Arbeitszeit-Wunsch, Beschäftigten

Arbeitszeit-Wunsch: 53% der Beschäftigten wollen kürzer arbeiten

01.06.2026 - 04:48:19 | boerse-global.de

Ab 2026 sollen Überstundenzuschläge steuerfrei sein. Eine Studie zeigt jedoch, dass nur wenige Beschäftigte profitieren würden.

Arbeitszeit-Wunsch: 53% der Beschäftigten wollen kürzer arbeiten - Foto: über boerse-global.de
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Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten wächst

53 Prozent der Beschäftigten in Deutschland wollen ihre Arbeitszeit reduzieren. Das zeigt eine Untersuchung des DGB und der Universität Bonn aus dem ersten Halbjahr 2025. Besonders Väter sind betroffen: 63 Prozent von ihnen möchten kürzer treten.

Die Realität sieht anders aus. Männer arbeiten im Schnitt 37,1 Stunden pro Woche, Frauen 30,8 Stunden. Die psychische Belastung ist hoch: 29 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen fühlen sich nach der Arbeit häufig oder sehr häufig emotional erschöpft.

Gewerkschaften warnen: Politische Pläne zur weiteren Flexibilisierung könnten die Gesundheit zusätzlich gefährden.

Steuerfreiheit bringt kaum Vorteile

Die geplante Neuregelung sieht vor: Zuschläge für Mehrarbeit bis 25 Prozent des Grundlohns bleiben steuerfrei. Voraussetzung: Die tarifliche Vollzeit (meist 34 Stunden) oder die gesetzliche Norm (40 Stunden) wird überschritten.

Doch die Hans-Böckler-Stiftung rechnet vor: Nur 1,4 Prozent der Beschäftigten würden tatsächlich profitieren. Der wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums äußerte bereits im August 2025 Bedenken. Der Netto-Vorteil? Rund 3,50 Euro pro Überstunde. Kaum ein Anreiz für Mehrarbeit.

Stress: Kontrollverlust als Krankmacher

2025 lag der durchschnittliche Krankenstand bei 14,5 Tagen pro Kopf. Psychische Erkrankungen steigen. Die Stressforschung sieht ein zentrales Problem: Nicht die Reizdichte macht krank, sondern das Gefühl des Kontrollverlusts bei dauerhaftem, unvorhersehbarem Stress, so Professor Adli Ende Mai 2026.

Betriebe reagieren unterschiedlich:

  • Resilienzförderung: Im Kreis Mainz-Bingen nutzten 2025 rund 500 Beschäftigte kommunale Stressbewältigungsangebote.
  • Reizarme Umgebungen: Ikea führt ab Juni 2026 wöchentliche Ruhezeiten ein – mit gedämpftem Licht und ohne Durchsagen. Das hilft neurodivergenten und lärmempfindlichen Kunden.
  • Selbstregulation: Herzkohärenz-Training gewinnt an Bedeutung. Rhythmische Atmung soll den Herzschlag harmonisieren und die Gelassenheit steigern.

Kein Anspruch auf Wunsch-Arbeitszeitmodell

Das Landesklinikum Köln urteilte am 19. Februar 2026: Teilzeitbeschäftigte haben zwar Anspruch auf Verlängerung ihrer Arbeitszeit, wenn Kapazitäten frei sind. Aber kein Recht auf ein bestimmtes Modell. Arbeitgeber müssen Stellen nicht nach individuellen Wünschen umbauen.

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Zwei Workouts pro Woche reichen

Aktualisierte Leitlinien des ACSM vom Mai 2026 zeigen: Wer nahe der Belastungsgrenze trainiert, erzielt mit nur zwei Einheiten pro Woche signifikante gesundheitliche Effekte. Die Analyse von 137 Studien liefert eine wissenschaftliche Grundlage für zeiteffiziente Gesundheitsförderung im verdichteten Arbeitsalltag.

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