plötzliche Abfall des Stresshormons Cortisol nach einer Hochbelastungsphase.

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Die Lösung? Mikropausen und feste Feierabend-Rituale. Ein sanfter Übergang in die Erholungsphase gelingt, wenn der Urlaub gedanklich bereits eine Woche vorher beginnt. Wer trotzdem krank wird: Das Bundesurlaubsgesetz erlaubt die Gutschrift der Urlaubstage gegen ärztliches Attest.

Experten warnen zudem vor Trends wie „Cortisol-Detox“. Mikronährstoffe wie Omega-3, Magnesium oder Vitamin C sowie Polyphenole können zwar ein gesundes Altern unterstützen – das legt eine Studie aus dem Jahr 2026 nahe. Spezielle Hormon-Cocktails seien aber oft wirkungslos. Wirksamer sind konsequente Schlafhygiene und regelmäßige Bewegung.

Strategien für digitale Achtsamkeit

Der bewusste Umgang mit dem Smartphone wird zum Produktivitätsfaktor. In Wien gibt es bereits „The Offline Club“: Teilnehmer zahlen für handyfreie Zeit und widmen sich Museumsführungen oder Handwerks-Workshops.

Im Privaten etablieren sich Routinen mit festen Offline-Zeiten. Die Regel: erste und letzte Stunde des Tages sowie eine weitere Stunde bewusst ohne Bildschirm. Ziel ist die Unterbrechung der ständigen Erreichbarkeit. Das deckt sich mit Appellen aus der Politik, die Bildschirmzeit durch Bewegung und gemeinsame Zeit zu ersetzen.

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Auch im Bildungssektor wird das Thema präsenter. Das Start-up EDURINO startete im Sommer 2026 eine Kampagne für bewusstere Mediennutzung bei Kindern. Datenschutzbeauftragte raten parallel, die Urlaubszeit für eine kritische Überprüfung der Social-Media-Einstellungen zu nutzen: Passwörter ändern, Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren, App-Berechtigungen einschränken. So steigt nicht nur die mentale, sondern auch die digitale Sicherheit.

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